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Singdrossel wird aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord
Zypern: Der erneute winterliche Drosselmord kostete auch dieses Jahr tausende dort Rast und Nahrung suchende Singdrosseln ihr Leben
Die wenigen illegalen Vogelfang- und Vogeljagdaktivitäten Anfang des Jahres 2026 erhielten am 27. Januar 2024 einen massiven Aktivitäten-Schub, der von tausenden auf Zypern einfliegenden Singdrosseln ausgelöst wurde. Die machten auf dem Frühjahrsrückflug zur Rast und Nahrungssuche Station auf Zypern.
Unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer waren auf die starke Zunahme von illegalen Jagd-und Vogelfangaktivitäten gut vorbereitet und so wurden schon in der ersten Woche nach dem Einflug der Drosseln 3 illegal agierende Jäger und ein Vogelfänger auf frischer Tat erwischt und angezeigt.
Mit Unterstützung zypriotischer Polizei und Wildhüter konnten in einer Nacht 5 illegale fängisch aufgebaute Vogelfangnetze abgebaut und konfisziert werden.
Bisherige Ergebnisse des Zypern-Winter-Vogelschutzcamps (5 Wochen):
Illegale Vogelwilderei
Abgeschossene Singdrosseln - Opfer illegaler Jagd © Komitee gegen den Vogelmord
Nächtlicher Abbau eines illegalen Vogelfangnetzes © Komitee gegen den Vogelmord

Steinkauz in seiner Apfelbaum-Höhle © H. Glader
Das Schneiden (Schneiteln) alter Weidenbäume zur Sicherung und dem Schutz natürlicher Steinkauz-Nist- und Brutplätze ist keine Arbeit für „Weicheier“
Das diesen Januar in Ostwestfalen in den Landkreisen Paderborn, Gütersloh und Soest anhaltend kalte Winter-Wetter mit leichtem Frost in den Nächten hat unseren ehrenamtlich arbeitenden Steinkauz-Schützern und dem von uns beschäftigten Baumpflegebetrieb ein zügiges Schneiden (Schneiteln) der von unserem Herbert im Sommerhalbjahr 2025 ausgesuchten und vertraglich zur Pflege vereinbarten Weidenbäume erlaubt.
Von den in diesem Winter von Anfang November 2025 bis Ende Februar 2026 von uns zum Schnitt geplanten 780 Weidenbäumen sind bisher schon mehr als 550 Bäume fachgerecht „geköpft“ und damit sind wir schneller als im Arbeits-Zeitplan festgelegt.
Wir wollen daher die für diese Schwerstarbeit günstige Frost-Witterung weiter nutzen und schaffen, wenn das Wetter weiter kalt bleibt, diesen Winter bis zu 900 geköpfte Weidenbäume… das wäre eine Rekordzahl gepflegter Weidenbäume. Sehen Sie dazu auch die nachstehende Grafik.
Diagramm Kopfweiden-Pflege - Steinkauzschutz-Projekt © SPA
Von uns im Jahr 2022 gepflegte Kopfweiden-Allee © SPA

Eisvogel im Schneetreiben © A. Kneifel
Unsere von Herzen kommenden guten Weihnachts- und Neujahrswünsche verbunden mit einem herzlichen Dankeschön all den Menschen, die unserer Stiftungsarbeit zum Wohle der Natur und ihrer wunderbaren Artenvielfalt auch in diesem zu Ende gehenden Jahr 2025 so engagiert und hilfreich zur Seite gestanden haben.
Unbeschadet aller politischen und wirtschaftlichen Veränderungen und Entwicklungen in Deutschland und der Welt war unser 23. Jahr im Einsatz für den Artenschutz für unsere Natur- und Artenschutzprojektarbeit ein gutes und erfolgreiches Jahr. So konnten wir auch im Jahr 2025 unsere satzungsgemäße Projektarbeit dank der anhaltenden Spendenunterstützung vieler langjähriger treuer und auch neuer Spenderinnen und Förderer konsequent verwirklichen. Dafür noch einmal unser tiefempfundener Dank.
Auch den Pächtern und Gebietsbetreuern unserer stiftungseigenen Naturschutzflächen sagen wir von Herzen Dank dafür, dass sie unsere satzungsgemäßen Stiftungszwecke und die dafür konzipierten artenschützenden Flächennutzungsvorgaben zum Wohle und der Stärkung unserer Biotopflächen und der dort vorkommenden Vielfalt an Wildtierarten mit großer Kompetenz und leidenschaftlicher Überzeugung umsetzen.
Wir gehen gut vorbereitet und mit einer gesunden Portion Optimismus in unser 24. Jahr im Einsatz für den Artenschutz und werden unsere bestehenden Natur- und Artenschutzprojekte mit viel Passion weiterentwickeln. Ganz besonders freuen wir uns darauf, gemeinsam mit Ihnen die vor uns liegenden Herausforderungen neuer Natur- und Artenschutz-Projekte in Deutschland und Italien erfolgreich in die Tat umzusetzen.
Die Teams der Stiftung Pro Artenvielfalt in Bielefeld und auf Sizilien wünschen Ihnen und Ihren Familien besinnliche, friedliche und hoffnungsvolle Weihnachtsfeiertage und ein glückliches und gesundes neues Jahr 2026!
Danke für Ihre Treue und Ihre anhaltende Förder-Unterstützung.
Unser winterliches Wiesenvogel-Schutzgebiet Finowtal © SPA
Unser Steinkauz-Schutzprojekt - Kopfweidenpflege im Kreis Paderborn © SPA

Abgebaute Leimruten und Singvogel-Opfer © Komitee gegen den Vogelmord
Zypern Vogelschutzcamp / Abschluss-Bericht Herbst 2025
Die Herbst-Vogelschutzcamp Sonderoperationen „Occupy Akas“ und „Dead Air“ haben unseren Vogelschützer-Teams umfangreiche und zeitraubende Vor-Ort-Vorbereitungen für die Einsätze und eine Vielzahl von Medien-Aktivitäten abverlangt. Die erzielten Ergebnisse waren aber aller Mühen wert.
Das zu Ende gegangene Herbst-Vogelschutzcamp wird als ein Meilenstein in unserem Vogelschutzeinsatz gegen die „Großen“ im Vogelmord-Geschäft auf Zypern erinnert werden. Über viele Jahre haben wir vergeblich gegen den massenhaften industriell organisierten illegalen Zugvogelfang von „Akas“ und „Trikkis“ (unsere Namen-Codes) angekämpft. Deren gesellschaftliche Stellung und Einfluss und die umfassende Vernetzung in der Vogelmord-Szene haben selbst Politik und Polizei regelmäßig daran gehindert, geltende Gesetze konsequent durchzusetzen.
Die früheren „billigen” Bußgeldbescheide haben deren Vogelmord-Aktivitäten nicht einmal für einen einzigen Tag verhindert. Mit unseren diesjährigen Aktionen und den umfangreichen Publikationen und professioneller Medienarbeit konnte die Polizei diese schweren Verstöße gegen die geltende EU-Vogelschutzrichtlinie und zypriotische Naturschutzgesetze nicht länger ignorieren. So kam bei Polizeieinsätzen auf den Grundstücken von „Akas“ und „Trikkis“ auch eine Anti-Terror-Polizeieinheit zum Einsatz. „Akas“ wurde dreimal bei illegalen Vogelfangaktivitäten mit Fangnetzen erwischt, „Trikkis“ gleich fünfmal!
Ergebnis waren endlich einmal auch für diese Vogelmord-Profis spürbare Strafbescheide von insgesamt nahezu 150.000 Euro! Das entspricht in Vogelmord-Währung etwa dem Erlös für 40.000 - 50.000 illegal getötete Singvögel, den kleine Vogelwilderer von Vogelhändlern auf dem Schwarzmarkt erzielen können.
Die Erfolge gegen die „Großen“ hielten unsere Vogelschützer-Teams nicht davon ab, weitere 8 Wochen Einsatzzeit für die Fangplatz- und Vogeljagdplatz-Suche, die Observierung und gerichtsfeste Dokumentation von illegalen Vogelfang- und Vogeljagd-Aktivitäten, den Abbau von illegalen Fanganlagen und weiter Strafanzeigen zu investieren.
So können sich auch die Gesamtergebnisse des diesjährigen Herbst-Vogelschutzcamps auf Zypern sehen lassen.
Gesamtergebnisse des CABS & SPA Herbst-Vogelschutzcamps 2025 auf Zypern
(10. September - 25. November):
Vogelwilderer / illegal agierende Vogeljäger
Die gute Nachricht für die Zugvogelwelt, die sich Zypern als Überwinterungsplatz ausgesucht hat, ist zugleich die schlechte Nachricht für Zyperns Vogelwilderer und Vogeljäger: Zypern, wir kommen wieder. Unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer werden schon sehr bald wieder im Winter-Vogelschutzcamp auf Zypern im Einsatz sein…
Fest versprochen!
Fitis-Laubsänger gefangen an verbotener Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Suchbild: wie viele Mönchsgrasmücken hängen an Leimruten? © Komitee gegen den Vogelmord

Vogelschützerin beim Abbau von illegalen Leimruten © Komitee gegen den Vogelmord
2. Zypern Vogelschutzcamp-Bericht 2025
Die Sonderoperationen „Occupy Akas“ und „Dead Air“ haben ebenfalls sehr positive Ergebnisse erzielt. Obwohl beide Operationen nur wenige Tage dauerten und vor etwa zwei Wochen abgeschlossen wurden, erzielten sie Ergebnisse, die zuvor noch nie erreicht worden waren. Die zyprische Polizei erkannte schließlich, dass professionelles Fallenstellen ein ernstes Problem darstellt, das bekämpft werden muss.
Sie führten mehrere gut organisierte Operationen gegen die beiden größten Wildfänger Zyperns durch: Akas und Trikkis. Insgesamt beschlagnahmte die zyprische Polizei 15 Netze von Akas und 16 Netze von Trikkis. Bei einer besonders erfolgreichen Operation am Standort von Akas fand die Polizei sieben aufgestellte Netze und befreite daraus 350 Zugvögel. Am Standort von Trikkis fand die Polizei 11 aufgestellte Netze und befreite 150 Vögel. Weitere 150 Vögel waren bereits tot, als die Polizeibeamten am Ort der Fallenstellerei eintrafen.
Als Ergebnis der Polizeieinsätze wurde Akas eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 30.000 Euro verhängt. Trikkis wurde mit dem gleichen Betrag belegt. Es ist das erste Mal in der Geschichte unserer Vogelschutzcamps auf Zypern, dass die großen Fallensteller mit derart hohen Geldstrafen konfrontiert wurden.
Gesamtergebnisse des CABS & SPA Herbst-Vogelschutzcamps 2025 in Zypern vom 10. September bis 10. Oktober:
Vogelwilderer
Vogeljäger
Wir hoffen aufrichtig, dass die zyprische Polizei solche konsequenten Operationen gegen große Fallensteller bis zum Ende der Herbstzugzeit der Vögel und der entsprechenden Fallensaison fortsetzen wird. Nur so kann der professionellen Vogelwilderei Einhalt geboten werden, die mit illegal getöteten Singvögeln viel Geld verdient.
Aus Fangnetz herausgeschnittener Wendehals © Komitee gegen den Vogelmord
Mönchsgrasmücken-Männchen aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord

Staatlicher Wildhüter mit konfiszierten Singvogelopfern © Komitee gegen den Vogelmord
1. Zypern-Herbst-Vogelschutzcamp-Report
Diesen Herbst-Vogelschutzcamp-Einsatz wird der größte professionelle zypriotische Vogelwilderer, wir nennen ihn Mr. A., sein Leben lang nicht mehr vergessen! Tagelang demonstrierten Vogelschützer-Teams vor seinem riesigen Vogelfang-Grundstück mit Plakaten und Life-Video-Übertagungen in die sozialen Netzwerke, und anders als in früheren Jahren zeigte endlich auch die Polizei bei A. Flagge und konfiszierte auf seinem Grundstück 2 riesige Vogelfangnetze. Derart inflagranti beim verbotenen Vogelfang erwischt, fing sich Mr. A. zugleich auch eine saftige Anzeige ein.
Medienwirksame Unterstützung erhielten unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer bei diesem «STOP dem Vogelmord»-Protesteinsatz von dem in England bestens bekannten BBC-Reporter und aktiven Vogelschützer Chris Packham, der über BBC «live» nach England berichtete und selber Hand bei dem Abbau von illegalen Leimruten und Fangnetzen anlegte. Sein Bericht ist unter dem am Ende dieses Reports stehenden Link zu sehen.
Neben diesen «Spezial-Vogelschutz-Operationen» sind auch die weiteren Vogelschutzcamp-Ergebnisse beachtenswert. Neben Mr. A. konnte ein Vogelschützer-Team einen weiteren großen professionell agierenden Vogelwilderer erwischen. Der hatte auf seinem Grundstück insgesamt 270 Leimruten mitsamt elektronischem Vogelstimmen-Lockgerät aufgebaut und so täglich illegal bis zu 100 Singvögel gefangen.
Ergebnisse des Zypern-Herbst-Vogelschutzcamps (2 Wochen September 2025)
Vogelwilderer
Mönchsgrasmücken-Männchen gefangen an einer Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Busch mit 15 aufgebauten verbotenen Leimruten © Komitee gegen den Vogelmord

Fressfreudige Ziegenböcke bei Biotoppflege-Arbeiten © M. Peifer
Die Vorarbeiten waren lang und teils sehr schwierig, doch an den „Schimmels Teichen“ bei Limbach-Oberfrohna in Sachsen ist nun ein Meilenstein erreicht …
Nachdem rund anderthalb Kilometer robuster stromführender Weidezaun fertig gestellt wurden, konnten zusätzlich zu den drei hungrigen Ziegenböcken jetzt auch noch zwei Wasserbüffel in unserem einzigartigen Biotop mit neun ehemaligen Fischzucht-Teichen einziehen. Und mit einem Schottischen Hochlandrind kommt demnächst weitere Biotoppflege-Verstärkung!
Diese Tiere sorgen nun mit ihrem nahezu grenzenlosen Appetit nicht nur dafür, dass Brombeeren, Sträucher oder der invasive japanische Knöterich auf den Teichdämmen zurückgedrängt werden, sondern reduzieren in den Teichen auch die überstarken Rohrkolben-Bestände. Die profitieren noch immer von dem mit Fisch-Kot stark überdüngten Schlamm am Grund der Teiche.
Nur durch die Reduktion der Biomasse an und in den Teichen werden sich die Gewässer und Teichdämme vielseitig entwickeln und nach dem Ende der intensiven Fischzucht vor vier Jahren nun zu artenreichen Biotopen werden.
Nicht nur der Bau des Weidezauns war eine Herausforderung auf dem rund 12 Hektar großen Teichgebiet, das seit 2023 im Eigentum unserer Stiftung ist. Die aufwendige Sanierung der Teichabläufe, Reparaturen an den Bach-Zuläufen und auch die schonende Schilf-Mahd in einem zugewachsenen Teich erforderten viel Arbeit und kosteten auch eine erkleckliche Summe Spendengeld. Weitere Biotoparbeiten stehen im kommenden Winterhalbjahr 25/26 an.
Die Anwesenheit der teils halbwilden Weidetiere und der robuste, stromführende Zaun wird auch dafür sorgen, dass nach Jahren unerlaubtem Betretens und der Freizeit-Nutzung unseres Grundstückseigentums endlich wieder Ruhe und Ungestörtheit in das ökologisch sensible Teichgebiet einzieht.
Ab sofort geht es hier nicht mehr um menschliche Nutzungs-Aktivitäten, sondern um Lebensraumschutz für bedrohte Vogelarten wie Rohrweihe, Blaukehlen und Teichrohrsänger und bedrohte Amphibien wie Knoblauchkröte und Teichmolch.
Naturschützer aus der Region um Limbach-Oberfrohna, darunter namhafte Ornithologen, sind schon jetzt begeistert von unserem Teich-Projekt, das in den nächsten Jahren sicherlich viel Positives für unsere vielerorts bedrohte Artenvielfalt bringen wird!
Junge Wasserbüffel sind keine Kostverächter © M. Peifer
Wasserbüffel genießen die kühlenden Teiche & die Deckung © M. Peifer
Samenstände der invasiven Amaranth-Pflanze © SPA_IT
Nach umfangreichen Biotop-Sanierungsarbeiten für unser Zugvogelschutzgebiet Pantani Cuba & Longarini sind jetzt zunehmend Biotop-Pflegearbeiten angesagt
So wie die Natur in Deutschland mit invasiven Wildpflanzen wie Sibirischem Bärenklau, kanadischer Goldrute und Japanischem Knöterich und Wildtieren wie Waschbär, Marderhund und Asiatischer Hornisse konfrontiert ist, die bei uns keine natürlichen Feinde haben, besiedeln zunehmend invasive Wildtiere und Pflanzen aus dem afrikanischen und südamerikanischen Raum die Mittelmeerländer.
Diese Entwicklung in unserem Pantani Cuba & Longarini Zugvogelschutzgebiet aufzuhalten, einzuschränken oder idealerweise zu beenden ist uns bisher seit 2013 recht gut gelungen. Seit den extrem trockenen Jahren 2023 – 2024 hat die außerordentlich wuchs- und reproduktionsfreudige invasive Pflanze Amaranth aus Mittelamerika begonnen, Randbereiche des Schilfgürtels in unserem Schutzgebiet in Pantano Cuba und Longarini zu besiedeln und bildet dort teils schon dominante Vorkommen.
Einmal mehr verdanken wir es dem ausdauernden Einsatz der Mitglieder der lokalen Naturschutzgruppe „Pirati della Marza” (Piraten der Marza), die schon seit Jahren mit hunderten Stunden ehrenamtlichem Engagement hilft, unser Pantani-Schutzgebiet zu einem Paradies für die Mittelmeer-Flora und -Fauna zu machen.
Im Juli hat sich - unbeschadet der hohen Temperaturen - eine Gruppe treuer Pirati-Freiwilliger in unserem Pantani Schutzgebiet für die Zurückdrängung des Amaranth, eine der ältesten Nutzpflanzen Süd- und Mittelamerikas, engagiert. Bevor sich hunderte reife Ähren mit Millionen von Samen aussähen konnten, wurden die Amaranth-Pflanzen einzeln von Hand an der Basis abgeschnitten, ihre Ähren gesammelt und in Plastiksäcken verstaut, um kompostiert zu werden.
Durch die gezielte Sammlung der Ähren konnte diese invasive Pflanzenart aus den Schilf- und Wiesen-Lebensräumen unseres Schutzgebiets entfernt werden. Die „Samenstand-Ernte“ füllte immerhin 12 Säcke mit jeweils 100 Litern Füllvolumen.
Pirati-Ehrenamtliche bei der Amaranth-Samensammelaktion © SPA_IT
Nach getaner Biotop-Pflege noch nimmer Energie für ein Lächeln © SPA_IT

Bei Einweihung Besichtigung des Artenschutzturms Winningen © SPA
Einweihung unseres 38. Artenschutzturms, diesmal im Salzlandkreis, Sachsen-Anhalt
Unter den wachsamen Augen der ersten schon eingezogenen Gebäudebewohner Star, Kohl- und Blaumeise konnten wir unseren inzwischen schon 38. Artenschutzturm am 24. Juni 2025 mit einer kleinen Feier in Aschersleben OT Winningen einweihen. Am Bau beteiligte Handwerker, der Ortsteil-Bürgermeister und auch der Oberbürgermeister von Aschersleben freuten sich mit den zahlreichen Kindern der nahegelegenen Kindertagesstätte Winningen über „ihren neuen Artenschutzturm“. Die Kinder präsentierten vor Ort voller Stolz ihr großes Banner mit selbstgemalten Bildern der künftig zu erwartenden tierischen Turmbewohner.
Die idyllisch gelegene Trafostation versorgte mehr als 100 Jahre lang den kleinen Ort Winningen mit Strom, bevor diese 2023 stillgelegt wurde. Bei einem unserer regelmäßigen Arbeits-Einsätze in unserem nahegelegenen Schutzgebiet „Seeländereien bei Frose“ entdeckt, kamen wir nach Gesprächen mit dem regionalen Energieversorger und der Stadt Aschersleben im April 2024 sehr schnell überein, das denkmalgeschützte Industriedenkmal in unser Eigentum zu übernehmen und zu einem standortangepassten Artenschutzturm umzubauen.
So wurde im Herbst 2024 mit den Umbauarbeiten zum Artenschutzturm begonnen, die nach einer winterlichen Baupause rechtzeitig zur Brutsaison 2025 abgeschlossen werden konnten. Damit dient die alte Trafo-Turmstation heute als Artenschutzturm in Winningen einem neuen sinnstiftenden und auch beispielgebenden Zweck und bietet mit ihren mehr als 40 Nistplätzen, Bruthöhlen und Versteckplätzen für Schleiereule, Dohle, Mauersegler, Mehlschwalbe, Star, Feld- und Haussperling, Bachstelze und mehrere Fledermausarten ein zukunftssicheres Dach über deren Köpfen.
Wir hoffen, dass sich die Begeisterung der Kinder in Winningen für ihren neuen Artenschutzturm auch auf ihre Eltern überträgt, den Gebäude bewohnenden Wildtierarten am eigenen Haus und im eigenen Garten geeigneten Wohn- und Lebensraum zu schaffen. Dafür braucht es nicht viel!
Die Umbaukosten zum neuen Artenschutzturm Winningen in Höhe von knapp 30.000 Euro finanzierte unsere Stiftung Pro Artenvielfalt aus privaten zweckgebundenen Spendengeldern
Kindergarten-Kinder aus Winningen präsentieren ihr Artenschutzturm-Wandplakat © SPA
Winninger Kindergarten-Künstler bei ihrer Wandplakat-Präsentation © SPA

Rosaflamingo-Brutkolonien in unserer Lagune Pantno Longarini © SPA_IT
Anders als dieses Frühjahr bot das extrem trockene Jahr 2024 auf Sizilien der am Boden brütenden Vogelwelt der Feuchtgebiete und Lagunen kaum eine Chance für eine erfolgreiche Brut und Jungenaufzucht.
Bis zu 50 Schulkinder nutzten in der Gluthitze des Sommers 2024 bei bis zu +45° C die Chance, in mehreren ehrenamtlichen Biotoppflege-Einsätzen unermüdlich die von uns in der Lagune Pantano Longarini angelegten Vogel-Brutinseln von der aufgekommenen Vegetation zu befreien und damit den am Boden brütenden Vogelarten wie Rosaflamingo, Triel, Stelzenläufer, Zwergseeschwalbe und der erstmals im Lagunen-Gebiet brütenden Rotflügel-Brachschwalbe für dieses Jahr perfekte Brutbiotop-Bedingungen zu schaffen.
Die nutzen zu unser aller großen Freude dieses Frühjahr 7 teils selten gewordene Vogelarten, darunter solche, die nur in Kolonien brüten wie z. B. die Rosaflamingos und Zwergseeschwalben!
Wir werden den Schulkindern in den nächsten Wochen das für die bodenbrütende Vogelwelt perfekte Ergebnis ihrer letztjährigen hochsommerlichen Schufterei schon dieses Frühjahr zeigen können und ihnen damit ein persönliches Natur-Erfolgserlebnis bieten.
August 2024 - Schulkinder entfernen Vegetation auf den Brutinseln © SPA_IT
Mai 2025 - Vogelbrutpaare auf Inseln in der Lagune Pantano Longarini © SPA_IT

Vogeljagd-Ansitz auf Insel Zakynthos © Komitee gegen den Vogelmord
Zakynthos (Ionische Inseln / Griechenland) Frühjahrs-Vogelschutzcamp-Report
Das 3. Jahr unseres gemeinsam mit dem Komitee gegen den Vogelmord durchgeführten Frühjahrs-Vogelschutzcamps auf der Insel Zakynthos (Griechenland) wird für die dort im Einsatz gewesenen Vogelschützerinnen und Vogelschützer zugleich auch als das schmerzhafteste in Erinnerung bleiben.
Wie schon in den beiden Vorjahren waren unsere Aktiven aus eigener Erfahrung sehr wohl auf Beschimpfungen und aggressive Anfeindungen durch aufgebrachte Jäger gefasst, doch ein tätlicher Angriff von bis zu 15 teils maskierten Jägern war dann doch eine neue und nicht gerade herbeigesehnte teils blutige Erfahrung. So mussten dreu unserer Vogelschützer zwecks ärztlicher Behandlung ihrer Blessuren das Krankenhaus auf Zakynthos besuchen, konnten dieses aber am Abend wieder verlassen.
Während des tätlichen Angriffs durch Jäger konnten unsere Vogelschützer mit ihren Bodycams Video-Beweismaterial anfertigen, was trotz Flucht der Jäger vom Überfall-Tatort zur Festnahme und vorübergehender dreitägiger Haft von vier Jägern wegen Körperverletzung sowie Zerstörung und Diebstahl von Ausrüstungsgegenständen führte. Nach der ersten gerichtlichen Anhörung musste jeder der vier Jäger 3.000 Euro Kaution hinterlegen und darf die Insel bis zum zweiten Gerichtstermin in ca. sechs Monaten nicht verlassen!
Neben Unerfreulichem war erfreulich, dass sich die Nachricht von diesem Zwischenfall und den Konsequenzen für die beteiligten Jäger wie ein Lauffeuer über die Insel ausbreitete und damit vielen Jägern die illegale und kriminelle Vogeljagd zumindest für dieses Frühjahr gründlich verleidete.
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Ergebnisse des Zakynthos-Frühjahrs-Vogelschutzcamps (18.04. – 02.05.2025)
Auch wenn die Illegale Vogeljagd auf Zakynthos dieses Jahr dank unseres
dritten Vogelschutzcamp-Einsatzes einen spür- und messbaren Dämpfer erfahren hat, ist dort in den nächsten Jahren für unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer noch viel couragierte Zugvogelrettungs- und Schutzarbeit zu leisten. Dies gilt ganz besonders für eine Schwerpunktregion der illegalen Frühjahrs-Zugvogeljagd auf Zakynthos,
die Halbinsel Keri!
Illegal geschossener streng geschützter Bienenfresser © Komitee gegen den Vogelmord
Insel Zakynthos - Blick auf das Ionische Meer © Komitee gegen den Vogelmord

Mönchsgrasmückenweibchen gefangen an Leimrute in einem Maulbeerbaum © Komitee gegen den Vogelmord
1. Zypern-Frühjahrs-Vogelschutzcamp-Report
Anders als in den vergangenen 2 Frühjahren erfüllten sich dieses Frühjahr 2025 unsere Hoffnungen auf anhaltend geringe illegale Zugvogelfangaktivitäten auf Zypern nicht ganz. An mehreren aktiven Zugvogel-Fangplätzen herrschte emsiges illegales Treiben. Da wurden erstmals seit vielen Frühjahren wieder verbotene Fangnetze aufgebaut und zur Maximierung der Vogelfangzahlen auch elektronische Vogelstimmenlockanlagen eingesetzt. Dies nicht nur am Tag, sondern auch in den frühen Morgenstunden noch vor Sonnenaufgang!
Doch auch die kleinen Vogelfänger waren nicht ganz untätig, und so mussten unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer an mehreren Fanglätzen in beerentragenden Büschen und Bäumen verbotene Leimruten abbauen oder staatliche Wildhüter um Amtshilfe bitten.
Erfreulich war, dass die Vogelwilderer an den 3 aktivsten Vogelfangplätzen inflagranti erwischt und angezeigt werden konnten.
Ergebnisse des Zypern-Frühjahrs-Vogelschutzcamps (18.03. – 11.04.2025):
Vogelwilderer
Mönchsgasmückenweibchen wird von Leimrute befreit © Komitee gegen den Vogelmord
Klappergrasmücke gefangen an Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Wildblumen Malve, Mohn und gelbe Margerite an Bruchsteinmauer nahe Modica © SPA
Ziel unseres Wiederbegrünungsprojekt ist es, auf den von unserer Stiftung zur Erweiterung unseres Pantani Zugvogelschutzgebiets gekauften Ackerflächen nördlich unserer Lagune Pantano Longarini neue Wildblumenwiesen-Biotope anzulegen
Trotz aller Bemühungen ist es uns in den letzten Jahren nicht gelungen, auf Sizilien geeignetes zertifiziertes Wildblumen-Saatgut zu kaufen, um damit die vormals intensiv genutzten Ackerflächen nördlich unserer Lagune Pantano Longarini in dauerhafte artenreiche Wildblumenwiesen umzuwandeln.
Die Zeit dafür ist jetzt reif, nachdem wir dort seit 2023 mehr als 12 Hektar Ackerflächen gekauft und nach intensiven Müllentsorgungsarbeiten mehrmals gepflügt und mit französischen Süßklee zur Bodengesundung begrünt hatten.
Kaum war bei unseren Bird Guards vor Ort die Idee geboren, in der Region zwischen Ispica und Granelli an der Südostküste Sizilien an geeigneten Plätzen Wildblumensamen zu sammeln, fanden sich bei der uns schon seit Jahren außerordentlich hilfreich zur Seite stehenden lokalen Umweltschutz-Gruppe "Pirati della Marza" aus Ispica (Provinz Ragusa) zahlreiche Mitglieder für Wildblumensamen-Sammelaktionen.
Bewundernswert, mit welch großer Motivation und Ausdauer Frauen und Männer der Pirati-Umweltschutzgruppe die nicht gerade Rücken- und Knie-schonende Wildblumensamen-Sammelarbeit absolvierten. Dafür wurden nicht nur die Blumenwiesen unseres Pantani-Zugvogelschutzgebiets abgesucht, sondern auch Brachflächen entlang von Landstraßen und Feldwegen und an Oliven- und Mandelbaumgärten.
Das stolze Ergebnis der Samen-Sammelaktion kann sich sehen lassen und wird uns erlauben, mehr als 7 Hektar
(70.000 m²) Hangflächen mit genetisch standortgerechtem Wildblumensamen einzusäen. Dies zum Wohle der mediterranen Insekten- und Vogelwelt und auch Zugvögeln wie Bluthänfling, Stieglitz, Feldlerche und Haubenlerche, denen wir damit ein arten- und nahrungsreiches Wiesenbiotop erster Güte schaffen können.
SPA Pantani Re-Flowering-Projekt-Poster © SPA_IT_PG
Mitglieder der Pirati-Naturschutzgruppe sammeln Wildblumensamen © SPA_IT

Silberreiher (re) und Graureiher (li) in den Seeländereien © U. Nielitz
Der Salzlandkreis, östlich des Harzes in Sachsen-Anhalt gelegen, ist nicht gerade bekannt für seinen Wasserreichtum und seine ergiebigen Niederschläge und so bedeuten die ca. 75 ha Fläche umfassenden Seeländereien bei Frose ein wahres Paradies für die Vogelwelt der Feuchtgebiete, Binnengewässer und Röhrichte
Neu entstanden und noch immer weiter im Entstehen sind die vielen von Röhricht umstandenen Flachgewässer nach der Beendigung der Nutzung der naheliegen Braunkohle-Tagebaue und dem Abschalten der Tagebau-Pumpen nach der Wiedervereinigung Deutschlands. In dieser heute intensiv genutzten Agrarlandschaft hat dieses relativ kleine Feuchtgebiet eine magische Anziehungskraft auf Zugvögel der Meeresküsten von Nord- und Ostsee auf ihrem Vogelzug nach Süden und zurück in die Brutgebiete, auf Wasservögel der Binnen- und Flachgewässer, Vogelarten der Feuchtwiesen und auf Singvögel der Röhrichte.
Sie alle profitieren von unseren hier nun schon mehr als 12 Jahre andauernden Flächenkäufen und unseren Anstrengungen für die Unterschutzstellung und Ausweisung als Naturschutzgebiet. Und das, so hoffen wir, wird nun endlich im Jahr 2025 erfreuliche Realität.
Blick nach Osten über die Seeländereien bei Frose © SPA
Blick nach Süden über die Seeländereien bei Frose © SPA
Provence-Grasmücke in der Macchia nahe unserer Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Nach der nahezu 12 Monate andauernden Trockenheit auf Sizilien ist die Vielfalt der jetzt wieder in unserem Pantani-Zugvogelschutzgebiet rastenden und Nahrung suchenden Vogelarten atemberaubend.
So schnell, wie sich unsere Lagunen und die ufernahen Feuchtwiesen dank der Starkniederschläge im Januar 2025 wieder mit Wasser gefüllt haben, so erstaunlich schnell waren auch die Zugvogelarten der nord- und mitteleuropäischen Meeresküsten, der Gewässer und der Feuchtwiesen wieder zurück!
Und was Mitte Januar noch Utopie war, ist seit Anfang Februar erfreuliche Gewissheit: die Lagune Pantano Longarini hat mit großem Wasserdruck die flache Sanddüne am Strand durchbrochen und sich eine Verbindung zum nur 100 m entfernten Mittemeer geschaffen. Damit können nun Seefische, Krabben und Kleinkrebse in die Lagune schwimmen und dort das Nahrungsangebot für Wasser-, Wat- und Greifvögel wesentlich verbessern.
Zugleich konnten unsere Bird Guards in unserem Schutzgebiet 2 neue Vogelarten dokumentieren. Mit leicht getrübter Freude wurden die ersten „heiligen Ibisse“ beobachtet, eine invasive Vogelart, die - aus privater Volieren-Haltung entwischt - inzwischen die Po-Ebene in Nord-Italien besiedelt haben und nun erstmals auch auf Sizilien beobachtet wurden.
Umso ungetrübter ist die Freude über die Beobachtung einer Provence-Grasmücke in unseren küstennahen Pantani-Zwergstrauchflächen (Macchia). Diese mediterrane Singvogelart ist extrem selten geworden und kommt nur noch in den Bergregionen und der felsigen Hügellandschaft Siziliens vor.
Mit den beiden Vogel-Neubeobachtungen sind wir nun bei 254 im Pantani-Schutzgebiet dokumentierten Vogelarten!
Provence-Grasmücke in Ufer-Macchia unserer Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Mündungsöffnung der Lagune Pantano Longarini zum Mittelmeer © SPA_IT
Kiebitze überfliegen die Lagune Pantano Cuba © SPA_IT
Sporadisches sommerliches Austrocken der Lagunen Pantani Cuba & Pantano ist eine natürliche Dynamik, neu aber war das monatelange Austrocknen, das aktuell mit mehr als 150 l Niederschlag pro m² in nur 5 Tagen endlich sein Ende gefunden hat …
Das sporadische Austrocknen ist für die Süßwasser-Lagunen und Feuchtwiesen und ganz besonders auch für die zukünftige Wasserqualität von entscheidender Bedeutung, verlieren doch schädliche Keime, Bakterien und nicht heimische eingeschleppte Tierarten ihre Existenzgrundlagen und damit ihre negativen Wirkungen auf die vielfältige Zugvogelwelt.
Und so schnell, wie sich unsere Lagunen und die ufernahen Feuchtwiesen dank der Starkniederschläge wieder mit Wasser gefüllt haben, so erstaunlich schnell waren auch die Zugvogelarten der nord- und mitteleuropäischen Meeresküsten, der Gewässer und der Feuchtwiesen wieder zurück! Endlich, können wir sagen, denn unsere Bird Guards und auch wir zeigten schon Entzugserscheinungen ob der abwesenden Zugvogelwelt und Artenvielfalt.
Wenn bis zum Frühjahr 2025 weitere Niederschläge fallen, wird sich die Mündung der Lagune Pantano Longarini zum Mittelmeer hin öffnen können
und Seefischen, Krabben und Kleinkrebsen das Einschwimmen in die Lagune ermöglichen. Damit wächst das Nahrungsangebot für Wasser-, Wat- und Greifvögel und schafft zugleich auch neues aquatisches Leben!
Brandgänse überfliegen Pantano Longarini © SPA_IT
Mündungsgebiet der Lagune Pantano Longarini zum Mittelmeer-Strand © SPA_IT

Goldammer im verschneiten Hirschgrund bei Oberlungwitz © M. Pfeifer
Unsere von Herzen kommenden guten Weihnachts- und Neujahrswünsche verbunden mit einem herzlichen Dankeschön gelten all den Menschen, die unserer Stiftungsarbeit zum Wohle der Natur und ihrer wunderbaren Artenvielfalt auch in diesem zu Ende gehenden Jahr 2024 so engagiert und hilfreich zur Seite gestanden haben
Manch sorgenmachenden wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland und der Welt zum Trotz war unser 22. Jahr im Einsatz für den Artenschutz für unsere Natur- und Artenschutzprojektarbeit ein gutes und erfolgreiches Jahr zum Wohle der Artenvielfalt von Flora und Fauna.
Und wie schon in den vergangenen 21 Jahren konnten wir auch im Jahr 2024 unsere satzungsgemäße Projektarbeit nur dank der anhaltenden Spendenunterstützung vieler treuer und auch neuer Spenderinnen und Förderer verwirklichen. Dafür noch einmal unser tiefempfundener Dank.
Auch den Pächtern unserer stiftungseigenen Naturschutzflächen sagen wir von Herzen Dank dafür, dass sie unsere artenschützenden Flächennutzungsvorgaben zum Wohle und der Stärkung unserer Biotopflächen und der dort vorkommenden Vielfalt an Wildtierarten mit großer Kompetenz und leidenschaftlicher Überzeugung erfüllen.
Wir gehen gut vorbereitet und voller Optimismus in unser 23. Jahr im Einsatz für den Artenschutz. In dem werden wir unsere bestehenden Natur- und Artenschutzprojekte mit viel Passion vorantreiben und weiterentwickeln und freuen uns ganz besonders darauf, gemeinsam mit Ihnen auch die vor uns liegenden Herausforderungen neuer Natur- und Artenschutz-Landkaufprojekte in Deutschland und Italien erfolgreich zu bewältigen.
Danke für Ihre Treue und Ihre anhaltende Förder-Unterstützung.
Winterlandschaft mit Kopfweiden im Bielefelder Ortsteil Sieker © SPA
Highland Cattle-Herde im verschneiten Hirschgrund © M. Pfeifer

Singdrossel gefangen an einer verbotenen Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Republik Zypern: 5. Report vom Herbst-Vogelschutzcamp
Zunehmend aktiv wurden auf Zypern seit Ende Oktober illegal agierende Vogeljäger, die ihre Jagd auf die dort rastenden Singdrosseln und Feldlerchen mit massiver Unterstützung verbotener elektronischer Vogelstimmen-Lockgeräte rücksichtlos optimierten. Die derart optimierte hohe Zugvogel-Jagdstrecke verleitet noch immer viele Vogeljäger trotz hoher drohender Bußgelder zu dieser illegalen Jagdpraktik.
Mit der operativen Konzentration der nächtlichen Zugvogelrettungseinsätze unserer Vogelschützerinnen und Vogelschützer auf die aktiv genutzten Jagdplätze stieg die Zahl der inflagranti erwischten und angezeigten Vogeljäger kontinuierlich.
Allein in den letzten 2 November-Wochen des Vogelschutzcamp-Einsatzes wurden 2 Vogelwilderer beim Leimruten-Vogelfang und 10 Vogeljäger bei der mit Vogelstimmen-Lockanlagen illegal unterstützten Vogeljagd erwischt und angezeigt.
14 Vogelschützende aus 6 europäischen Ländern bewiesen einmal mehr in nahezu 12 Einsatzwochen bemerkenswertes Stehvermögen, große Zivilcourage und Passion im Kampf gegen den elenden Zugvogelmord.
Wichtigstes Ergebnis der Vogelschutzcamp-Arbeit sind die hohe Zahl von Anzeigen gegen inflagranti erwischte Vogelfänger und Vogeljäger. Hohe Bußgeldbescheide erzielen nachweislich eine nachhaltige Wirkung auf weitere aktive Vogelwilderer und Vogeljäger in der Region, bewegen sich doch die Bußgelder in einer Größenordnung von 600,00 Euro bis 8.000,00 Euro!
Ergebnisse Zypern-Herbst-Vogelschutzcamp 09.09.2024. – 28.11.2024
(Vorjahres-Ergebnisse 2023 in Klammern)
Vogelwilderer
Von professionellen Vogelwilderern aufgebaute Netzfanganlage © Komitee gegen den Vogelmord
Mönchsgrasmücken-Männchen wird aus illegalem Fangnetz befreit © Committee Against Bird Slaughter (CABS)

Rotkehlchen gefangen an einer Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Republik Zypern: 4. Report vom Herbst-Vogelschutzcamp
Nicht unerwartet, erlebten unsere Vogelschutz-Aktiven diesen Herbst auch in der 4. und 5. Vogelschutzcamp-Einsatzwoche überaus aktive Vogelwilderer und stark zunehmend auch illegal agierende Vogeljäger. Mit dem Weiterflug der Mönchsgrasmücken von Zypern Richtung Süden seit Ende Oktober lässt die Zugvogelwilderei mit illegalen Leimruten und Fangnetzen allmählich nach. Hartgesottene Vogelwilderer schalten aber mit Unterstützung illegaler elektronischer Vogelstimmen-Lockanlagen auf den Fang von Singdrosseln, Rotkehlchen und Schwarzkehlchen um.
Zunehmend aktiv werden seit Ende Oktober auch illegal jagende Vogeljäger, die ihren Jagdtrieb auf die nun eintreffenden Singdrosseln und Feldlerchen mit Unterstützung verbotener Vogelstimmen-Lockgeräte rücksichtlos optimieren. Mit dem Einsatz von verbotenen Lockanlagen werden an den Vogeljagdplätzen bis zu 10 x mehr Drosseln geschossen.
Erfreulicherweise stieg mit der Konzentration der nächtlichen Vogelrettungseinsätze unserer Vogelschützerinnen und Vogelschützer auf die Jagdplätze auch die Zahl der inflagranti erwischten und angezeigten Vogeljäger.
Allein seit Ende Oktober wurden 9 Vogelwilderer und 7 Vogeljäger erwischt und angezeigt. Ein Vogeljäger schoss direkt hinter seinem Haus auf Singdrosseln und Lerchen, was ihm - inflagranti erwischt von unseren Vogelschützenden - eine saftige Strafe einbringen wird, da die Jagd im Siedlungsbereich streng verboten ist. Ob der aus dem drohenden Bußgeld klug wird, wird sich im nächsten Jahr zeigen müssen.
Ergebnisse Zypern-Herbst-Vogelschutzcamp 09.09.2024. – 11.11.2024 (9 Wochen)
Vogelwilderer
An Leimrute gefangenes Mönchsgrasmücken-Weibchen © Komitee gegen den Vogelmord
Mönchsgrasmücken-Männchen wird aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord

Vogelschützer befreit ein Grasmücken-Weibchen von einer Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Republik Zypern: 2. Report vom Herbst-Vogelschutzcamp
Wie von uns erwartet, beobachten unsere Vogelschutz-Aktiven diesen Herbst auch in der 2. und 3.Vogelschutzcamp-Woche sehr aktive Vogelwilderer und Vogeljäger. Nach der weitestgehenden Vogelwilderer- und Vogeljäger-Abstinenz während des Frühjahrs-Vogelzugs auf Zypern sind es, wie erwartet, die «Großen» im Vogelmordgeschäft, die den schon jetzt sehr starken Einflug von Zugvögeln nach Zypern nutzen, ihre Profite aus diesem blutigen Geschäft zu maximieren.
Die Gier auf steuerfreien Profit ist bei manch einem Vogelwilderer und Vogeljäger derart groß, dass wir aktuell auch wieder Vogelwilderer erwischen, die wir schon vor Jahren erwischt und angezeigt hatten und die mit hohen Bußgeldbescheiden konfrontiert waren.
Scheinbar muss deren Bußgeldschaden noch größer ausfallen, bevor sie klug werden!
Ergebnisse Zypern-Herbst-Vogelschutzcamp 09.09.2024 – 28.09.2024 (3 Wochen)
(Ergebnisse Herbst-Vogelschutzcamp 03.09. – 02.10.2023 (4 Wochen))
Vogelwilderer
Blutige Singvogelbeute eines erwischten Vogelwilderers © Komitee gegen den Vogelmord
Abbau einer großen illegalen Zugvogel-Netzfanganlage © Komitee gegen den Vogelmord
Ortolan in illegalem Fangnetz © Komitee gegen den Vogelmord
Republik Zypern: 1. Report vom Herbst-Vogelschutzcamp
Wie von uns erwartet, erleben unsere Vogelschutz-Aktiven diesen Herbst leider sehr viel aktivere Vogelwilderer und Vogeljäger. Nach der Vogelwilderer- und Vogeljäger-Abstinenz während des Frühjahrs-Vogelzugs auf Zypern setzen insbesondere die «Großen» im Vogelmordgeschäft auf einen vogelreichen Herbst, der ihnen die längst eingeplanten steuerfreien Profite aus diesem blutigen Geschäft bringen soll.
Schon in den ersten Einsatztagen wurden unsere Vogelschutz-Aktiven fündig und konnten neben mehreren kleinen Vogelfangplätzen auch einen großen professionell betriebenen Vogelfangplatz mit 7 aufgespannten illegalen Netzen und 2 verbotenen elektronischen Vogelstimmen-Lockanlagen entdecken. Leider gelang es uns trotz viel Zeiteinsatz nicht, den oder die Vogelwilderer inflagranti am Fangplatz zu erwischen.
Immerhin konnten 67 Singvögel, teils seltene Zugvogelarten, lebend und leidlich unversehrt aus den Fangnetzen befreit werden. Darunter waren Ortolan, Fitis, Gartengrasmücke, Steinschmätzer, Grauschnäpper und sogar ein Maskenwürger.
Ergebnisse des Zypern-Herbst-Vogelschutzcamps (09.09.2024 – 14.09.2024):
Vogelwilderer
Fitis-Laubsänger gefangen an verbotener Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Von professionellen Vogelwilderern aufgebaute Netzfanganlage © Komitee gegen den Voeglmord

Nachdem der SWR in seiner TV-Film-Sendereihe „Traumziele“ (90 min) am Sonntag, 15.09.2024 ab 20:15 Uhr den Film „Sizilien - Italiens Sonneninsel im Mittelmeer“ inkl. unserer Natur- und Artenschutzprojekte auf Sizilien ausgestrahlt hat, nachstehend für alle, die die Sendung verpasst haben oder nicht sehen konnten, der Link zur Mediathek des SWR:
Sizilien - Pantani Zugvogelschutzgebiet TV-Film Dreharbeiten bei großer Hitze © SPA
Sizilien - Rosaflamingos begeistern das TV-Film Kamera-Team © SPA_IT_PG

Sizilien - TV-Film Dreharbeiten in unserem Pantani-Zugvogelschutzgebiet © SPA
Nach ARTE wird nun auch der SWR im Rahmen seiner Sendereihe „Traumziele“ in einem 90-minütigen TV-Filmbeitrag „Sizilien - Italiens Sonneninsel im Mittelmeer“ u. a. auch über unsere beiden engagierten Zugvogelschutz- und Wildtierrettungs-Projekte auf Sizilien berichten
Der SWR wird in seiner TV-Film-Sendereihe „Traumziele“ (90 min) am Sonntag, den 15.09.2024 ab 20:15 Uhr den Film „Sizilien - Italiens Sonneninsel im Mittelmeer“ ausstrahlen, in dem u. a. auch über unsere 2 Zugvogel- und Wildtierschutzprojekte auf Sizilien, das "Zugvogelschutzgebiet Pantani Cuba & Longarini" an der Südostküste und die "Messina Wildtier-Rettungsstation" an der Straße von Messina, ausführlich berichtet wird.
Reinschauen lohnt sich auf jeden Fall.
Sizilien - Pantani Zugvogelschutzgebiet: TV-Film Dreharbeiten bei großer Hitze © SPA
Sizilien - Rosaflamingos begeistern das TV-Film Kamera-Team © SPA_IT_PG
Ehrenamtlicher Biotoppflege-Einsatz zum Entfernen der Vegetation auf Vogelinseln © SPA_IT
Wirkungsvolle Biotop-Pflegearbeiten von ehrenamtlich arbeitenden Frauen und Männern für bodenbrütende Vogelarten bei heißen mediterranen Temperaturen
Wir danken den regionalen Strukturen der italienischen gemeinnützigen Organisationen „Legambiente Sikelion – Ispica“ und "Libera - Coordinamento Ragusa", für deren Empfehlung und Koordination eines für den Artenschutz bodenbrütender Vogelarten immens wichtigen und wertvollen Biotoppflege-Einsatzes auf den von uns im Jahr 2023 neu angelegten Inseln in unserer aktuell trockengefallenen Lagune Pantano Longarini.
Während in Deutschland Wetterstationen und Medien die dreitägige hochsommerliche Hitze von bis zu + 35° C im Schatten der letzten Tage als gefährlich und ziemlich unerträglich einordneten, arbeiteten 26 Frauen und Männer aus ganz Italien ehrenamtlich bei + 40 °C in der prallen Sonne engagiert und mit sehr viel Motivation in der schweißtreibenden Biotoppflege zum Wohle bodenbrütender Vogelarten wie Zwergseeschwalbe, Flussregenpfeifer, Seeregenpfeifer und Triel.
Ziel der Biotoppflegearbeiten war die systematische Entfernung der dicht aufgewachsenen Bodenvegetation auf den von uns im Jahr 2023 neu angelegten Vogelinseln. Insbesondere die in Kolonien am Boden brütenden Vogelarten bevorzugen weitgehend vegetationsfreie Sand- und Geröllflächen, die ihnen eine freie Sicht in die Bodennest-Umgebung bieten und damit eine frühzeitige Entdeckung potenzieller Fressfeinde.
Unter der fachkundigen Anleitung unserer sizilianischen Bird Guards (Vogelwächter) benötigten die "Ehrenamtler" trotz Gluthitze nur knapp 3 Stunden, um die wichtigsten 5 Vogelinseln weitestgehend von Vegetation zu befreien. Als Ergebnis wurden nahezu 15 m³ Pflanzenmaterial entfernt, das wir binnen 12 Stunden trockneten und nun als Mulch-Material für unsere neu gepflanzten Oliven- und Johannisbrotbäume am Uferhang der Lagune Pantano Cuba nutzen.
Ehrenamtlicher Biotoppflege-Einsatz auf Vogelinseln in der Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Endergebnis des Entfernens der Vegetation auf einer der Vogelinseln in der Lagune © SPA_IT
Feuer am 01.08.2024 auf der Südseite unserer Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Zu der seit Monaten herrschenden Trockenheit auf Sizilien kommen nun tausende Feuer und Brände, teils aus Nachlässigkeit entstanden oder gezielt gelegt …
Auch in unserem Zugvogelschutzgebiet wurden von 3 bisher unbekannten Personen am 30.07. und 01.08.2024 mutwillig Brände auf der Nord-, West- und Südseite unser Lagune Pantano Longarini gelegt. Dies ist der erste kriminelle Angriff gegen unser Schutzgebiet seit nahezu 5 Jahren! Medien und Carabinieri wurden von uns entsprechend informiert.
Die Feuer haben nahezu 21 Hektar (210.000 m²) trockenes Schilf, Gras- und Buschland niedergebrannt. Gottlob haben unsere gründlich gepflegten Brandschutzstreifen und die von uns vor Beginn jeder Trockenperiode flächenhaft gemähte Vegetation Schlimmeres verhindert. Nach einer ersten gründlichen Brandflächen-Begehung durch unsere Bird Guards richteten die Feuer in der Tierwelt erfreulicherweise nur geringen Schaden an.
Die niedergebrannte Vegetation wird sich schon 6 Wochen nach den ersten Winterregenfällen wieder erholen… und die Tierwelt der Feuchtgebiete diesen dann revitalisierten Lebensraum neu besiedeln.
Nach Flächenbrand auf unseren Ufergrundstücken an der Nordseite der Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Die Brandschutzstreifen entlang der Schutzzäune haben gehalten... die Zäune stehen noch © SPA_IT
Ende Juli 2024 - ausgetrocknete Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Das sporadische sommerliche Austrocken der Lagunen Pantani Cuba & Pantano ist kein neues Phänomen, neu ist aber der bis zu 6 Wochen früher liegende Zeitpunkt…
Für die Rosaflamingo-Brutkolonie mit nahezu 500 Küken hatte der Wasserstand in der Lagune Pantano Longarini gerade noch zur sicheren Jungenaufzucht gereicht, aktuell ist aber für die jungen Rosaflamingos nur noch sehr wenig Nahrung in den nun allmählich austrocknenden renaturierten Kanälen zu finden. Die Lagune Pantano Longarini ist inzwischen komplett - und die Lagune Pantano Cuba nahezu - ausgetrocknet.
Als wir im Jahr 2013 mit den Grundstückskäufen im Feuchtgebietskomplex Pantani Cuba & Longarini zum Aufbau unseres dortigen Zugvogelschutzgebiets begannen, waren wir in der Folgezeit sehr irritiert, das sporadische Austrocknen der beiden Lagunen erleben zu müssen. Heute wissen wir, dass dieses Austrocknen für die Lagunen und Feuchtwiesen und für die zukünftige Wasserqualität sehr entscheidend ist.
Andernfalls wäre dieser Feuchtgebietskomplex wegen der über Monate hinweg extrem hohen Konzentration von tausenden Wasservögeln und deren Ausscheidungen des öfteren mit Vogelgrippe-Ausbrüchen konfrontiert. In der Gluthitze der prallen Sonne und dem entsprechend heißen ausgetrockneten Schlamm der Lagunenböden aber sterben Bakterien und Keime ab.
Das Austrocknen der sich im Winterhalbjahr wieder mit Regenwasser füllenden Lagunen gehört zur Dynamik dieses Feuchtgebietskomplexes, die dieses Jahr aber schwer gestört ist. Sizilianer berichten von einer ähnlich schwerwiegenden Trockenperiode vor ca. 25 Jahren!
So bleibt der Zugvogelwelt und uns nur die Hoffnung auf neuerliche ergiebige Winterregen, damit unser Pantani-Schutzgebiet für den herbstlichen Vogelzug für zigtausende hier Rast und Nahrung suchende und auch überwinternde Zugvögel wieder der ungestörte nahrungsreiche Rastplatz wird, zu dem wir dieses Feuchtgebiet bisher wieder gemacht haben und in Zukunft auch noch weiterentwickeln werden.
Junge Rosaflamingos in austrocknendem Pantano Longarini-Kanal © SPA_IT
Austrocknende Kanäle & ausgetrocknete Lagune Pantano Longarini (Bildhintergrund) © SPA_IT
Frisch geschlüpfte Dohlen-Küken in der Artenschutzstation Dörtendorf (Thüringen) © SPA
Nach langsamem Start des Brutgeschäfts im nassen kühlen Frühjahr sind unsere Artenschutzgebäude jetzt voller Jungvogelleben
Das recht nasse und kühle Frühjahr 2024 hat das Brutgeschäft in unseren 37 ArtenSchutzTürmen (AST) und Artenschutzgebäuden quer durch Deutschland nur langsam in Schwung kommen lassen. Jetzt zum Sommeranfang sind unsere Artenschutzgebäude aber voller Vogelleben und die Kinderstuben gut besetzt.
Erfreulicherweise können wir erstmals seit Jahren eine nahezu komplette Belegung aller unserer Artenschutztürme mit Turmfalken- und Schleiereulen-Bruten feststellen.
Die Haussperlinge zeigen sich als äußerst flexible und auch kreative Nisthöhlen-Besetzer, die inzwischen auch Mehlschwalbennester und Nischenbrüter-Nistkästen als schicke Nisthöhlen nutzen.
Stare schrecken vor nichts zurück und kriechen selbst durch die schmalen ovalen Fluglöcher der Mauerseglernistkästen, um den darin recht umfangreichen Brutraum mit Nestmaterial komplett auszustopfen.
Leider erleben wir dieses Jahr einen massiven Rückgang und das Ausbleiben von Feldsperlingen, die im Vorjahr noch regelmäßig in unseren Artenschutztürmen brüteten. Über die Ursachen können wir derzeit nur spekulieren: war es das nasse Frühjahr oder der zunehmende Mangel an Futterinsekten oder die Kumulation der in der intensiven Landwirtschaft eingesetzten Pestizide?
Immer öfter finden auch Kohl- und Blaumeisen und der Kleiber Gefallen an unseren Katzen-, Marder- und Waschbär-sicheren Gebäuden und brüten hier ungestört und gut geschützt.
Der schleichende Niedergang der Mauersegler- und Mehlschwalben-Bestände findet in den zunehmend ungenutzten Nisthöhlen und Schwalben-Kunstnestern leider seinen traurigen Niederschlag.
Die Brutvogel-Bestandserfassungsarbeiten in unseren Artenschutzgebäuden dauern auch im Juni noch an! Danach finden Sie die Daten der erfassten Vogelbruten in unserer Homepage auf den Seiten der jeweiligen Artenschutztürme nach den Vogelfotos durch Anklicken des Buttons zur Artenbestands-Dokumentation.
Junge Turmfalken im Artenschutzturm Brilon (NRW) © SPA
Schleiereulen im Artenschutzturm Radepohl (M-V) © SPA

Sizilien - TV-Film Dreharbeiten in unserem Pantani-Zugvogelschutzgebiet © SPA
ARTE und SWR werden dieses Jahr in 2 unterschiedlichen TV-Filmen u. a. auch unsere engagierten Zugvogelschutz- & Wildtierrettungs-Projekte auf Sizilien präsentieren
Bei ARTE wird der TV-Film (42 min) „Sizilien - Italiens Sonneninsel im Mittelmeer“ am Freitag, den 17.05.2024 ab 18:30 Uhr und noch einmal am Samstag, den 25.05.2024 ab 10:30 Uhr ausgestrahlt.
Der SWR wird in seiner TV-Film-Sendereihe „Traumziele“ (90 min) am Sonntag, den 15.9.2024 um 20:15 Uhr ebenfalls 2 unserer Zugvogel- und Wildtierschutzprojekte auf Sizilien zeigen.
Sizilien - Pantani Zugvogelschutzgebiet: TV-Film Dreharbeiten bei großer Hitze © SPA
Sizilien - Rosaflamingos begeistern das TV-Film Kamera-Team © SPA_IT_PG

Braunkehlchen © SPA_IT_PG
Allein im April dieses Jahres zählten unsere Bird Guards in unserem Pantani Cuba & Longarini - Zugvogelschutzgebiet bei ihren wöchentlichen Vogelzählungen mehr als 110 Zugvogelarten
Unter den beobachteten und wissenschaftlich dokumentierten Zugvogelarten waren vier neue Vogelarten, die seit 2013 noch nie in unserem Pantani-Zugvogelschutzgebiet beobachtet wurden: Zwergflamingo, Wachtelkönig, Heckensänger und Halsbandschnäpper.
Unsere Vogelarten-Checkliste ist damit seit Beginn unsere Vogelarten-Erfassungsarbeiten seit 2013 auf insgesamt 253 Vogelarten angewachsen
und schönster Lohn für unser hier an der Südostküste Siziliens nun schon 11 Jahre andauerndes Zugvogelschutz-Projektengagement mit umfangreichen Grundstückskäufen und aufwendigen Biotop-Sanierungs- und Renaturierungsarbeiten.
Häufigste Zugvögel im April waren das Braunkehlchen mit fast 100 Exemplaren an einem Tag sowie eine ungewöhnlich hohe Zahl von Trauerfliegenschnäppern, Halsbandschnäppern, Grauschnäppern und Waldlaubsängern.
Sämtliche Beobachtungen dieser Zugvogelarten erfolgten in unseren Schutzgebietsflächen, in denen wir in den letzten Jahren hunderte Oliven-, Mandel- und Johannisbrotbäume und mediterrane Wildsträucher gepflanzt hatten. Dies unterstreicht einmal mehr die Bedeutung unserer Biotopstruktur-Verbesserungsmaßnahmen insbesondere in den östlich an die Lagune Pantano Cuba angrenzenden Hangflächen, auf denen noch vor wenigen Jahren intensiv bewirtschaftete Gewächshäuser standen.
Heckensänger © SPA_IT_PG
Grauschnäpper © SPA_IT_PG

Erstmals nutzen unsere Vogelschützenden auch Body Cams im Einsatz © Komitee gegen den Vogelmord
2. Zypern-Frühjahrs-Vogelschutzcamp-Report
Erfreulicherweise herrscht dieses Frühjahr 2024 an der Vogelwilderer- und Vogeljäger-Front auf Zypern weiter relative Ruhe und Millionen Zugvögel konnten bisher nach ihrer Rast und Nahrungssuche auf Zypern zumindest von hier weitgehend unbeschadet ihren Weiterflug nach Mittel- und Nordeuropa fortsetzen.
Unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer blieben ob der geringen Vogelfangaktivitäten nicht untätig, sondern nutzten die Zeit, sich systematisch um die zunehmend in Obstgärten und Obstbaumplantagen aufgebauten Bodennetze zu kümmern. Die sollen insbesondere Schlangen aus den Grundstücken fernhalten!
Leider sind diese Bodennetze aber auch Todesfallen für Singvögel, Igel und andere kleinere Wildtiere. So befreiten unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer nicht nur Singvögel, sondern auch Igel aus den Bodennetzen und bauten mehrere Hundert Meter dieser Tod und Tier-Elend bringenden Bodennetze ab.
Ergebnisse des Zypern-Frühjahrs-Vogelschutzcamps (26.03. – 17.04.2024)
Vogelwilderer
Ein Wendehals wird aus einem Bodennetz herausgeschnitten © Komitee gegen den Vogelmord
Befreiung Mönchgsgrasmücken-Weibchen von Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord

Erster sichtbarer Habichtsadler-Nachwuchs 2024 © E. Sabbioni
2. Report vom Habichtsadler- und Lannerfalken-Greifvogelschutzcamp 2024
Jetzt Mitte April 2024 haben wir nach weiträumiger Suche knapp unter
60 besetzte Adlerhorste identifiziert und weiten unsere Schutzarbeiten entsprechend systematisch aus. Nahezu täglich kommen nun in der provisorischen Adlerschutzcamp-Zentrale Meldungen zu Adler- und Lannerfalken-Nachwuchs in den überwachten Horsten.
Mit dem Aufwachsen der Adler-Jungen und wegen der schon jetzt recht hohen Temperaturen beginnen die Adler-Eltern bereits, für kurze Zeit zu zweit auf die Nahrungsjagd zu gehen (fliegen). Dies kommt der besseren Futterversorgung der Jungadler zugute.
Auch das Schlüpfen der ersten Lannerfalken-Küken hat begonnen, aber die Anzahl der aktiv besetzten Falkenhorste ist erschreckend niedrig. Von den unseren Greifvogelschützerinnen und -Schützern bekannten - teils historischen – mehr als 100 Lannerfalken-Neststandorten scheinen nur 15 Horste von Brutpaaren belegt. Zuverlässiger werden wir das aber erst feststellen können, wenn die Jungadler und Jungfalken in den kommenden Wochen beginnen, sich in den Nestern aufzurichten.
Habichstadler-Brutpaar überfliegt Horstplatz © A. Micalizzi
Lannerfalken-Paar auf Ansitz-Jagd © A. Scuderi
Unser 37. Artenschutzturm steht in Halle (Westf.) OT Hesseln © SPA
In Halle (Westf.), OT Hesseln, NRW haben wir am 15.04.2024 unseren 37. Artenschutzturm seiner neuen sinnstiftenden Bestimmung übergeben
Vielen Gebäude bewohnenden Wildtierarten, wie Turmfalke, Schleiereule, Dohle, Mehl- und Rauchschwalbe, Mauersegler, Haus- und Feldsperling, Bachstelze, Hausrotschwanz und Fledermausarten, die früher gern gesehen mit uns Menschen zusammenlebten, fehlt heute immer häufiger ihr Dach über dem Kopf.
Hausumbauten und energetische Gebäude-Sanierungsmaßnahmen vernichten jedes Jahr, oft aus Unwissenheit, aber auch aus falsch verstandenem Ordnungssinn, tausende Nist-, Brut- und Versteckplätze für diese Gebäude bewohnenden Wildtierarten.
Sterile natur- und klimafeindliche Schottergärten rund ums Haus machen den Siedlungsraum für die Vielfalt wildlebender Tierarten vollends zu einer Hölle auf Erden. Es wird immer stiller um Haus und Hof, und mit dem Schwund der heimischen Tierwelt rauben wir insbesondere unseren Kindern wichtige Naturerlebnisse und zugleich ein wertvolles Stück Lebensqualität.
Als traurige Konsequenz stehen heute viele dieser früher als Frühlingsboten willkommengeheißenen Vogelarten auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands. Star und Mehlschwalbe gelten schon als gefährdet und selbst der Feldsperling ist bereits auf der „Vorwarnliste“ der bedrohten Brutvögel gelandet!
Mit der konsequenten Umsetzung unserer Artenschutzstrategie für Gebäude bewohnende Vogelarten, Fledermäuse
und Insektenarten wie die Hornisse und auch Schmetterlinge, schaffen wir schon seit 2005 mit dem artgerechten
Umbau von aus der Nutzung genommenen Trafoturmstationen, Brunnengebäuden und Pumpstationen zu Artenschutzgebäuden nachhaltig gesicherte und ungestörte Gebäude-Refugien, die nachweislich zu regionalen Artenvielfalt-Überlebensinseln werden.
Der Trafoturm Hesseln wurde im Jahre 1963 für die örtliche Stromverteilung erbaut und von der T.W.O. GmbH im Jahr 2022 außer Betrieb genommen. Nach Beendigung seiner Energieversorgungs-Funktion war der Trafoturm Hesseln zum Abriss geplant.
Mit unserem Umbau zu einem Artenschutzturm bekommt der stillgelegte Trafoturm eine neue sinnstiftende und zukunftsweisende Funktion für den praktischen Artenschutz im Siedlungsraum. Der Umbau begann im Spätherbst 2023 und wurde jetzt, nach einer witterungsbedingt erzwungenen Winter- und Regenpause, gerade noch rechtzeitig zu Beginn der Brutsaison 2024 fertigstellt. Informative bebilderte Schautafeln folgen bis Anfang Mai 2024.
Ein solcher Umbau kostet. Unsere als gemeinnützig anerkannte Stiftung Pro Artenvielfalt finanzierte die Kosten des neuen Artenschutzturms von knapp 40.000 Euro überwiegend aus privaten zweckgebundenen Spendengeldern. Die T.W.O GmbH & Co. KG als frühere Eigentümerin der Trafoturmstation und der Kreis Gütersloh haben mit insgesamt 5.500 Euro zur Finanzierung dieses künstlerisch gestalteten Artenschutz-Leuchtturmprojekts beigetragen. Dieses soll Bürgerinnen und Bürgern auch Motivation und Anregungen für den praktischen Artenschutz am eigenen Haus bieten.
Einweihung Artenschutzturm Halle (Westf.) OT Hesseln am 15.04.2024 © SPA
Neuer Artenschutzturm Halle (Westf.) OT Hesseln... zwischen Siedlungsraum und offener Landschaft © J. Morchner

Von Polizeibeamten an Vogel-Fangplatz konfiszierte Leimruten © Komitee gegen den Vogelmord
1. Zypern-Frühjahrs-Vogelschutzcamp-Report 2024
Wie von uns erhofft, herrscht auch dieses Frühjahr 2024 an der Vogelwilderer- und Vogeljäger-Front auf Zypern relative Ruhe und Millionen Zugvögel und auch wir beginnen allmählich, die Ernte unserer nahezu 15 Jahre andauernden Vogelschutzcamp-Arbeit an Zyperns vorderster Vogelmord-Front einzufahren.
Die geringen Vogelwilderer-Aktivitäten machen es unseren Vogelschützenden nicht leicht, die noch aktiven Vogelwilderer inflagranti zu erwischen, da diese sich wegen der kostspieligen Gefahr des von unseren Vogelschützerinnen und Vogelschützern «Erwischtwerdens» nur kurz an ihren illegalen Fangplätzen aufhalten.
Und nichts ist für Vogelwilderer teurer als von den herbeigerufenen Polizeibeamten oder der Anti-Wilderei-Polizei am Tatort mitsamt aktiv aufgebauten Leimruten, Fangnetzen und Zugvogelopfern erwischt und angezeigt zu werden.
Während der erste erwischte Vogelfänger 32 aktiv aufgebaute Leimruten sein eigen nannte, aber die zuvor von den Leimruten heruntergerissenen Vogelopfer vor Eintreffen der Polizeibeamten unauffindbar verschwinden lassen konnte, gelang es unseren Vogelschützenden, einen zweiten Vogelwilderer beim Aufbau von 24 aktiven Leimruten zu filmen und anzuzeigen.
Beide Vogelwilderer waren uns bisher unbekannt, was sich nun aber sehr zu deren Leidwesen geändert hat. Die zu erwartenden Bussgeldbescheide in Höhe von jeweils bis zu 9.000 Euro werden dazu sicherlich eine zusätzliche nachhaltige Wirkung auslösen.
Ergebnisse des Zypern-Frühjahrs-Vogelschutzcamps (26.03. – 09.04.2024)
Vogelwilderer
An Leimrute gefangenes Mönchsgasmücken-Weibchen © Komitee gegen den Vogelmord
Fängisch aufgebaute Vogelfang-Leimruten in Weißdornbusch © Komitee gegen den Vogelmord

Adlerschützer bei Horstsicherungsarbeiten mit Wildkamera © A. Scuderi
Unser diesjähriges Habichtsadler- und Lannerfalken-Greifvogelschutzcamp in den Bergregionen Siziliens läuft jetzt auf Hochtouren
Das Brutjahr 2024 hat für den Habichtsadler-Bestand auf Sizilien recht vielversprechend begonnen. Mitte März 2024 konnten bereits 51 besetzte Brutreviere erfasst werden. Weitere aktive Adler-Brutpaare werden unsere Adlerschützerinnen und Adlerschützer im Verlauf des diesjährigen Adler- und Lannerfalken-Schutzcamps sicherlich finden.
Ende März sind die ersten Habichtsadler-Jungen geschlüpft und damit begann die heiße Phase unseres Adler-Schutzcamps mit kontinuierlicher täglicher Bewachung der am meisten von Plünderei der Jungadler bedrohten Adlerhorste.
Wie schon in den Zugvogelschutzcamps auf Zypern haben wir auch für das Adlerschutzcamp auf Sizilien schutztechnisch weiter aufgerüstet, um potenzielle Adlerwilderer schon beim Anmarsch zu den Horststandorten und unmittelbar im Horst-Umfeld zu dokumentieren und abzufangen. Besonders hilfreich ist, dass sich unter unseren ehrenamtlichen Adlerschützern auch Forstpolizisten befinden, die vor Ort sofort Polizei-amtlich tätig werden können.
Sehr traurig, um nicht zu schreiben dramatisch, ist auf Sizilien die Bestands- und Brutpaar-Situation der Lannerfalken, dieser wunderschönen nur in Südeuropa und Afrika vorkommenden Falkenart. Diese Falkenart ist während der Brutzeit extrem störanfällig und die Elternvögel verlassen selbst bei Störungen im weiteren Horst-Umfeld oftmals ihr Gelege und ihre Jungen.
Diese Störungen werden nicht nur von manch einem Greifvogel-Fotografen, sondern insbesondere von Greifvogel-Wilderern verursacht, die für Lannerfalken-Eier und Jungfalken horrende Höchstpreise auf dem Greifvogel-Schwarzmarkt erzielen. Der Lannerfalken-Bestand bricht auf Sizilien immer stärker ein und dieser negative Trend verschärft sich Zusehens. Ein Aussterben dieser seltenen Falkenart wird dort nur noch unter größten finanziellen und operativen Schutz-Anstrengungen zu verhindern sein!
Immerhin haben unsere Lannerfalken-Schutzaktivitäten auf Sizilien und die Bestands-Erfassung der Brut-Paare des letzten Jahres dazu geführt, dass wir dieses Jahr erstmals auch die Unterstützung der ISPRA (Italienisches Institut für Umweltschutz und Umwelt-Forschung) haben.
Nach gemeinsamer Auswertung der Ergebnisse und Erfahrungen des diesjährigen Lannerfalken-Schutzcamps erwarten wir daher eine wirkungsvollere polizeiamtliche und politische Stärkung der zukünftigen Lannerfalken-Schutzaktivitäten auf Sizilien.
Adlerschützer im Horst-Überwachungs-Einsatz © A. Scuderi
Junge Lannerfalken © S. Cacopardi

Singdrossel wird von illegalem Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord
Zypern: Der noch immer massenhaft praktizierte winterliche Drosselmord kostete bisher zigtausende dort überwinternde Singdrosseln ihr Leben
In den ersten 4 Einsatz-Wochen des Zypern Winter-Vogelschutzcamps 2024 wurden bereits 7 Vogelwilderer und 15 illegal agierende Vogeljäger erwischt und angezeigt. Die Anfang Januar überschaubaren illegalen Vogelfang- und Vogeljagdaktivitäten erhielten am 18. Januar einen nicht für möglich gehaltenen Aktivitäten-Schub, der durch einen schweren Sturm und starken Regen ausgelöst wurde.
Mit dem Sturm wurden zehntausende Singdrosseln auf ihrem Vogelzug zu den griechischen Inseln und der türkischen Küstenregion nach Zypern verfrachtet und lösten damit bei zypriotischen Vogelwilderern und Vogeljägern schon in der Nacht vom 18.01. auf den 19.01 2024 einen wahren Adrenalinschub mit hektischen Drosseljagd-Aktivitäten aus.
Der Morgen des 19. Januar hörte sich ob des vielerorts zu hörenden massiven Gewehrfeuers wie eine nahe Kriegsfront an! Damit war die Vogelschutzcamp-Zeit der überschaubaren Vogel-Wilderei und der illegalen Jagdaktivitäten endgültig vorbei und die Zuvgvogelschützenden mussten ihre Einsatzzeiten dramatisch ausweiten. Immerhin gelang es ihnen in den folgenden Tagen auch mit der erstaunlich guten Unterstützung durch Polizei und staatliche Wildhüter, 6 Vogelwilderer und 12 Vogeljäger zu erwischen und anzuzeigen.
Bemerkenswert war die Entdeckung und Befreiung von 2 Ägyptischen Flughunden aus einem illegalen Fangnetz. Diese Spezies ist auf Zypern vom Aussterben bedroht, gibt es doch von dieser seltenen Säugetierart dort nur noch geschätzte 1.000 Exemplare.
Bisherige Ergebnisse des Zypern-Winter-Vogelschutzcamps (4 Wochen):
Illegale Vogelwilderei
Illegal agierende Vogeljäger
Aus Fangnetz befreite vom Aussterben bedrohte Flughunde © Komitee gegen den Vogelmord
Illegal geschossene Singdrosseln © Komitee gegen den Vogelmord

Steinkauz in Kopfweiden-Versteck © S. Wolf
Das Schneiden (schneiteln) alter Weidenbäume zur Sicherung und dem Schutz natürlicher Steinkauz-Nist- und Brutplätze ist keine Arbeit für „Weicheier“
Die inzwischen mehr als 320 l segensreichen Niederschlags pro Quadratmeter in den Landkreisen Paderborn, Gütersloh und Soest von Anfang November 2023 bis Mitte Januar 2024 haben uns in den Niederungsgebieten Ostwestfalens schwierigste Bodenverhältnisse beschert. Teils waren die zum Schnitt ausgewählten Kopfweiden-Alleen und Weidenbaum-Gruppen mit den zum Einsatz kommenden schweren Arbeitsgeräten nicht zu erreichen.
So werden unsere Kopfbaum-Pflegeteams bis zum 29. Februar 2024, dem diesjährigen Endtermin gesetzlich erlaubter Baumschnittarbeiten, noch die rekordverdächtige Zahl von nahezu 400 Kopfweidenbäumen zu pflegen haben. Unser Steinkauz-Projektkoordinator Herbert Wolf hat uns aber einmal mehr versichert, dass alle Aktiven „gut drauf sind“ und die Herausforderung trotz des für die 2. Januarhälfte 2024 erneut angesagten durchwachsenen Wetters annehmen wollen.
Wie schon im vergangenen Winter werden wir an ausgesuchten Standorten in dafür zugeschnittenen Kopfweiden für die Steinkäuze auch noch bis zu 10 artgerechte Steinkauzröhren einbauen und damit das Wohnraumangebot für diese kleine Tag-Eule in Ostwestfalen zeitnah weiter verbessern.
Ganz besonders gefreut hat uns auch das mediale Interesse an unserem Steinkauzschutzprojekt, das wir am 17.01.2024 abends im WDR3 –TV Studio Bielefeld in der Sendung Lokalzeit OWL vorstellen konnten.
Im Winter geschneitelte Kopfweiden im nachfolgenden Frühjahr © S. Wolf
Winterlandschaft mit Kopfweiden in Bielefeld Ortsteil Sieker © SPA

Eisvogel im Schneetreiben © A. Kneifel
Unsere von Herzen kommenden Weihnachts- und Neujahrswünsche und ein herzliches Dankeschön gilt all den Menschen, die unserer Stiftungsarbeit in 2023 so engagiert und hilfreich zur Seite gestanden haben.
Unser 21. Jahr im Einsatz für den Artenschutz war trotz so mancher sorgenmachenden Entwicklungen in Deutschland und der Welt für unsere Natur- und Artenschutzprojektarbeit und die Artenvielfalt von Flora und Fauna ein gutes Jahr. Dies haben wir einmal mehr nur geschafft, weil uns viele treue und auch neue Spenderinnen, Förderer und Naturschutzstiftungen für unsere satzungsgemäße Projektarbeit finanziell unter die Arme gegriffen haben. Besonderer Dank gilt den Pächtern unserer Naturschutzflächen, die mit viel Fachwissen und Passion unsere ökologischen Flächennutzungsvorgaben zum Wohle der dort vorkommenden Artenvielfalt gewissenhaft erfüllen.
Ergebnisse unserer engagierten Projektarbeit in 2023
Vor uns liegt das Jahr 2024, unser 22. Jahr im Einsatz für den Artenschutz, und für die bis zu 20 teils komplett neuen Natur- und Artenschutzprojekte haben wir schon viele Monate Vorbereitungsarbeit geleistet. Packen wir es im Neuen Jahr erneut gemeinsam an.
Neues Landkaufprojekt: Limbacher Teiche (Sachsen) © SPA
Auch der Wolf gehört zur Artenvielfalt in Mecklenburg-Vorpommern © Leo/fokus-natur
Bekassinen während des Herbst-Vogelzugs im Froser Feuchtgebiet © U. Nielitz
3 niederschlagsarme Jahre und fehlende Flachwasserseen hatten der vielfältigen Vogelwelt der Seeländereien bei Frose das Leben schwer gemacht … für eine gute Brutsaison 2024 kommt jetzt Hoffnung auf.
Uwe, unser Projektkoordinator für unsere inzwischen 33 ha Eigentumsflächen vor Ort, signalisert voller Hoffnung die sich dort zunehmend verbessernden Wasserstände. Die Seeländereinen bei Frose wurden zwecks Gewinnung nutzbaren Ackerlands in den letzten 100 Jahren mehrmals entwässert. Trotzdem sammelt und speichert das Niedermoorbecken, unterhalb der Gemeinde Frose gelegen, noch immer die Niederschläge der höher gelegenen Umgebung.
Die letzten Trockenjahre, hohe Temperaturen und die auch im Winterhalbjahr zu geringen Niederschläge hatten die nur noch kleinen Flachwasserbereiche im Frühjahr schnell schwinden lassen. Als Folge fehlten für viele auf Flachgewässer, intakte Röhrichtbestände und nasse Wiesen angewiesene Vogelarten die Lebensraumvoraussetzungen für eine erfolgreiche Brut und Jungenaufzucht. In den Seeländereien wurde es still, die Artenvielfalt an Vögeln und Insekten schwand zusehens.
Anfang Oktober 2023 waren die Seeländereien bei Frose komplett ausgetrocknet. Aktuell berichtet Uwe aber von ausgiebigen Niederschläge (ca. 90 mm / entspricht 90 l Regen) im Verlauf des Oktobers. Im bisherigen Jahr 2023 fielen damit immerhin schon ca. 530 mm (530 l) Regen, während es im Gesamtjahr 2022 nur 390 mm (390 l) Niederschlag gab. Als segensreiche Folge bilden sich jetzt im Feuchtgebiet endlich wieder einmal größere Wasserflächen!
Damit geht das Feuchtgebiet mit einem recht hohen Wasserstand in den Winter. Wenn die nächsten Wochen weitere Niederschläge in Form von Regen oder Schee bringen, bestehen dort gute Aussichten auf „normale Frühjahrswasserstände“, wie sie bis 2019 üblich waren.
Derzeit schlafen neben Graugänsen jetzt auch die ersten ca. 150 nordischen Gänse im Gebiet. Deren Zahl steigt erfreulicherweise weiter an. Bis zu 2.000 Kraniche nutzen die Flachwasserseen als nächtlichen Schlafplatz. In den Schilfflächen haben in den letzten Wochen bis zu 7.500 Stare geschlafen. Ornitologisch besonders bemerkenswert ist die hohe Anzahl von Bergpiepern. Bis zu 20 Exemplare von ihnen rasten im Feuchtgebiet und werden hier auch überwintern. Der von Uwe seit Jahren beobachtete beringte Silberreiher aus Belarus hielt sich dieses Jahr erneut wieder den ganzen Oktober 2023 im Froser Feuchtgebiet auf.
Uwe wird, wie schon seit Jahren, auch diesen Winter nahezu täglich in den Seeländeien nach dem rechten schauen und Sorge dafür tragen, dass die dort überwinternde Vogelwelt möglichst ungestört rasten und Nahrung suchen kann. Unser dortiger Vogelbeobachturm erlaubt nun über die Wintermonate wieder wunderbare Vogel- und Naturbeobachtungen.
Bergpieper - seltener Wintergast - im Froser Feuchtgebiet © U. Nielitz
Kraniche am 14.11.23 am Schlafplatz im Flachwasser des Froser Feuchtgebiets © U. Nielitz

Artenschutzturm Hesseln © SPA
Für Gebäude bewohnende Wildtiere, Vögel, Fledermäuse & Insekten wird geeigneter Zufluchtsraum immer knapper … mit unseren Artenschutzgebäuden halten wir dagegen!
Trotz widriger Wetterbedingungen ließen die beauftragten Handwerksbetriebe in den letzten Wochen an der Artenschutzturm-Baustelle nichts anbrennen.
So wurden bisher schon 20 Nisthilfen in die Turmwände eingebaut. Der inzwischen komplett neu errichtete Dachstuhl aus witterungsbeständigem langlebigem Lärchenholz nebst Dacheindeckung mit Biberschwanz-Tonziegeln erfüllt mit seinen vielfältigen Nistmöglichkeiten, Tagesverstecken und Überwinterungsplätzen schon sehr bald seine artenschützende und die regionale Artenvielfalt stärkende Wirkung.
Die ob des neuen Satteldachs lobenden Kommentare interessierter Bürgerinnen und Bürger der Ortschaft Hesseln bestätigen unseren Projektanspruch, unsere Artenschutztürme zu echten Hinguckern, neudeutsch „Leuchtturmprojekten“, zu machen, mit denen sich die regionale Bevölkerung auch identifizieren kann!
Das Verputzen und Streichen der Wände, die Montage von artspezifisch konstruierten Fledermaus-Mehrspaltenkästen eines lokalen Fledermausspezialisten unter den Dachüberständen und der Einbau von Mehlschwalben-Kunstnestern sind für die nächsten Tage geplant.
Noch im Bau befindlich, sondieren bereits erste potenzielle tierische Nutzer wie Haus- und Feldsperlinge, Turmfalke und auch Kohlmeisen ihr zukünftiges sicheres „Dach über dem Kopf“ und unsere Handwerker und wir geben alles, damit der ungestörte Gebäudebezug in gut geschützte und artgerechte Quartiere für Vögel, Fledermäuse und Insekten noch vor einem echten Wintereinbruch möglich wird.
Nach der Winterruhe warten wir gespannt auf den Beginn der Brutzeit und die tierischen Erstbezieher. Dann wird auch die offizielle Einweihung unseres dann schon 37. Artenschutzgebäudes stattfinden.
Ausflug junger Turmfalken aus Nistkasten © SPA
Artenschutzturm Hesseln mit eingebauten Nisthilfen für Mauersegler & Dohle © SPA
Unbewirtschaftetes vermülltes Gemüse-Foliengewächshaus © SPA
Vor der Renaturierung und Biotop-Optimierung von uns neu gekaufter Grundstücksflächen für unser Pantani Zugvogelschutzgebiet sind wochenlange Müllsammel-Einsätze zwingende Voraussetzung
Egal, ob wir auf den für unser Pantani-Zugvogelschutzgebiet neu gekauften Grundstückflächen nur ein Loch für einen Zaunpfosten graben, einen neuen Baum oder Strauch pflanzen, historische Gräben an den Lagunen auskoffern, einen alten landwirtschaftlichen Weg ausbessern oder völlig übernutzte Ackerflächen zur Umwandlung in Blumenwiesen pflügen: immer und überall finden wir illegal entsorgten Abfall und Müll. Und den in großen Mengen und nicht nur auf dem Boden, sondern oftmals bis in einen halben Meter Tiefe vergraben.
Seit die massiv intensivierte Gemüse-Landwirtschaft auf Sizilien unter Einsatz von Agrarchemikalien (Pestiziden) und großen Mengen Kunstdünger unter Folientunneln und mit künstlicher Bewässerung bis zu 3 Ernten aus den übernutzen Böden presst, fallen jährlich große Mengen Plastikfolien, defekte Bewässerungsschläuche und Einmal-Plastikkisten an. Und die werden oft auch heute noch einfach geschreddert und auf den Gemüseanbauflächen, wo auch sonst, untergepflügt.
Da wandert auch mancher Hausmüll und andere unbrauchbar gewordene Materialien auf die eigenen landwirtschaftlichen Flächen, auf dass die Gemüsekonsumenten in Norditalien und Mitteleuropa möglichst knackiges Gemüse auf den Teller und zwischen die Zähne bekommen.
Nur dank des unermüdlichen und nie verzagenden Einsatzes der ehrenamtlich arbeitenden Frauen und Männer der kleinen privaten Naturschutzorganisation namens „Pirati della Marza“ schaffen wir es, neu gekaufte Grundstücke, aber auch bereits in unserem Eigentum befindliche Flächen zeitnah und wiederholt von Müll zu beräumen.
Und, was genauso wichtig ist, den einmal gesammelten und nach Grundstückskauf nun in unserem Eigentum befindlichen Müll zu sortieren und bei amtlich dafür zugelassenen Abnahmeplätzen abzuliefern.
Lobend hervorzuheben ist auch die außerordentlich positive Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und der Verwaltung der benachbarten Stadt Noto, einer wunderbaren spätbarocken Stadt im Val di Noto und UNESCO-Welterbe, die uns seit Jahren konstruktiv und wohlwollend mit der Bereitstellung von Müll-Transportlogistik und der kostenfreien Abnahme von Müllmengen hilft.
Wir können heute mit Fug und Recht behaupten, dass inzwischen große Teile unseres Pantani-Zugvogelschutzgebiets mitsamt den 2 Lagunen dank des jahrelangen Müllsammel-Einsatzes unserer Bird Guards, der ehrenamtlichen Pirati und der Stadt Noto zu den saubersten und ökologisch wieder intakten Offenlandböden und den artenreichsten Grundstücksflächen auf Sizilien zählen.
Müllsammlung + -Verladung mit Pirati-Naturschutzvereins-Mitgliedern © SPA_IT
Pirati-Müllsammlung auf neu gekauften Grundstücken an Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Projektleiter beim Einsetzen der ersten 20 Nisthilfen © SPA
Startschuss für den Bau unseres 37. Artenschutzgebäudes
Nachdem wir unser 36. Artenschutzgebäude in Runow (Landkreis Ludwigslust-Parchim), Mecklenburg-Vorpommern pünktlich zur diesjährigen Brutzeit fertigstellen konnten und der sofort von einem quirligen Trupp Haus- und Feldsperlinge bezogen wurde, fiel Anfang Oktober der Startschuss für den Bau unseres 37. Artenschutzturms im Halle (Westfalen) Ortsteil Hesseln (NRW).
Der Trafoturm Hesseln steht direkt an einer liebevoll gepflegten Streuobstwiese, die von einer alten, kleinwüchsigen Schafrasse beweidet wird. Für unsere künftigen tierischen Gebäudebewohner wie Turmfalke, Schleiereule, Haus- und Feldsperling und Dohle ist dies ein perfektes Lebensraum-Umfeld, werden sie doch hier in Turmnähe einen reich gedeckten Nahrungstisch an Insekten, Früchten und Sämereien sowie feinstes Schafhaar für eine perfekte Nestpolsterung vorfinden.
Nach dem Gerüst-Aufbau am Turm Anfang Oktober konnten wir die Kernbohrungen durch die dicken Turmwände für den Einbau von 20 Nisthöhlen setzen und mit den vorbereitenden Arbeiten für den Aufbau des neuen Satteldaches beginnen. In den kommenden Tagen erfolgt der fachgerechte Einbau der Nistkästen für Mauersegler, Dohlen, Sperlinge, Hausrotschwanz und Bachstelze.
Danach wird der Aufbau des Dachstuhls für das Satteldach errichtet. Im neuen Dachstuhl werden Nisthilfen und Versteck-Plätze für Turmfalke, Schleiereule und Zwergfledermaus eingebaut. Auch die bedrohte Hornisse wird hier ein stilles ungestörtes Eckchen für den Bau ihres Fußball großen freihängenden Nests finden.
Wenn die Bauarbeiten weiter so zügig und planmäßig verlaufen, könnten die ersten tierischen Übernachtungsgäste wie Schleiereule, Turmfalke, Haus- und Feldsperling und Überwinterungsgäste wie die Zwergfledermaus, das Tagpfauenauge und Marienkäfer schon Ende November 2023 ihr neues Quartier beziehen!
So geht praktischer und wirkungsvoller Artenschutz für die vielerorts längst verschwundenen und regional bedrohten Gebäude bewohnenden Tierarten.
Rauchschwalbe wärmt Junge im Nest © Leo/fokus-natur
Baubeginn am Trafoturm Hesseln © SPA

Von einer Leimrute befreite Waldohreule © Komitee gegen den Vogelmord
2. Zypern-Report: Wie von uns im Stillen befürchtet, holen die «Großen» unter den zypriotischen Vogelwilderern jetzt im Herbst nach, was sie im Frühjahr unterlassen hatten: massiven Zugvogelfang mit Netzen und Leimruten
Während der ersten 4 Vogelschutzcamp-Einsatzwochen des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung auf Zypern wurden unsere stillen Befürchtungen für die Herbst-Vogelzugzeit leider wahr. Illegal agierende Vogelwilderer und Vogeljäger auf Zypern kompensieren den stark reduzierten Vogelfang im Frühjahr dieses Jahres jetzt während des Herbst-Vogelzugs mit umfangreichen Zugvogelfang-Aktivitäten.
Wie angekündigt, konzentrieren sich unsere Vogelschutzaktiven auch diesen Herbst auf die aktivsten und rabiatesten Vogelwilderer und deren bisher aufgefundenen 37 Vogelfangplätze. Und unsere operative Strategie zeigt Wirkung und motivierende Erfolge! So konnten an diesen aktiven Vogelfangplätzen bisher schon 20 Vogelwilderer inflagranti erwischt und ihre Vogelfangaktivitäten für Strafanzeigen bestens dokumentiert werden. Das ist für die ersten 4 Vogelschutzcamp-Einsatzwochen ein Strafanzeigen-Rekordergebnis!
Noch erfreulicher ist die Tatsache, dass unter den von unseren Vogelschutzaktiven erwischten Vogelwilderern mehrere waren, gegen die seit Jahren trotz wiederholter und gut dokumentierter Vogelfang-Beobachtungen keine Bußgeldbescheide verhängt wurden oder die wir nicht auf frischer Tat ertappen konnten.
So konnten wir den «Minenfeld-Vogelwilderer» bei seinen illegalen Machenschaften auf frischer Tat erwischen. Der Mann baute seit vielen Jahren unter Lebensgefahr, aber deshalb unbehelligt, seine verbotenen Fangnetze in einem offiziell als Minenfeld ausgeschilderten Gebiet auf. Damit ist jetzt Schluss, konnten unsere Aktiven den Wilderer mit seinen 3 aufgebauten Fangnetzen und einer elektronischen Vogelstimmen-Lockanlage endlich bei seinem verbotenen Tun erwischen und anzeigen.
Besonders motivierend für unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer ist auch der Einsatzerfolg gegen 2 Vogelwilderer, die in der Bergregion oberhalb der Ortschaft Troulloi jahrelang Zugvogelfang mit verbotenen Fangnetzen betrieben und sich zusätzlich mit dafür aufgebauten Leimruten auf den Fang von Eulen spezialisiert hatten. Diese beiden Vogelwilderer hatten wir schon seit Jahren auf unserer “Top Wanted List”, fanden wir doch an deren Vogelfangplätzen immer wieder totgeschlagene Eulen!
Diesen Herbst bauten wir deren Fangnetze und Leimruten nicht ab, sondern observierten den Fangplatz längere Zeit, bis die Wilderer mit nicht registrierten Motorrädern zur Kontrolle ihrer Fangnetze und elektronischen Vogelstimmen-Lockanlagen kamen.
Unsere Vogelschutzcamp-Aktiven überraschten die beiden Wilderer laut rufend beim Töten der in Netzen gefangenen Vögel. Erschreckt rannten die Wilderer zu ihren Motorrädern und rasten mit hoher Geschwindigkeit davon. Trotz fehlender Motorrad-Nummernschilder konnten die von uns informierten Wildhüter die Wilderer anhand der von uns gemachten Fotos identifizieren und auch schnell ausfindig machen.
Deren abendlicher Ausflug an ihren Vogelfangplatz endet mit Bußgeldbescheiden von bis zu 7.000,00 Euro pro Person… und wurde damit für beide Wilderer ein sicherlich höchst erinnernswerter Vogelfang-Ausflug.
Ergebnisse des Zypern-Herbst-Vogelschutzcamps (03.09. – 02.10.2023)
Vogelwilderer
Vogeljäger
Festzuhalten bleibt, dass unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer nach wie vor und praktisch ohne Unterstützung der für Wilderei-Straftaten zuständigen staatlichen Wildhüter die gesamte Vogelschutzarbeit wie das Auskundschaften der Fangplätze, die Meldung der Fangplatz-Koordinaten, die Fotodokumentation der Vogelwilderer bei frischer Tat und die Meldung der Straftaten bei der zuständigen Polizeistation machen müssen. In der Praxis müssen wir die staatlichen Wildhüter regelrecht zum Tatort tragen!
Mönchsgrasmückenweibchen gefangen an einer Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Befreiung von Singvögeln aus illegalem Fangnetz © Komitee gegen den Vogelmord

Waldlaubsänger gefangen an einer Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
1. Zypern-Report: Der noch immer massenhafte herbstliche Vogelmord verlagert sich zunehmend von der Vogelwilderei mit illegalen Fanggeräten auf illegale Vogeljagdaktivitäten
Während der ersten 10 Einsatztage des Zypern Herbst-Vogelschutzcamps 2023 des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung wurden unsere stillen Befürchtungen für die Herbst-Vogelzugzeit leider wahr. Illegal agierende Vogelwilderer und Vogeljäger auf Zypern kompensieren den stark reduzierten Vogelfang im Frühjahr jetzt während des Herbst-Vogelzugs mit massiven Vogelmord-Aktivitäten.
Erfreulich allerdings ist die Tatsache, dass unter den von uns bereits erwischten und angezeigten Wilderern auch ein Vogelwilderer war, den wir seit 2015 vergeblich versucht haben, inflagranti zu erwischen. Dies, obwohl unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer an dessen verbotenem Fangplatz im Verlauf der zurückliegenden 8 Jahre hunderte von illegalen Leimruten abgebaut und vernichtet hatten. Diesen Wilderer können wir zunächst von unserer «wanted»-Liste streichen, werden aber seinen Fangplatz weiter überwachen!
Unter den bereits erwischten Vogelwilderen war auch ein Wilderer, den wir in den letzten 10 Jahren bereist 4 x erwischt und angezeigt hatten und der jedes Mal mit Bußgeldbescheiden zwischen 200-400 Euro davonkam. So wird der auch aktuell nur einen neuen Bußgeldbescheid über 200 Euro wegen des Besitzes von verbotenen Leimruten bekommen.
Der Rückgang des illegalen Vogelfangs wird, so scheint es aktuell, durch zunehmende illegale Jagdaktivitäten kompensiert. Vogeljäger fühlen sich vor unseren Aktivitäten und Zugriffen sehr viel sicherer, sind die Gewehre doch schnell versteckt oder eingepackt und der Jagdplatz mittels in der Nähe geparktem SUV im Schnellgang verlassen!
Wie unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer trotzdem erfolgreich gegen illegal agierende Vogeljäger vorgehen, werden wir im 2. Zypern-Vogelschutzcamp-Report berichten.
Erste Ergebnisse des Zypern-Herbst-Vogelschutzcamps (03.09. - 13.09.2023)
Vogelwilderer
Zwei Waldlaubsänger + Mönchsgrasmücke gefangen an Leimmruten © Komitee gegen den Vogelmord
Konfisziertes Gewehr + elektronische Vogelstimmen-Lockanlage © Komitee gegen den Vogelmord

Aufbau Wildkamera nahe Habichtsadler-Horst © A. Scuderi
5 lange Monate operativer Habichtsadler-Schutzcamp-Arbeit im Bergland Siziliens brachten bemerkenswerte Ergebnisse und außergewöhnliche Erlebnisse!
Mit unserer Projekt-Förderzusage in Höhe von 8.000 Euro konnten schon im Januar 2023 die umfangreichen organisatorischen Vorbereitungen für das diesjährige Habichtsadler-Schutzcamp auf Sizilien beginnen, das dann im März mit der operativen Einsatzarbeit in den Bergregionen Siziliens auf Touren kam.
Erstmals wurden in die Adler-Horstbewachung und in die mehr als 250 Kontrollfahrten zu entlegenen Horst-Standorten auch Brutplätze des vom Aussterben bedrohten Lannerfalken einbezogen. Dies bedeutete für die insgesamt 25 ehrenamtlich arbeitenden Adlerschützerinnen und Adlerschützer eine Menge zusätzlicher zeitraubender Einsatzzeit, reagieren Lannerfalken doch schon auf leichte Störungen in der näheren Horst-Umgebung mit dem Abbruch des Brutgeschäfts. Leider waren in der Vergangenheit Profi- und Amateur-Vogelfotografen mit ihrem Drang zu perfekten Greifvogelfotos immer wieder Ursache solcher die Existenz dieser wunderschönen Falkenart bedrohenden Brutverluste.
Insgesamt 65 Adlerhorste wurden überwacht, an 52 Habichtsadler-Horsten konnten Brutaktivitäten beobachtet werden. Aus 33 Adlerhorsten flogen insgesamt 53 Jungadler erfolgreich aus. Das war das beste Jungadler-Ergebnis seit Beginn der Adler-Schutzcamparbeit auf Sizilien im Jahr 2012!
Zu der Habichtsadler- und Lannerfalken-Horstplatzüberwachung gesellte sich völlig unerwartet die Meldung eines Schmutzgeier-Horstplatzes mit einem einzelnen Geier. Nach Obervierung der Horst-Umgebung am folgenden Tag wurde ein tödlich verunglückter Altvogel gefunden. Die Geier-Brut zu retten, war für 6 unserer ehrenamtlichen Adlerschützer eine Herzensangelegenheit. Die legten über viele Wochen täglich Geier-gerechte Nahrung in Nähe des Horstplatzes aus, die der überlebende Altvogel auch regelmäßig holte. Und der Erfolg belohnte die „Geierschützer“, konnte doch am 27. Juli 2023 ein Jung-Geier außerhalb des Horstes beobachtet werden. Dieser Bruterfolg ist nicht hoch genug einzuschätzen, da in Italien insgesamt nur noch 7-8 Schmutzgeier-Brutpaare existieren!
Junge Lannerfalken in Horstnähe © S. Cacopardi
Schmutzgeier beobachtet Futterplatz © Mathia-Coco
Nordhausen, NSG Rüdigsdorfer Schweiz - blütenreicher Gipskarst-Magerrasen © SPA
Nach 15 Jahren geduldiger Aufklärung und Informationen zum Schutz unserer Bergwiesen ohne spür- und sichtbare Wirkung mussten wir handeln!
Auch hier im Süd-Harz finden auf unseren Eigentumsflächen in der Rüdigsdorfer Schweiz bei Nordhausen hunderte Blütenpflanzen, Orchideen, Glockenblumen, Wiesenflockenblumen, Enziane und viele weitere Blütenpflanzen einen andernorts durch massiven Gipsabbau um Nordhausen längst zerstörten Überlebensraum.
Das Ergebnis althergebrachter extensiver bäuerlichen Wiesennutzung als Mähwiese oder Mähweide ist eine ökologische Lebensraum-Rarität, ein Naturparadies erster Güte: Hier konnte sich über Jahrhunderte die ganze Vielfalt und Pracht nährstoffmeidender Blütenpflanzen entwickeln.
Und die alle haben ihre ganz speziellen Liebhaber im Insektenreich, mehr als 300 Käfer-, Wildbienen- und Schmetterlingsarten nutzen den Pollen- und Nektarreichtum der sonnenbeschienenen Magerwiesenflächen, die auch selten gewordenen Vogelarten wie der Goldammer, der Grauammer und dem Neuntöter und auch Nachtfalter jagenden Fledermäusen ein Überleben sichern.
Doch dieses ökologisch kostbare artenreiche Biotop, das wir vor 15 Jahren zum dauerhaften Schutz mit Spendengeldern gekauft hatten, wurde in den letzten 10 Jahren durch missbräuchliche Nutzung für Spaß machende Freizeitaktivitäten zunehmend bedroht und zerstört. Trotz unseres Flächeneigentums wurde dort verbotenerweise gegrillt, eine ungenehmigte Sitzgruppe errichtet, Abfall abgelagert und die Böden der Bergwiesen und deren Vegetation durch Mountainbike-, Motorrad- und Quad-Fahrer geschädigt und zerstört.
Seit Frühjahr dieses Jahres ist damit Schluss … endlich herrscht wieder Ruhe am Berg, vorbei die Zeit des sinnlosen motorisierten Austobens auf den Bergwiesen. Die sind nun mit Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordhausen auf unsere Kosten robust geschützt. Die kreuz und quer wild entstandenen Fahr- und Fußwege auf den Bergwiesenflächen sind durch große Felsblöcke abgeriegelt und für die nun auf unseren Flächen weidenden halbwilden Rinder alter Rassen zusätzlich mit Elektro-Zäunen gesichert.
Und unsere tierischen Landschaftspfleger zeigen bei menschenverursachten Störungen ihrer Weideflächen ebenfalls robuste Reaktionen. Wanderinnen und Wanderer auf den gut markierten Wegen und auch wir sind begeistert, wie schnell sich die Natur mit ihrer Artenvielfalt an Flora und Fauna die nun störungsfreien Bergwiesenflächen in der ohnehin als NSG geschützten „Rüdigsdorfer Schweiz“ zurückerobert.
Nordhausen, NSG Rüdigsdorfer Schweiz - Biotoppflege durch extensive Beweidung © SPA
Nordhausen, NSG Rüdigsdorfer Schweiz - Schutz unserer Magerrasen-Grundstücke © SPA
Dunkelwasserläufer in der Lagune Pantano Cuba © SPA_IT
Sizilien Anfang August 2023… und die Watvögel und Vögel der nordeuropäischen Küsten und Feuchtgebiete rasten schon in unserem Pantani-Zugvogelschutzgebiet
Anders, als sich Menschen landläufig den Herbst-Vogelzug Richtung Süden vorstellen, verhalten sich die Zugvogelarten der Nord- und Ostsee-Küsten und der nordeuropäischen Feuchtgebiete bis hinauf in die Tundra: die machen sich nämlich schon Ende Juli auf die Flügel Richtung Mittelmeer und Nordafrikanische Küste.
Und hier, in unserem inzwischen auf 412 ha Fläche angewachsenen Zugvogelschutzgebiet Pantani Cuba & Longarini an der Südostküste Siziliens lauert ihnen Paolo, einer unsere Bird Guards, auf, um mittels Kamera den Beweis anzutreten, dass es sich seit Samstag, 05.August 2023 bei Tagestemperaturen von bis zu + 35° C und einer Lagunen-Wassertemperatur von + 28° C Scharen von Zugvögeln von den nordeuropäischen Küsten und Feuchtgebieten hier auf Siziliens gut gehen lassen.
Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Dank starker Winterregen 2022/23 haben die Lagunen noch immer gute Wasserstände und breite feuchte Uferbereiche, Nahrung gibt es satt und dank unserer Komplett-Einzäunung und Bewachung sind weit und breit keine Vogelwilderer in Aktion.
Bei seiner morgendlichen Vogelbestandszählung konnte Paolo Dunkelwasserläufer aus dem hohen Norden bis nach Lappland und Sibirien beobachten, Bruchwasserläufer aus den Mooren und Sümpfen der Taiga-Regionen Skandinaviens, Sichelstrandläufer aus Sibirien und Grünschenkel und Zwergstrandläufer aus Nordeuropa fotografieren, die dort in der Tundra und Küsten-Tundra brüten und die zur Rast und Nahrungssuche Schlick- und Schlammflächen an Meeresküsten und an Binnengewässern nutzen.
Sie alle finden in den von uns ökologisch sanierten 284 ha Lagunen- und Uferflächen unseres Zugvogelschutzgebiets die Ruhe und Ungestörtheit, die ihnen an den Zugvogel-Hotspots auf den Inseln im Mittelmeer-Raum (EU-Gebiet) von Menschen rücksichtlos geraubt wird… schlimmer noch, wo sie zu Millionen gefangen, geschossen und gemordet werden.
Sichelstrandläufer im Flachwasser der Lagune Pantano Cuba © SPA_IT
Löffler, Stelzenläufer und Watvogelarten rasten in der Lagune Pantano Cuba © SPA_IT

Schwarzstorch über dem Hirschgrund-Wiesenbachtal © SPA
Wirtschaftlich nicht genutzte Kleingewässer sind wahre Artenvielfalt-Hotspots
Gemeinsam mit unserem Projektpartner, dem Landschaftspflegeverband Westsachsen e.V., wurden von Januar bis Anfang März 2023 im Hirschgrund-Wiesenbachtal bei Oberlungwitz (West-Sachsen) weitere ökologisch wertvolle standortangepasste Bäume und Sträucher gepflanzt, zwei ehemals intensiv genutzte Fischteiche saniert und sechs komplett neue Weiher (Stillgewässer) angelegt. Die schaffen im Hirschgrund wertvollen neuen Lebensraum für eine Vielzahl an Vogelarten, Libellen, Fröschen und auch Kröten.
Pünktlich zu Beginn der Brutzeit waren die Landschaftsgestaltungs-Arbeiten abgeschlossen, und obwohl sich die neu angelegten Weiher und Teiche gerade erst gefüllt hatten und sich der erste Uferbewuchs einstellte, rasteten und laichten hier bereits Ende März die ersten Grasfrösche und Erdkröten. Mit dem Aufkeimen des frisch eingesäten standortangepassten „Regio-Saatgutes“ in den Uferbereichen wurden die neuen Feuchgebiet-Lebensräume im Frühjahr und Sommer von weiteren Tierarten besiedelt.
So entdeckten wir dort nicht nur Libellen wie den Plattbauch, die gebänderte Prachtlibelle und die Azurjungfer, sondern auch zahlreiche Kaulquappen der in Sachsen gefährdeten Knoblauchkröte. Deren Kaulquappen können die beachtliche Größe von bis zu 19 cm Länge erreichen. Gefreut haben wir uns auch über den am Himmel kreisenden Schwarzstorch, der die neuen, für ihn gut erreichbaren Kleingewässer offensichtlich bereits als Nahrungsquelle entdeckt hatte.
Mit der weiteren Zunahme an Insekten, Kaulquappen und auch dem Eintrag von Weißfisch-Laich durch Enten werden zukünftig weitere vielerorts bedrohte Wildtierarten wie der Kammolch, die Ringelnatter und der Eisvogel von dieser dynamischen Entwicklung profitieren und die neuen Kleinbiotope als Nahrungs- und Lebensraum nutzen.
Auch wenn uns die schnelle Arten-Besiedelung dieser neu angelegten Biotope freut, zeigt diese aber zugleich eindrucksvoll, wie sehr heutzutage solche kleinteiligen naturnahen Feucht-Lebensräume in der ausgeräumten Landschaft fehlen.
Neuanlage Kleingewässer im Hirschgrund bei Oberlungwitz © SPA
Knoblauchkröte im Hirschgrund © Pröhl/fokus-natur
Weißdorn-Heckenschnitt im winterlichen Weidatal © SPA
Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke und Heckenbraunelle bringen Vielfalt in die Weißdornhecken
Das händische Zurückschneiden der weit ausladenden über 200 m langen Weißdornhecke im eisigen Dezember 2022 hat die von uns mit der Verjüngungskur einhergehenden Hoffnungen weit übertroffen. Heute ist die zurückgeschnittene Weißdornhecke wieder breit und dicht gewachsen. Die bei unserem Juni-Besuch zahlreichen ein- und ausfliegenden Mönchs-, Garten- und Dorngrasmücken und Heckenbraunellen, die ihre unüberhörbar bettelnden Küken fütterten, dokumentieren den sicht- und hörbaren Erfolg unserer Heckenbiotop-Pflegemaßnahmen. Was für Insekten die üppige Weißdorn-Blütenpracht mit Nahrung im Frühjahr ist, erfreut das Sing- und Zugvogelherz im Herbst mit reichhaltiger Beerennahrung.
In den vielstimmigen Vogelgesang hinein rief im Juni unüberhörbar ein Kuckuck, der das nun wieder vogelartenreiche Weidatal erst seit wenigen Jahren als Lebens- und Reproduktionsraum nutzt. Neu im Weidatal aufgetaucht sind auch Neuntöter und Pirol, die dank unserer umfangreichen Biotop-Entwicklungsmaßnahmen hier nun wieder erfolgreich brüten.
Was mit unseren Landkäufen im Weidatal anfänglich ein Vogelschutzgebiet werden sollte, ist heute zunehmend ein Artenvielfalt-Schutzgebiet, in dem sich mehr als 65 Brutvogelarten, ungezählte Insektenarten, insbesondere Käfer und Heuschrecken, und auch Amphibien und Reptilien wohlfühlen. Das alles auf nur 21 Hektar Stiftungsflächeneigentum plus 14 Hektar Privateigentum.
Umso irritierter sind wir, dass die zuständige UNB des Landkreis Greiz seit nunmehr 4 Jahren an der von uns beantragten amtlichen Ausweisung des Gebiets als „Geschützten Landschaftsbestandteil (GLB)“ herumbastelt... und ein rühmliches Ende ist noch immer nicht in Sicht. In dieser UNB (Kreisbehörde) müsste nun endlich jemand einmal ein Tat-auslösendes Machtwort sprechen!
Blühende Weißdornhecke © SPA
Beerentragende Weißdornhecke © SPA
Rosaflamingo mit Küken © SPA_IT
Unser anhaltend im Aufbau befindliches Schutzgebiet an der Südostküste Siziliens ist seit Mitte Juni eine artenreiche und sehenswerte Kinderstube
In der konnten wir zu unserer großen und freudigen Überraschung dieses Jahr in den Lagunen Pantano Cuba & Pantano Longarini seit 2021 zum 1. Mal drei Brutpaare Kolbenenten feststellen. Diese farbenfrohe, aber scheue Entenart wurde letztmalig im Jahr 1940 in Ostsizilien beobachtet!
Die 125 Brutpaare Rosaflamingos ziehen artgemäß jeweils nur 1 Junges groß.
Auch Zwergseeschwalbe und Bläßhuhn können für ihren Nachwuchs nahrungsmäßig endlich wieder ungestört und aus dem Vollen schöpfen.
Bei dieser erfreulichen Vogelnachwuchs-Situation ist uns um die Zukunft der Biodiversität in unserem Pantani-Schutzgebiet nicht bange.
Kolbenenten-Küken in der Lagune Pantano Cuba © SPA_IT
Blässhuhn füttert Junges © SPA_IT

Eisvogel auf Jagdansitz © A. Kneifel
Im Ösebach-Tal eine sommerliche Stunde lang Biotop und Artenvielfalt allein und ungestört erleben, war Balsam für die Seele eines engagierten Artenschützers
Ich wollte 1 Stunde lang hautnah erleben, was da so im Ösebach-Tal kreucht und fleucht… und das war nicht wenig. Es wurde ein echtes Erfolgserlebnis, das mich nach mehr als 23.000 Euro Spendengeld-Investitionen in Biotop-Entwicklungs- und Optimierungsmaßnahmen im Ösebach-Tal und auf dem ebenfalls uns gehörenden benachbarten Immelsberg so richtig zufrieden macht.
An Greifvögeln waren Rotmilan, Mäusebussard und Sperber bei Nahrungssuche-Flügen zu beobachten. Die noch vielstimmige Singvogelwelt war in den breiten, unsere extensiv genutzten Wiesenflächen umgebenden Heckensäumen mit Mönchsgasmücke, Dorngrasmücke, Goldammer, Bluthänfling, Heckenbraunelle, Zilpzalp und Neuntöter vertreten.
Und der im Jahre 2021 angelegte bis zu 8 m breite Blühstreifen entlang des Ösebachs bot mit seiner Blütenpracht nicht nur eine wahre Augenweide, sondern war auch attraktiver nahrungsreicher Treffpunkt für Ackerhummel, Steinhummel, Honigbiene, 2 Solitärbienenarten und mehrere Schwebfliegenarten. Diese Insektenvielfalt ließ sich auch die Hornisse nicht entgehen!
Diese eine sonntägliche Stunde war Naturerlebnis pur für Auge, Ohr und Nase… Sinnesorgane, was wollt ihr mehr!
Roland Tischbier, 11. Juni 2023
Der Ösebach in unserem Wiesental bei Gehrden © SPA
Blühstreifen in unserem Ösebach-Tal bei Gehrden © SPA
Pantano Longarini: Stelzenläufer an Insel-Abbruchkante © SPA_IT
Im Rahmen unserer ökologischen Sanierung der durch menschliche Eingriffe in der Vergangenheit stark geschädigten Lagune Pantano Longarini wurden im Jahr 2022 mehr als 40.000 m³ Sandboden bewegt. Dies, um umfangreiche neue vielgestaltige Lagunen- und Kanalufer zu schaffen und in der Lagune Pantano Longarini eine Vielzahl neuer kleiner Inseln mit unterschiedlichen Bodenstrukturen anzulegen.
Die neu geschaffenen Kanal- und Lagunen-Uferprofile und Inseln in unseren Lagunen Pantano Longarini und Pantano Cuba sind bei der mediterranen Brutvogelwelt an der Südostküste Siziliens der Hit des Jahres 2023.
Brutvogelart & Anzahl Brutpaare (BP)
Pantano Longarini (Lagune)
• Zwergseeschwalbe - mind. 62 BP
• Seeregenpfeifer - 5 BP
• Flussregenpfeifer - 2 BP (1 BP bereits mit 2 Küken)
• Stelzenläufer - mind. 30 BP
• Triel - 2 BP
• Rosaflamingo – erstmals 128 BP
Pantano Longarini (Ufer-, Röhricht- und Uferwiesenbereiche)
• Seidenreiher - 20 BP
• Marmelente - 6 BP
• Haubentaucher – mind. 10 BP
• Wiedehopf – mind. 2 BP (altes Gebäude)
• Moorente - 3-4 BP
• Purpurhuhn - 3-4 BP
Pantano Cuba (Lagune & Ufer-, Röhricht- & Uferwiesenbereiche)
• Moorente - 6-7 BP
• Triel - 3-4 BP
• Haubentaucher – 8 - 9 BP (4 BP mit Jungen)
• Zwergrohrdommel - 2-3 BP
• Purpurhuhn- 2-BP
• Wiedehopf – mind. 2 BP (in alten Gebäuden)
Auf den nachstehenden Karten hat unser Biologe & Bird Guard Paolo die Insel-Brutplätze der aktuell dort brütenden Vogelarten und der Anzahl Brutpaare (BP) dokumentiert.
Brutpaare auf neu angelegten Inseln in der Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Brutpaare auf neu angelegten Inseln in der Lagune Pantano Longarini © SPA_IT

Adlerschützer installiert Überwachungskamera © A. Scuderi
Sizilien: Vorläufiger Abschlussreport Habichtsadler-Schutzcamp Frühjahr 2023
Habichtsadler-Brutpaare auf Sizilien haben es nicht leicht, einen ungestörten Hostplatz zu finden, um ungestört brüten zu können und dann ihre Jungen auch noch erfolgreich großzuziehen. In den Bergregionen Südwest-Siziliens brüteten bis 2013 nur noch 25 Habichtsadler-Paare. Allein seit der Jahrtausendwende war die Zahl ihrer Brutpaare auf Sizilien um 50 Prozent eingebrochen.
Grund dafür waren einmal mehr skrupellose Vogelwilderer, die den Schwarzmarkt für seltene Greifvögel in ganz Europa mit geraubten Adlereiern und -küken versorgen. Adlerküken werden illegal an Schausteller in Südeuropa und betuchte Greifvogelliebhaber und Käufer in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens zu Wucherpreisen verkauft. Wie viele Adlerküken und Jungadler dabei elendig ihr Leben ließen, zählte niemand.
10 Jahre harter und strapazenreicher Adler-Schutzcamparbeit haben diese für den Habichtsadler existenzbedrohende Situation auf Sizilien zum Besseren wenden können.
So konnten unsere ortskundigen Adler-Schützerinnen und Adler-Schützer dieses Frühjahr 64 Adlerpaare in den von Habichtsadlern besiedelten Bergregionen Südwest-Siziliens erfassen. 50 Adlerpaare konnten beim Horst-Bau (Nestbau) beobachtet werden. 47 Brutpaare brüteten tatsächlich. Bis zum 20.05.2023 konnten immerhin 40 agile Jungadler in den Horsten beobachtet werden!
Dank der anhaltenden und hohen Adlerhost-Überwachungsfrequenz sind wir sicher, alle Adlerbrutpaare auf Sizilien erfasst zu haben und konnten nicht zuletzt dank des Einsatzes von modernster Überwachungstechnik auch jegliche Horstplünderungen und den Diebstahl von Adlerküken verhindern. Auf diese Erfolge sind wir gemeinsam mit allen Adler-Schützerinnen und -Schützern stolz und danken zugleich unseren Spenderinnen und Spendern, die diese zeitraubende Adler-Schutzarbeit finanziell ermöglicht haben.
Erstmals wurden während der Habichtsadler-Schutzcamp-Einsatzzeit auch die Horste der vom Aussterben bedrohten Lannerfalken erfasst. Dabei wurden die bis in die 90er Jahre bekannten 50 Lannerfalken-Brutreviere im Südwesten Siziliens systematisch abgesucht. Leider konnten nur noch 15 von Lannerfalken besetzte Brutreviere festgestellt werden, aber nicht alle Brutpaare brüteten erfolgreich. Bisher konnten auf den Horsten und in Horstnähe 16 junge Lannerfalken beobachtet werden.
Diese geringe Reproduktioszahl lässt für die Zukunft dieser extrem scheuen und störungsempfindlichen Falkenart nichts Gutes erwarten… es sei denn, wir weiten zukünftig unsere Adler-Schutzaktivitäten auch auf die Lannerfalken aus. Ob wir dafür die erforderlichen zusätzlichen Greifvogel-Schützerinnen und -Schützer finden und das zusätzlich erforderliche Geld werden aufbringen können, müssen die kommenden Monate bis zum Jahresende 2023 zeigen.
Habichtsadler überfliegt sein Brutrevier © A. Scuderi
Lannerfalke beobachtet seinen Horst © S. Cacopardi

Mönchsgrasmückenweibchen gefangen an Leimrute in Maulbeerbaum © Komitee gegen den Vogelmord
Zypern Frühjahrs-Vogelschutzcamp 2023
Während der ersten zwei Einsatzwochen unseres Zypern Frühjahrs-Vogelschutzcamps 2023 und auch über die Osterfeiertage hielten sich die zypriotischen Vogelfänger mit ihren illegalen Aktivitäten sehr zurück. Trotzdem konnten zwei Wilderer von unseren Vogelschützern erwischt und gemeinsam mit Wildhütern und der Polizei auf frischer Tat überführt werden. Die Bußgeldbescheide über jeweils 9.200 Euro hatten es in sich und tun den unverbesserlichen Vogelwilderern richtig weh!
Dank des selbstlosen Einsatzes der ehrenamtlichen Vogelschützerinnen und Vogelschützer im diesjährigen Frühjahrs-Vogelschutzcamp haben die zwei erwischten Vogelwilderer dieses Mal garantiert kein gutes Geschäft gemacht und werden es sich für die Zukunft zweimal überlegen, ob sie den in Europa und auch auf Zypern streng geschützten Vogelarten auch zukünftig nachstellen wollen.
Einer der Täter hatte ein Dutzend Leimruten fangbereit in seinem Garten ausgelegt und wurde erwischt, bevor er überhaupt einen Vogel fangen konnte. Der andere Wilderer wurde von einem Vogelschützer-Team an seinem Fangplatz mit 12 in Maulbeerbäumen fangbereit aufgebauten Leimruten angetroffen und bei der Polizei angezeigt. Von den illegalen Leimruten konnten drei Mönchsgrasmücken und ein Waldlaubsänger befreit und nach Reinigung des Gefieders von Leimresten wieder in die Freiheit entlassen werden.
Ergebnisse des Zypern-Frühjahrs-Vogelschutzcamps vom 07. bis 22. April 2023:
Illegaler Leimruten-Fangplatz in Maulbeerbaum © Komitee gegen den Vogelmord
Illegale Leimruten - von denen gibt es für Singvögel kein Entrinnen © Komitee gegen den Vogelmord
Marmelente in der Lagune Pantano Longarini © SPA.IT_PG
Mit finanzieller Unterstützung durch ein EU-LIFE18 Artenschutzprojekt schaffen wir der Marmelente in unserem Zugvogelschutzgebietsteil Pantano Longarini einen perfekten Überlebensraum
Die Marmelente (Marmaronetta angustirostris) nimmt eine Sonderstellung zwischen Gründelenten und Tauchenten ein und ist die einzige Vertreterin der Gattung Marmaronetta. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet in Europa sind die Feuchtgebiete mit Flachwasserseen im Mittelmeerraum. Hier kommt sie heute nur noch in Andalusien, der Camargue, auf Mallorca und in unserem Zugvogelschutzgebiet Pantani Cuba & Longarini an der Südostküste Siziliens vor. Und ist vom Aussterben bedroht...
Den hier in unserem Schutzgebietsteil Pantano Longarini (Stiftungseigentum) noch vorkommenden kleinen Bestand der Marmelente zu stärken und damit auch das Aussterben dieser kleinen scheuen Entenart in Südeuropa zu verhindern, ist gemeinsames Ziel der EU und unserer Stiftung. Dafür investieren wir im Rahmen eines EU- LIFE18 Förderprojekts gemeinsam mehr als 3.2 Millionen Euro (EU - 75%, Stiftung - 25%) und bauen seit 2021 die früher kommerziell genutzte Lagune Pantano Longarini und das dort künstlich angelegte Kanalsystem zu einem neuen auch für die Marmelenten-Population perfekt geeigneten Feuchtgebiets-Lebensraum um.
Für den neuen Lagunen-Lebensraum wurden allein im Jahr 2022 mehr als 40.000 m³ Sandboden bewegt, umfangreiche vielgestaltige Lagunen- und Kanalufer neu geschaffen und in der Lagune Pantano Longarini viele neue kleine Inseln angelegt.
Marmelenten brauchen ein warmes Klima. Obwohl die Marmelente zweimal im Jahr mausert, besteht in der Gefiederfärbung während der Brutzeit zwischen den Geschlechtern kein Unterschied. Sie brüten an vegetationsreichen Teichen, Tümpeln und Seen sowohl im Süß- als auch im Brackwasser. Anders als viele andere Entenarten zieht die Marmelente nicht zwischen Rast- oder Brutplatz und Nahrungsrevier hin und her. Stattdessen hält sie sich an einem einzigen Gewässer auf, das alle ihre Anforderungen an ihren Lebensraum erfüllen muss. Das Gewässer muss seicht sein und einen dichten Schilfgürtel aufweisen. Diese speziellen hohen Anforderungen an ihren Lebensraum sind der Grund für die Seltenheit dieser Ente und zugleich ihr hohes Risiko, in Europa auszusterben.
Allein im 20. Jahrhundert wurden bis zu fünfzig Prozent ihrer Bruthabitate durch Trockenlegung von Feuchtgebieten, Wasserbaumaßnahmen, Röhricht-Mahd, Beweidung sowie eine intensivierte landwirtschaftliche Nutzung zerstört. Der südeuropäische Brutbestand beträgt nur noch 390 bis 1.000 Brutpaare mit stark abnehmender Tendenz. Diese schon immer seltene Entenart ist in Südeuropa akut vom Aussterben bedroht.
Die Marmelenten-Zuchtstation "La Granja Del Sales" in Valencia, Spanien hilft uns, den Bestand der Marmelente in unserem Pantani-Lagunen-Feuchtgebiet in einem Zeitraum von 4 Jahren substanziell zu erhöhen und so die natürliche Marmelenten-Reproduktionsrate mittel- und langfristig zu stärken. Damit steigt auch die Chance auf eine Marmelenten-Wiederbesiedelung von noch und/oder wieder geeigneten Feuchtgebieten auf Sizilien und in Italien.
Marmelente in der Lagune Pantano Longarini © SPA.IT_PG
Marmelenten in der Lagune Pantano Longarini © SPA.IT_PG
Milchweißes Knabenkraut auf Pantani-Uferwiese © SPA.IT_PG
Anfang April ist Hochfrühling auf Sizilien und unsere nur extensiv genutzte Wiesenlandschaft um unsere Lagunen Pantano Cuba & Longarini ist ein Blütenmeer von tausenden Wildblumen.
Nahezu 140 Zugvogelarten haben auf ihrem Frühjahrsvogelzug gen Norden seit Mitte Januar die Ruhe, Ungestörtheit und den Nahrungsreichtum unseres inzwischen schon 405 ha (4.050.000 m²) Fläche umfassenden Zugvogelschutzgebiets ausgiebig zur Auffrischung ihrer Energiereserven genutzt.
Jetzt Anfang April stehen ca. 12 ha nur extensiv als Mähweide und Mähwiese genutzte Wiesenlandschaft in voller Blüte und bietet hunderten von Insektenarten, Schmetterlingen, Solitärbienen und Käfern einen prall gefüllten Nahrungstisch an Pollen und Nektar. Und wo die Insekten sind, finden sich auch schnell deren insektenfressende Vogelliebhaber ein!
Die von Eseln beweideten Wiesenflächen sind voller zartblauer Blüten der wilden Anemone und hunderter magenta-farbener Wiesen-Gladiolen. Die ufernahe Orchideenwiese beherbergt nach jahrelanger systematischer Entfernung des dort früher illegal abgelagerten Mülls und sämtlicher invasiven (nicht heimischen) Pflanzenarten inzwischen schon 6 verschiedene Arten von wilden Orchideen. Das im Bild gezeigte Milchweiße Knabenkraut wurde von unserem Bird Guard Paolo erstmals Ende März 2023 in unserem Zugvogelschutzgebiet gefunden. Diese Orchidee kommt auf den Inseln im Mittelmeer mit Ausnahme Zyperns vor. Die kalkliebende Art wächst bevorzugt auf naturnahen und extensiv genutzten Wiesen und in Macchien.
Insgesamt bietet unser Zugvogelschutzgebiet nun 17 Orchideenarten einen komplett müllfreien und von uns streng geschützten Lebensraum. Entsprechend artenreich entwickelt sich auch das Insektenleben.
Diese Blütenpracht mit ihrer enormen Farbenexplosion ist nur eine der vielen herzerwärmenden und zutiefst befriedigenden Folgen unserer jahrelangen engagierten Biotop-Sanierungs- und Schutzarbeit in einem der wichtigsten Lagunen-Feuchtgebietskomplexe entlang der mittleren (zentralen) Vogelzugroute von Nord-/Mitteleuropa durch die Alpen und Italien über Sizilien direkt an die nordafrikanische Küste.
Pantano Cuba: wilde Anemonen auf extensiv von Eseln beweideter Wiese © SPA.IT_PG
Wilde Narzissen im Pantani Zugvogelschutzgebiet © SPA.IT_PG

Pflanzung eines großen Johannisbrotbaums (Ceratonia siliqua) in Pantano Cuba © SPA_IT
Zehn ausgewachsene Bäume fünf verschiedener Arten wurden Ende Februar 2023 in Pantano Cuba gepflanzt, um die Biotop-Struktur zugunsten von Zugvögeln und mediterranen Vogelarten zu bereichern und schnell zu optimieren.
Immer mehr Greifvogel- und Singvogelarten nutzen unser Pantani-Zugvogelschutzgebiet für lange Rastzeiten während der Vogelzugzeiten und zunehmend auch zum Überwintern. Wir haben daher in die Pflanzung mehrerer großer Bäume einheimischer sizilianischer Baumarten investiert, um die Struktur unserer Pantani-Landschaft und ihre natürlichen Lebensräume kurzfristig zu bereichern
Starke Regenfälle in der Region Pantani entlang der Südostküste Siziliens am 9. und 10. Februar 2023 schufen perfekte Bodenbedingungen für die Anpflanzung großer und ausgewachsener einheimischer Bäume rund um die Lagune Pantano Cuba. Die neuen „alten“ Bäume werden unsere Buschland- und Grasland-Lebensräume bereichern und für die Rast und Nahrungssuche durchziehender Greifvögel und Singvögel verbessern.
Wir haben fünf verschiedene Baumarten ausgewählt, die sich perfekt in unser Schutzgebiet und die lokale natürliche Umgebung einfügen. Dazu gehören zwei Johannisbrotbäume und ein großer wilder Olivenbaum, beides Arten, die typisch für die ländlichen Ökosysteme und Landschaften der Regionen Ragusa und Syrakus sind; drei Holly Oaks, eine immergrüne sizilianische Eichenbaumart, die einst besonders entlang der Küste sehr verbreitet war und hier zunehmend verschwindet; drei Honeyberry-Bäume, eine wilde Baumart, die typisch für trockene, felsige und warme Lebensräume ist und Beeren hervorbringt, die von vielen verschiedenen Vogelarten gefressen werden, und ein Granatapfelbaum mit großen Blüten und Nahrung für Insekten, der im Sommer schöne saftige rote Früchte hervorbringen wird.
Wir haben den Johannisbrotbaum (darunter ein riesiger Baum, der 60 Jahre alt ist) und den Oliven- und Granatapfelbaum in unsere mediterrane Streuobstwiese in der offenen Landschaft integriert.
Die drei sizilianischen Eichenbäume, jeder etwa 25 Jahre alt und fünf Meter hoch, wurden in unserem mediterranen Buschhabitat gepflanzt, um dessen Struktur mit einzelnen hohen Bäumen aufzuwerten und zu bereichern. Deren eiweißreiche kleine Eicheln werden von kleinen Säugetieren und Vögeln sehr gerne gefressen.
Die drei Honeyberry-Bäume, 20 Jahre alt und 6 Meter hoch, wurden innerhalb des Weidegebiets unserer Esel gepflanzt, wo es derzeit nur einige wenige Bäume gibt. Die neuen hohen Bäume werden Greifvögeln wie Falken und Eulen schattige Ruheplätze und natürliche Jagdansitz-Plätze bieten.
Das Pflanzen ausgewachsener einheimischer Baumarten ist eine robuste und positive ökologische Maßnahme, die die Qualität unseres Pantani-Schutzgebiets schnell verbessern wird und der Biodiversität neue und sofort verfügbare Biotop-Nischen bietet.
Pflanzung von "Holly Oaks" (Quercus ilex) in Pantano Cuba © SPA_IT
Pflanzung von "Honeyberry"-Bäumen (Celtis australis) in Pantano Cuba © SPA_IT

Singdrossel wird aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord
Schluss-Report und Ergebnisse des Zypern Winter-Vogelschutzcamps 2022/2023
Nach 10 Wochen Einsatzzeit im Zypern Winter-Vogelschutzcamp 2022/23 ist die beste Nachricht, dass wir im Winter noch nie so wenige aktive Vogelfangplätze festgestellt haben und so wenige illegale Fanganlagen abbauen mussten.
Der wesentliche Grund waren die in Südeuropa und auch auf Zypern ungewöhnlich hohen Tages- und Nachttemperaturen, die Singdrosseln und Feldlerchen, die auf Zypern im Winter bevorzugten illegalen Fang- und Jagdobjekte, keinen Grund boten, ihren Vogelzug vom Baltikum und von Griechenland gen Süden fortzusetzen. Beide Zugvogelarten fanden reichlich Nahrung in Südeuropa!
Als Folge des Singvogel-Mangels auf Zypern bauten viele Vogelwilderer diesen Winter vorsorglich ihre aufgebauten illegalen Fangnetze und auch die verbotenen Leimruten wieder ab, um nicht von unseren Vogelschützerinnen und Vogelschützern mit einer Strafanzeige „bedient“ zu werden!
Trotzdem gelang es uns, bei Ayios Nikolaos 2 Vogelwilderer beim Abbau ihrer 4 illegalen Fangnetze und einer illegalen elektronischen Vogelstimmenlockanlage zu überraschen und zu filmen und einen der beiden von der Polizei identifizieren Vogelwilderer anzuzeigen.
Besondere Geduld und Ausdauer mussten unsere Vogelschützer an einem illegalen Vogelfangplatz direkt an einem Wohnhaus im Limassol-Distrikt beweisen. Das dort aufgebaute Fangnetz war weithin sichtbar und auch von Nachbarn gut zu beobachten. Trotzdem dauerte es eine komplette Woche, bis der Vogelwilderer endlich 2 Singvögel im Fangnetz hatte und die auch sofort aus dem Netz nahm. Dabei konnten wir ihn filmen und derart gut dokumentiert erfolgreich Strafanzeige erstatten.
Der Mangel an Singdrosseln und Feldlerchen motivierte allerdings Vogeljäger in bisher nie gekanntem Ausmaß, selbst in Schutzgebieten auf alles zu schießen, was Federn hat. Selbst im Paralimni-See wurde Jagd auf streng geschützte Entenarten gemacht. Bei der Entenjagd illegal agierende Vogeljäger zu erwischen, erfordert Geduld und Einsatzbereitschaft, da die Vogeljäger ihre illegale Entenjagd meist erst nach Sonnenuntergang betreiben und ihre Jagdplätze mitsamt Beute erst nach Einbruch der Dunkelheit verlassen. Trotzdem konnten wir einen Vogeljäger nach der Entenjagd erfolgreich anzeigen.
Wir werden auch dieses Frühjahr auf Zypern mit einem neuen Vogelschutzcamp erneut Flagge zeigen und auf die sich ändernden Wilderer- und Vogeljagd-Aktivitäten flexibel und wirkungsvoll reagieren. Wir lassen unsere Freunde auf Zypern nicht hängen!
Endergebnisse Winter-Vogelschutzcamp vom 08.12.2022 – 26.02.2023
Vogelwilderer
Polizeibeamter bei Fangnetz-Abbau © Komitee gegen den Vogelmord
Singdrossel in einem illegalen Fangnetz © Komitee gegen den Vogelmord

Zugige Steinkauz-Etagenwohnungen © S. Wolf
Die nachhaltige Sicherung und Schaffung guter zukünftiger Steinkauz-Nist- und Brutplätze ist harte Arbeit
Unsere Stiftung pflegt (schneitelt) mit Förderung des Landes NRW und projektgebundenen Spendengeldern nun schon im 3. Winterhalbjahr erneut mehrere hundert Kopfweiden in den Landkreisen Paderborn, Gütersloh und Soest… mehr Informationen
Trotz der inzwischen mehr als 200 l segensreichen Niederschlags in den Landkreisen Paderborn, Gütersloh und Soest im Zeitraum Mitte November 2022 bis Ende Januar 2023 und entsprechend schwierigen Bodenverhältnissen liegen unsere Kopfbaum-Pflegeteams bestens in der Zeit und haben dieses Winterhalbjahr per 31.01.2023 insgesamt schon 757 Weiden auf den Kopf gesetzt und 60 neue Weidensteckhölzer gepflanzt.
Geschafft wurde das trotz widriger Witterungsbedingungen nur dank eines hochmotivierten Baumpflege-Unternehmens und nimmermüder Ehrenamtler, die selbst im Dunkeln mit Beleuchtungstechnik arbeiteten.
Und da wir, wie unser Steinkauz-Projektkoordinator Herbert uns am 30.01.2023 versicherte, „gut drauf sind“, wollen wir bis zum 28.02.2023, dem Ende des gesetzlich festgelegten Zeitraums für Baumschnittarbeiten in der freien Landschaft, noch weitere 129 Weidenbäume auf den Kopf setzen.
Das wäre dann mit insgesamt 886 geschneitelten Weidenbäumen für uns ein absoluter Kopfbaum-Pflegerekord. Als Sahnehäubchen für den Steinkauz bauen wir in geeignete Weidenbäume fernab von Straßen und Wegen auch noch 15 neue Steinkauzröhren ein, damit das Wohnraumangebot für diese kleine Tag-Eule in Ostwestfalen zeitnah verbessert wird.
Maschineller Kopfweidenschnitt, Nachpflegeschnitt per Motorsäge © SPA
Im Oktober 2022 gepflegte alte Kopfweiden © SPA

Von Poliziei konfisziertes Gewehr und illegale Jagdstrecke Singdrosseln © Komitee gegen den Vogelmord
1. Report und Ergebnisse des Zypern Winter-Vogelschutzcamps 2022/2023
Nach 3 Wochen Einsatzzeit im Zypern Winter-Vogelschutzcamp 2022/23 ist die beste Nachricht, dass im Winter noch nie so wenige aktive Vogelfangplätze festgestellt und so wenige Fanganlagen abgebaut wurden. Selbst illegale Singvogeljagd-Aktivitäten waren im Dezember viel geringer als in den Vorjahren. Was ist passiert, was ist anders als sonst im Dezember?
Nun, Südeuropa und Zypern erlebten im Dezember ungewöhnlich hohe Tages- und Nachttemperaturen, zu hoch, als dass Singdrosseln und Feldlerchen, die bevorzugten illegalen Fang- und Jagdobjekte, Grund hatten, ihren Vogelzug vom Baltikum und Griechenland gen Süden fortzusetzen. Es gab für beide Zugvogelarten noch reichlich Nahrung in Südeuropa!
Die Nächte in Südeuropa und auf Zypern lagen im Dezember noch oberhalb der +10° C- Marke und aus Erfahrung wissen wir, dass erst bei niedrigeren Temperaturen der Singdrossel- und Feldlerchenzug nach Zypern stattfindet. Als Folge des Jagdobjekt-Mangels auf Zypern blieben Vogelwilderer und illegal agierende Jäger lieber zuhause.
Aus purer Langweile und der Lust am Schießen waren aber auch Jäger unterwegs, die wahllos auf jede Art von Singvögeln schossen, um ihren Jagdtrieb-Stau abzubauen. So konnten wir 3 Vogeljäger inflagranti erwischen und anzeigen, die mit elektronischen Vogelstimmen-Lockanlagen Singvogelstimmen wie z. B. die des Zilpzalp abspielten. So konnte ein Vogeljäger mit 4 frisch geschossenen Zilpzalpen erwischt werden… und das wird sehr teuer.
Unbeschadet dessen sind unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer auch im Januar jede Nacht unterwegs und auch darauf vorbereitet, dass bei niedrigeren Nachttemperaturen im Januar der Vogelfang und die Vogeljagd schnell wieder zunehmen.
Ergebnisse 23 Vogelschutzcamp-Einsatztage vom 08. bis 31. Dezember 2022
Vogelwilderer
Bei illegaler Vogeljagd getötete Singdrosseln © Komitee gegen den Vogelmord
Wildhüter prüft Ausrüstung und Beute eines inflagranti erwischten Vogeljägers © Komitee gegen den Vogelmord

Eisvogel im Schneetreiben © A. Kneifel
Wenigstens an den Weihnachtstagen und an Neujahr werden wir kurz innehalten…
Auch zwischen den Jahren und gleich zu Jahresanfang 2023 werden wir die angekündigte milde Witterung nutzen, umfangreiche Biotoppflege- und -Entwicklungsarbeiten auf unseren stiftungseigenen Grundstücksflächen durchzuführen. Für unser laufendes Steinkauz-Schutzprojekt in Ostwestfalen werden wir bis Ende Februar noch so manchen Weidenbaum auf den Kopf setzen! Reichlich zu tun gibt es zum Wohle der Natur und dem Schutz der Artenvielfalt immer und nicht selten will Dringendes sofort erledigt werden.
Für die Weihnachtstage und Neujahr aber halten wir inne und danken all den Menschen und Institutionen von Herzen, die unserer Artenschutzarbeit wohlgesonnen sind und die uns durch das Jahr 2022 tatkräftig und auch mit finanzieller Unterstützung engagiert begleitet haben.
Wir wünschen Ihnen trotz der sorgenmachenden Zeit besinnliche, frohe und harmonische Weihnachttage im Kreis lieber Menschen und ein gutes und vor allen Dingen gesundes und erfüllendes Neues Jahr 2023. Für Ihre guten Vorsätze und geplanten Unternehmungen wünschen wir Ihnen eine allzeit glückliche Hand und gutes Gelingen.
Für unsere Stiftungsarbeit wird es das „21. Jahr im Einsatz für den Artenschutz“, für das wir schon seit vielen Monaten an neuen und herausfordernden Natur- und Artenschutzprojekten arbeiten.
Unsere ehrgeizigen Planungen für 2023 beinhalten u. a. den Kauf von mehr 50 ha (500.000 m²) Grundstücksflächen in Deutschland und Sizilien, den Bau von 2 neuen Artenschutztürmen sowie die Teilnahme an und Förderung von 5 Zugvogelschutzcamps in Südeuropa. Und auch die Wildtierrettungsstationen in Deutschland, Rumänien und Sizilien können auf unsere anhaltende Unterstützung bauen. Packen wir es also gemeinsam und unverzagt an.
Highland-Cattle Herde im verschneiten Hirschgrund © M. Pfeiffer
Oberlungwitz: Hirschgrund im Winter © F. Leo

Zwergohreule aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord
5. Report und Ergebnisse des Zypern Herbst-Vogelschutzcamps 2022
Der Leiter des diesjährigen Zypern-Herbst-Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung hat seinen Schlussbericht und eine Analyse der aus illegalen Vogelfallen geretteten und darin tot aufgefundenen Vogelarten erstellt.
Nach 10 Wochen harter Einsatzzeit im Zypern Herbst-Vogelschutzcamp 2022 ist es nun Zeit für eine Bewertung des erzielten Vogel-Fanggeräte-Abbaus, der Fanggeräte-Vernichtung und der Erfassung der befreien und tot in Vogelfallen gefundenen Vogelarten.
Obwohl die Vogelwilderer mit Priorität auf den Fang von Mönchsgrasmücken aus sind, werden auch alle anderen gefangenen Singvogelarten konsumiert. „Beifang“ in Form von Greifvogelarten wie Turmfalke, Zwergeule, Waldohreule und Schleiereule werden getötet und weggeworfen!
Die farbenprächtigen Bienenfresser werden nach Fang getötet und schlecht ausgestopft für viel Geld an ahnungslose Touristen verkauft. Die riskieren dann bei der Einreise in EU-Mitgliedsländer und die Schweiz hohe Bußgelder wg. Verstoßes gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen!
Ergebnisse Vogelschutzcamp-Einsatztage vom 04.09. – 16.11.2022: (Vorjahresergebnisse in Klammern)
Vogelwilderer & Illegale Vogeljagd
Gartenrotschwanz wird aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord
Große illegale Netzfanganlage voller Zugvögel © Komitee gegen den Vogelmord
Pantano Cuba: Wiedehopf auf Ansitz © SPA_IT
Der Wiedehopf: Faszinierender Zugvogel, der in Europa hauptsächlich in den Mittelmeerländern brütet und den nahrungsarmen Winter überwiegend in Nordafrika verbringt
Der Wiedehopf ist unverwechselbar an seinem auffälligen Kamm auf dem Kopf zu erkennen, der zur Kommunikation mit Artgenossen dient. Vor Jahren nutzten Wiedehopfe auf dem Vogelzug unser im Aufbau befindliches Pantani-Zugvogelschutzgebiet an der Südostküste Siziliens nur zur Rast und Nahrungssuche, inzwischen steigt die Zahl der hier überwinternden Wiedehopfe stetig an.
Nach umfangreichen Biotopsanierungs- und Renaturierungsarbeiten ist unser Zugvogelschutzgebiet Pantani Cuba & Longarini zunehmend auch ein idealer Ganzjahres-Lebensraum für diese attraktive Vogelart. Die findet hier inzwischen alles, was sie zum Leben braucht. So freuen wir uns auch über die 4-5 Wiedehopf-Brutpaare, die hier in alten kleinen verlassenen Häusern und in Höhlen in Obstbäumen erfolgreich brüten und ihre Jungen großziehen.
Wiedehopfe ernähren sich hauptsächlich von Insekten und kleinen Wirbeltieren. Die jagen sie auf dem Boden, indem sie mit ihren langen, leicht nach unten gebogenen Schnäbeln in Erdspalten und Erdlöchern nach Insekten stochern. Zu ihrer bevorzugten Beute gehört die Maulwurfsgrille, ein Insekt, das auf den sandigen und lehmigen Böden unseres Pantani-Schutzgebiets besonders häufig vorkommt und Wiedehopfen das ganze Jahr über ein großes Nahrungsangebot garantiert!
In Deutschland war der Wiedehopf (Upupa epops) im 19. Jahrhundert ein regional häufig vorkommender Vogel. Heute steht er mangels geeigneten Lebensräumen und knappem Nahrungsangebot als gefährdet (Kategorie 3) auf der Roten Liste. Der Bestand von nur noch 800 - 950 Brutpaaren nimmt aber seit Jahren langsam wieder zu.
Pantano Cuba: ein Wiedehopf kommt selten allein © SPA_IT
Wiedehopf-Lieblingsnahrung: Maulwurfsgrille © SPA_IT

Ägyptischer Flughund aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord
4. Report des Zypern Herbst-Vogelschutzcamps 2022
Die Vogelschützerinnen und Vogelschützer des diesjährigen Zypern-Herbst-Vogelschutzcamps des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung haben nun 80% der diesjährigen Herbst Vogelschutzcamp-Einsatzzeit ohne größere Zwischenfälle erfolgreich bewältigt.
Anders als noch vor 14 Tagen erwartet, dauerte der Herbst-Vogelzug von Mönchsgrasmücken unverändert stark bis Ende Oktober an. Entsprechend aktiv blieben auch die mit illegalen Fangnetzen arbeitenden Vogelwilderer und illegal agierende Vogeljäger. Der seit Mitte Oktober anhaltende Rückgang der Vogelwilderei mit Leimruten erlaubte es unseren Vogelschützerinnen und Vogelschützern, ihre Vogelrettungsarbeit noch stärker auf die Netzfangplätze der Großen im Vogelmord-Geschäft zu konzentrieren.
Highlights der vergangenen 14 Vogelschutzcamp-Einsatztage waren 2 erfolgreiche Vogelschutz-Operationen gegen „Große“ im Zugvogelmord-Geschäft, die wir immer wieder bei ihren illegalen Fangnetz-Aktivitäten beobachtet und auch angezeigt hatten, die aber nie von staatlichen Wildhütern oder Polizei inflagranti erwischt und überführt werden konnten.
Unter Einsatz modernster Überwachungstechnik und größter Überwachungs-Einsatzbereitschaft konnten wir diese „Unerwischbaren“ diesen Herbst endlich bei ihrer illegalen Arbeit erwischen und dies auch gerichtsfest dokumentieren.
Ein weiterer Höhepunkt war die erfolgreiche Observierung und der Abbau einer großen mit 2 Fangnetzen und einer elektronischen Vogelstimmen-Lockanlage optimierten Fangnetzanlage nahe Vrysoules. Aus der konnten 5 Mönchsgrasmücken und ein seltener „Ägyptischer Flughund“ lebend befreit werden. Diese Frucht fressende Fledermausart ist für das Naturerbe Zyperns von großer Bedeutung.
Der Ägyptische Flughund kommt in Europa nur auf Zypern vor. Seine Vorliebe für Früchte hat ihn auf Zypern wegen massiver Verfolgung an den Rand der Existenz gedrängt und mit geschätzt nur noch 1.100 lebenden Exemplaren ist die Art auf Zypern vom Aussterben bedroht.
Ergebnisse Vogelschutzcamp-Einsatztage vom 04.09. – 02.11.2022:
Vogelwilderer
Zypern - Zugvögel gefangen in illegalem Fangnetz © Komitee gegen den Vogelmord
Mönchsgrasmücken an Leimrute gefangen © Komitee gegen den Vogelmord

Vogelfangnetz mit Vogelopfern © Komitee gegen den Vogelmord
3. Report des Zypern Herbst-Vogelschutzcamps 2022
Die Vogelschützenden im diesjährigen Zypern-Herbst-Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung haben die Halbzeit des diesjährigen Herbst-Vogelschutzcamps nahezu unversehrt geschafft und erleben seit 10 Tagen den Höhepunkt des herbstlichen Vogelzugs.
So wie der Herbst-Vogelzug mit der anschwellenden Zahl der Rast und Nahrung suchenden Zugvögel auf Zypern immer intensiver wurde, nahmen dort auch die illegalen Vogelfang- und Jagdaktivitäten massiv zu. Auch wenn dies unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer zutiefst schmerzte, mussten sie ihre Vogelrettungsarbeit weiter fokussiert auf die Großen im Vogelmord-Geschäft ausrichten.
Auf Aussagen zypriotischer Wildhüter (Forstpolizei) basierende Informationen eines deutschen Naturschutzvereins, der illegale Vogelfang auf Zypern (Republik Zypern) sei auf nur noch 2% des früheren Ausmaßes zurückgegangen, können unsere Aktivistinnen und Aktivisten erneut nicht bestätigen. In der Praxis fehlt der notorisch unterbesetzten Wildhüter-Einheit die Zeit und auch das Interesse, sich systematisch nachts und frühmorgens mit den professionell und aggressiv agierenden Vogelwilderern in aller Konsequenz auseinanderzusetzen.
Auch dieses Jahr wird entlang der Südküste der Republik Zypern und selbst in den britischen Mandatsgebieten massiver illegaler Zugvogelfang und illegale Vogeljagd praktiziert. Wiederholt mussten unsere Vogelschützenden trotz bester Fangplatz-Überwachungen und perfekter Beweislage selbst Hand anlegen, da die zur Unterstützung gerufenen Wildhüter entweder keine Zeit hatten oder aber wenig Einsatzbereitschaft zeigten. Deren offiziell publizierten geringen Vogelfangaktivitäten sind da nur die nachvollziehbare Konsequenz.
Highlights der vergangenen 14 Vogelschutzcamp-Einsatztage waren 3 erfolgreiche Vogelschutz-Operationen gegen „Große“ im Zugvogelmord-Geschäft. So konnten die Vogelschützenden 2 Mitglieder einer jugendlichen Vogelfängerbande in Lipoetri inflagranti beim Einsatz von 4 großen verbotenen Vogelfangnetzen erwischen und anzeigen. Diese Jungendbande hält Polizei und Justiz seit 2009 zum Narren.
Unsere konsequente Überwachung der größten illegalen Vogelfangplätze führte auch zur Überführung des von uns unter dem Namen „Akas“ seit Jahren überwachten Vogelwilderers, der üblicherweise wochenlang mit 3 – 7 Fangnetzen wildert und sich mit dem Vogelfang schon seit Jahren eine goldene Nase verdient. Diesmal reichte ein einziges Fangnetz, um ihn erneut als Wiederholungstäter anzeigen zu können. Wir werden nun am Ball bleiben, damit die Justiz „Akas“ neben der zu erwartenden hohen Geldstrafe auch zu einem Arrest bis zum Ende des herbstlichen Vogelzugs verurteilt.
In Zusammenarbeit mit Britischer Militärpolizei konnten wir endlich auch einen Erfolg gegen Y. erzielen, der seit Jahren mit illegalen Fangnetzen in der Nähe von Cape Pyla wildert. Nachdem wir Y. schon zweimal angezeigt hatten, konnte er diesmal mit einer von der Militärpolizei aufgebauten Wildkamera auf frischer Tat an seinem Vogelfangplatz überführt werden. Als Konsequenz droht ihm neben einer Geldstrafe auch die Kündigung des Pachtvertrags für das als Vogelfangplatz missbrauchte Grundstück.
Ergebnisse Vogelschutzcamp-Einsatztage 04.09. – 15.10.2022:
Vogelwilderer
Mönchsgrasmücken-Weibchen gefangen an Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Eimerweise getötete Zugvogelopfer © Komitee gegen den Vogelmord

Vogelschützende bauen illegale Leimruten in Olivenbaum ab © Komitee gegen den Vogelmord
2. Report des Zypern Herbst-Vogelschutzcamps 2022
Die Vogelschützenden im diesjährigen Zypern-Herbst-Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung sind nun seit 4 Wochen im Einsatz. Trotz mehrfacher Nachfragen werden wir die aktuelle Anzahl Aktivistinnen und Aktivisten zu deren Schutz und Sicherheit nicht bekanntgeben.
Die aktuellen Informationen des Vogelschutzcamp-Leiters in Zypern dokumentieren den inzwischen angelaufenen massiven Zugvogelfang nicht nur in der Republik Zypern (EU), sondern auch in Nordzypern. Illegal agierende Vogelwilderer und Vogeljäger auf Zypern gehören offensichtlich zu der Sorte Mensch, deren Gesetzestreue an ihrem Grundstücks-Tor und nach Betreten des eigenen Grundstücks endet.
Da werden nicht nur illegal Zugvögel und auch heimische Vogelarten in großen Stückzahlen gefangen und zur Gaumenfreude und wegen des zu erzielenden Profits grausam getötet, hier werden auch Hunde, Hühner und Tauben unter äußerst miserablen Lebensbedingen tierquälerisch gehalten.
Highlights der vergangenen 14 Einsatz-Tage waren eine erfolgreiche Operation gehen 3 Vogelwilderer, die von unseren Einsatz-Teams eine ganze Nacht bei ihrem illegalen Tun beobachtet und mit Unterstützung der herbeigerufenen staatlichen Wildhüter am Fangplatz mit 212 Leimruten in flagranti erwischt und angezeigt werden konnten.
Ein weiterer außerordentlich erfolgreicher Nacht-Einsatz wurde gemeinsam mit 2 Mitarbeitern des Taskenti Animal Park (Wildtier-Auffangstation) in Nordzypern nahe Cayirova, einem Hotspot des illegalen Vogelfangs, durchgeführt. Dabei wurden 6 illegale Vogelfangplätze entdeckt und sage und schreibe 14 illegale Fangnetze und 7 verbotene elektronische Vogelstimmen-Lockanlagen abgebaut. Ein direktes Aufeinandertreffen mit Vogelwilderern endete nach deren aggressiven verbalen Ausfällen und der erzwungenen Durchsuchung eines Vogelschützer-Rucksacks glimpflich.
Ergebnisse Vogelschutzcamp-Einsatztage 04.09. – 02.10.2022:
Vogelwilderer
Mönchsgrasmücken-Weibchen gefangen an Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Ein Pirol wird aus illegalem Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord

Wildhüter mit an Leimrute gefangener Mönchsgrasmücke © Komitee gegen den Vogelmord
1. Report des Zypern Herbst-Vogelschutzcamps 2022
Das diesjährige Zypern-Herbst-Vogelschutzcamp des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung hat am 4. September 2022 begonnen. Die Anzahl der Teilnehmer werden wir aus Sicherheitsgründen diesen Herbst nicht bekanntgeben.
Erste Informationen unseres Camp-Leiters aus Zypern lassen dort für diesen Herbst und Winter für unsere Zugvögel wenig Gutes erwarten. Illegal agierende Vogelwilderer und Vogeljäger sind schon jetzt zu Beginn des bereits begonnenen Herbst-Vogelzugs auf den Beinen.
Zypriotische Vogelwilderer sind mit dem Aufbau ihrer illegalen Zugvogel-Fanganlagen bestehend aus Leimruten und Fangnetzen noch ein wenig im Rückstand. So finden unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer pro Tag aktuell „nur“ 2 aktive Fanganlagen. Die Betreiber von 4 Zugvogelfanganlagen wurden mit Unterstützung lokaler Polizei und staatlichen Wildhütern erwischt und angezeigt. Alle 4 Vogelwilder sind Wiederholungstäter, was deren zu erwartendes Strafmaß stark nach oben treiben wird.
Einer der erfolgreich observierten und in flagranti erwischten und angezeigten Vogelwilderer ist ein junger Mann, der Mitglied einer seit Jahren aktiven Vogelwilderer-Gang ist. Die operiert mit ihren illegalen Vogelfang-Aktivitäten in der Region von Cape Pyla, einem britischen Mandatsgebiet in der Republik Zypern.
In der illegal operierenden Vogeljäger-Szene ist es uns diesen Herbst noch nicht gelungen, einen Vogeljäger auf frischer Tat zu erwischen und anzuzeigen. Allerdings wurde ein umfangreicher Vogeljagdplatz in Ayios Nikolaos, einem britischen Militärgelände, entdeckt, in dem jegliche Jagdaktivitäten streng untersagt sind. Aber wo kein Kläger, da kein Richter!
Auf diesem Jagdplatz lagen tausende leere Schrotpatronen, Berge von Vogelfedern und säckeweise Vogelfutter, das als Lockmittel eingesetzt wurde. Die Attraktivität des Jagdplatzes für Rast und Nahrung suchende Zugvögel wurde von illegal agierenden Jägern durch mehrere kleine künstliche Teiche stark aufgewertet. Die Überwachung dieses Jagdplatzes wird uns in den kommenden Wochen ein besonderes Anliegen sein!
Ergebnisse Vogelschutzcamp-Einsatztage 04. – 14.09.2022:
Vogelwilderer
Drosselrohrsänger wird aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord
Zypern - auf illegalem Fangplatz abgebaute Leimruten © Komitee gegen den Vogelmord
Löffler, Stelzenläufer, verschiedene Watvogel-Arten in der Lagune Pantano Cuba © SPA_IT
Unser Zugvogelschutzgebiet „Pantani Cuba & Longarini“ an der Südostküste Siziliens zeigt inzwischen für ungezählte Wat-, Stelz- und Wasservögel eine starke Magnet-Wirkung…
Als Folge der auf Sizilien schon seit Wochen anhaltenden Hitze mit Tagestemperaturen von +35°C weisen unsere Lagunen Pantano Cuba und Pantano Longarini aktuell sehr niedrige Wasserstände auf. In denen entstanden als Ergebnis der starken Verdunstung neue ökologisch perfekte Feuchtgebiets-Nischen. Und die bieten Tausenden Wat- und Wasservögeln auf ihrem Zug nach Afrika ideale Rast- und Nahrungsplätze.
Derartige ökologische Lebensraum-Nischen wie Schlammstrände, kleine Inseln und Flachwassersümpfe sind vor allem für Watvögel ideale Vogelzug-Trittsteine. Während unserer wöchentlichen Vogelzählungen wurden seit Juli in unserem Zugvogelschutzgebiet mehr als 90 Zugvogelarten erfasst. Darunter 1.200 Rosaflamingos, 400 Zwergstrandläufer und Sichelstrandläufer, rund 300 Rotschenkel, Dunkler Wasserläufer und Grünschenkel und nicht weniger als
300 Flussregenpfeifer. Sie alle genießen die Ruhe und Ungestörtheit und den Nahrungsreichtum des von unseren Bird Guards bewachten Zugvogel-Schutzgebiets. Auch seltene Vogelarten wie Uferschnepfe, Teichwasserläufer und Sumpfläufer wurden regelmäßig beobachtet.
Unsere Schutzmaßnahmen und Biotop-Strategien, die wir in den letzten Jahren realisiert haben, um die Qualität des Feuchtgebiets-Lebensraums zu verbessern und Störquellen zu reduzieren, finden in der überaus positiven Reaktion der Zugvogelwelt ihre erfreuliche und motivierende Resonanz und machen unser Feuchtgebiet Pantani Cuba & Longarini zu einem der wichtigsten Vogelzug-Hotspots im zentralen Mittelmeerraum.
Dies ermutigt und bestärkt uns bei unseren zukünftigen Landkaufgesprächen zur Erweiterung unseres Zugvogel-Schutzgebiets und für die noch im Spätsommer 2022 anstehenden umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an und in unserer Lagune Pantano Longarini.
Zwergstrandläufer in der Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Sichelstrandläufer über der Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Zwergseeschwalben-Gelege © SPA_IT
Die Biotop-Optimierungsarbeiten in unserem Zugvogelschutzgebiet an der Südostküste Siziliens zeigen begeisternde Ergebnisse!
Unsere umfangreichen Maßnahmen zur Erweiterung und Verbesserung der ökologischen Nischen für viele streng geschützte Vogelarten haben sich dort schon im 1. Jahr nach Fertigstellung ausgezahlt: 37 Paare von teils seltenen und bedrohten Vogelarten wurden beim Brüten in unserer neu angelegten Inselstruktur in der Lagune Pantano Longarini beobachtet.
Die kleinen Inseln, die wir im Herbst 2021 in der Lagune Pantano Longarini als zukünftige Nist- und Brutplätze geschaffen haben, wurden seit Juni 2022 zum ersten Mal erfolgreich besiedelt. Zwergseeschwalbe, Stelzenläufer, Rotflügel-Brachschwalbe und Flussregenpfeifer haben von diesen neuen optimalen ökologischen Nischen spontan Besitz ergriffen!
Kein Wunder, gibt es für doch für diese sensiblen bodenbrütenden Vogelarten weit und breit keinen vergleichbar sicheren, vor Menschen und unkontrolliert herumstreunenden Hunden ungestörten und von unseren Bird Guards zusätzlich bewachten Lebensraum. Die Lagune und die umliegenden Feuchtwiesen bieten den Vogeleltern und den heranwachsenden Küken zugleich ein gutes Nahrungsangebot.
Während der wöchentlichen Vogelzählung haben unsere Bird Guards (Vogelwächter) die Inseln ständig überwacht und dabei nicht weniger als 22 Nester von Zwergseeschwalben und 13 Nester von Stelzenläufern gezählt.
Erstmals wurde nach vielen Jahren wieder ein Brutpaar der extrem seltenen Rotflügel-Brachschwalbe auf einer der neu angelegten Inseln gefunden, ebenso wie ein Paar Flussregenpfeifer.
Alle diese Vogelarten sind in Italien und Europa streng geschützt, bedroht und stehen auf den Roten Listen. Unser Zugvogelschutzgebiet „Pantano Cuba & Longarini“ bietet ihnen perfekte und ungestörte Nist- und Brutplätze und hilft damit, diese Vogel-Populationen in Europa gesund und überlebensfähig zu erhalten.
Neu angelegte Inseln in der Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Rotflügel-Brachschwalben-Paar © M. Zafarana

Adlerschützer auf Beobachtungsposten © A. Scuderi
Sizilien: Adlerschutzcamp-Report Frühjahr 2022
Anders als bei den Vogelschutzcamps auf Zypern ziehen wir die Adlerschutzcamps auf Sizilien gemeinsam mit unserem sizilianischen Adlerschutzpartner im Stillen durch, damit den Adlern und auch uns vor Ort keine „Bird Watcher“, keine Vogelfotografen und schon gar keine dubiosen Adlerliebhaber (Wilderer) in die Quere kommen.
Als uns vor 9 Jahren der Notruf der kleinen Adlerschutzorganisation „Grupo Tutela Rapaci“ aus Sizilien erreichte, war das Aussterben des Habichtsadlers dort nur noch eine Frage von 1-2 Jahren. Die jahrzehntelange illegale Wilderei der Adlereier und Jungadler und deren Verkauf an italienische Jahrmarkt-Schausteller und betuchte Greifvogelliebhaber in den Ländern des mittleren Ostens waren die Hauptursachen für diese dramatische Bestandsentwicklung. So zogen im Jahr 2013 nur noch 25 Adlerpaare ihre Kreise hoch am Himmel über den sizilianischen Bergregionen und nur noch wenige Brutpaare konnten seinerzeit trotz der massiven Störungen an den Nistplätzen erfolgreich 1-2 Jungadler großziehen. Das Ende des Habichtsadlers auf Sizilien war in Sicht!
Dies zu verhindern und den Trend sozusagen „auf den letzten Drücker“ umzukehren, war eine spannende und sportliche Herausforderung, die neben einer Stange Geld auch viele aktive naturbegeisterte Menschen und jährlich tausende Stunden Schutzarbeit erforderlich machte.
Und: die Arbeit konnte nicht gleich um die Ecke, sondern musste in den entlegenen Bergregionen Siziliens geleistet werden. Dorthin hatten sich die wenigen Aderpaare gezwungenermaßen zurückgezogen, um ungestört brüten und überleben zu können. Und wer illegal agierende Vogelwilderer kennt, weiß, dass die Aussicht auf hohe steuerfreie Profite diese Sorte Mensch auch gewalttätig werden lässt…auch davon können die Adlerschützer ein Lied singen.
Dieses Jahr nun gibt es gute Gründe, die Öffentlichkeit, unsere Spenderinnen und Förderer und engagierte Naturliebhaber wissen zu lassen, dass die von uns in den Aderschutz auf Sizilien investierten Spendengelder dank des nimmermüden Einsatzes sizilianischer Vogelschützer inzwischen Großes für den Habichtsadler bewirkt haben.
Die 24 aktiven Adlerschützerinnen und Adlerschützer berichten dieses Jahres von immerhin 60 besetzten Adlerrevieren. 49 Adlerpaare haben dieses Jahr erfolgreich gebrütet, die genaue Anzahl der erfolgreich ausgeflogenen Jungadler werden wir aber erst Ende Juni bekannt geben. Bis dahin bleiben auch die von uns finanzierten Wildkameras in den Felswänden nahe der Adlerhorste und entlang der schmalen Bergwege weiter im Einsatz und werden auch weiter regelmäßig kontrolliert. Diesen Erfolg zu sichern und - wenn die Berglandschaft Siziliens das noch hergibt - weiter auszubauen, wird uns auch in den kommenden Jahren ein Herzensanliegen bleiben.
Habichtsadler im Anflug an den Horst © A. Scuderi
Zwei junge Habichtsadler im geschützten Horst © A. Scuderi
An Leimrute gefangenes Mönchgrasmücken-Männchen © SPA_CH
Zypern-Frühjahrs-Vogelschutzcamp-Report
Unser Zypern Frühjahrs-Vogelschutzcamp-Report fasst die aktuellen Erfahrungen und die Erfolge der Vogelschützerinnen und Vogelschützer nach 5 Einsatzwochen zusammen.
Die bemerkenswerteste Erfahrung der Vogelschutz-Aktiven vor Ort auf Zypern in diesem Frühjahr war eine noch nie erlebte Passivität seitens der illegal agierenden Vogelwilderer und Vogeljäger und die niedrige Anzahl fangbereit aufgebauter Zugvogel-Fanganlagen.
Die Gründe hierfür sind sicher vielschichtig und reichen von der großen Anzahl erfolgreicher Strafanzeigen unserer Vogelschutz-Aktiven während des Winter-Vogelschutzcamps über mögliche fehlende Marktnachfrage russischer Oligarchen und deren Günstlingen, die auf Zypern residieren und dort ihre Luxusjachten liegen hatten, bis hin zu einer Marktsättigung nach einer leider sehr beutereichen Winter-Singdrosselfangsaison.
Warum auch immer… für die auf Zypern Rast machenden Zugvögel war dieses Frühjahr ein relativ gefahrloser Zwischenstopp- und Nahrungsplatz auf ihrem Frühjahrsvogelzug!
Unbeschadet dessen waren unsere Vogelschutz-Aktiven auch dieses Frühjahr bei der Observierung der fangbereit aufgebauten 20 Vogelfangplätze überaus erfolgreich. So konnten 9 von 20 Vogelwilderern erfolgreich angezeigt werden. Sie alle erwartet Bußgeldbescheide von mehr als 9.000 Euro, die allerdings nach unseren Erfahrungen des letzten Jahres nach erfolgreichen Widersprüchen der angezeigten Personen von den zuständigen Gerichten um 8.000 Euro reduziert werden und somit nur der Differenzbetrag tatsächlich als Bußgeld gezahlt werden muss.
Ergebnisse Zypern Frühjahrs-Vogelschutzcamp
Abbau von Leimruten aus Loquat-Baum © SPA_CH
Befreiung Mönchsgrasmücken-Männchen von Leimrute © SPA_CH
Rund 40 engagierte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verschiedener sizilianischer Organisationen beteiligten sich an der bis dato größten Müllsammelaktion in der Südostküsten-Region entlang der Zufahrtsstraße „Strada di bonifica Raneddi“ zu unserem Schutzgebietsteil Pantano Cuba – initiiert und koordiniert von den Bird Guards der Stiftung Pro Artenvielfalt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pachino …... mehr Informationen
Nach unserem ersten großen Landkauf-Erfolg steht dort nun schon der zweite Landkauf an. Und auch dafür brauchen wir Ihre Hilfe! … zum Projekt
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