Aktuelles: Kurz & bündig |
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Silberreiher mit Beute in unserem Feuchtgebiet Frose © SPA
Silberreiher K195: Ein treuer Dauergast in unserem Feuchtgebiet …
Noch vor 30 Jahren gehörten Silberreiher zu den großen Seltenheiten in Deutschland. Heute sind die weißen Reiher vielerorts von Frühjahr bis Spätherbst in der offenen Agrarlandschaft auf Grünland und Ackerflächen bei der Mäusejagd zu beobachten. An abgelassenen Fischteichen können sich große Trupps versammeln. Auch in unserem Froser Feuchtgebiet sind Silberreiher regelmäßig zu beobachten; zeitweise wurden hier bereits mehr als hundert Reiher gezählt.
Besonders eng mit unserem Feuchtgebiet verbunden ist ein Silberreiher mit dem Kennring K195. Ende 2018 versuchte unser Gebietsbetreuer Uwe mehrfach, die Ring-Kennzeichnung dieses Vogels abzulesen. Schließlich gelang es Mitte Januar 2019, die Markierung abzulesen. Die Meldung an die Beringungszentrale brachte eine interessante Information: Der Silberreiher K195 war am 02.06.2018 als Nestjungvogel bei Brest in Belarus (Weissrussland), rund 850 Kilometer Luftlinie von Frose (Sachsen-Anhalt) entfernt, beringt worden.
Seitdem kehrt K195 regelmäßig nach Frose zurück. Nach der Brutzeit, meist bereits Ende Juni, erscheint er wieder in unserem Feuchtgebiet und bleibt dort bis in den Winter hinein. Im Januar oder Februar fliegt er in sein osteuropäisches Brutgebiet zurück. Jahr für Jahr konnte Uwe den Silberreiher erneut ablesen, zuletzt am 07.09.2026.
Wo K195 sein Brutgebiet hat, wissen wir bislang nicht. Umso größer ist die Hoffnung, dass seine Kennnummer eines Tages auch dort abgelesen werden kann. Denn dann ließe sich seine Reise zwischen Brut- und Winterquartier noch genauer nachvollziehen.
Schon heute aber erzählt K195 eine außergewöhnliche Geschichte: Seit mittlerweile acht Jahren kehrt dieser in Belarus beringte Silberreiher immer wieder in das Feuchtgebiet unserer Stiftung Pro Artenvielfalt zurück.
Dass wir von dieser besonderen Gebietstreue wissen, verdanken wir seiner individuellen Ring-Kennzeichnung und der Aufmerksamkeit unseres Gebietsbetreuers und auch unseren engagierten Spenderinnen und Spendern, die uns über viele Jahre die inzwischen 21 ha umfassenden Flächenkäufe ermöglicht haben.
Seit 2018 kehrt der in Weissrussland beringte Reiher mit Herbstbeginn regelmäßig in unsere Froser Feuchtwiesen- und Teichlandschaft zurück. © SPA
Unser Froser Feuchtgebiet bietet Silberreihern und vielen weiteren Reiher- und Wasservogelarten einen wertvollen Nahrungs- und Rückzugsraum © SPA

Schottische Hochlandrinder sind gemeinsam mit Wasserbüffeln an Schimmels Teichen als Landschaftspfleger im Einsatz © SPA
Tierische Landschaftspfleger: Schottische Hochlandrinder ziehen in unsere Teichgebiets-Projektflächen „Schimmels Teiche“ um …
Nachdem auf den Wiesenflächen unseres sächsischen Projektgebiets im Hirschgrund bei Oberlungwitz in den vergangenen Monaten zum Nutzen des Biotop- und Artenschutzes fleißig gefressen wurde, ist nun eine der beiden Wildrinderherden umgezogen: Sechs Schottische Hochlandrinder und ein Deutsch Shorthorn wurden von Mitarbeitern des Landschaftspflegebetriebs Grüne Aue Highland Cattle rund zwölf Kilometer bis in unser zweites sächsisches Projektgebiet «Schimmels Teiche» in Limbach-Oberfrohna verfrachtet.
Dort sind bereits seit Frühjahr zwei Wasserbüffel und drei Ziegen als tierische Landschaftspfleger im Dauereinsatz. Jetzt, nach Ende der Vogelbrutzeit und mit Abschluss des dortigen Singvogel-Monitorings, soll der Beweidungsdruck auf die Teich-Begleitvegetation erhöht werden. Ohne regelmäßige Beweidung oder Mahd würde das ökologisch wertvolle Feuchtgebiet mit seinen neun Teichen schnell zuwachsen und wäre damit für viele Wildtierarten als Lebensraum nicht mehr geeignet.
Bis zum Frühwinter werden unsere tierischen Landschaftspfleger den Aufwuchs von Schilf und Rohrkolben, Weiden und Brombeergebüsch an den Teichrändern niederfressen. Im vergangenen Jahr ließen wir diese Arbeiten noch unter Einsatz von Maschinen machen. In diesem Jahr dürfen die tierischen Landschaftspfleger erstmals zeigen, was in ihnen steckt.
Ob ihr landschaftspflegender Appetit das gesteckte Ziel erreicht, wird sich im Laufe der kommenden Monate zeigen. Wo nötig, sind Pflegenacharbeiten vorgesehen. Für das Winterhalbjahr sind zudem Instandsetzungsarbeiten an Teichdämmen und Teichzuläufen geplant.
Mit der gezielten Beweidung erhalten und schaffen wir offene Teich- und Dammstrukturen, die für die Artenvielfalt an und in den «Schimmels Teichen» wichtig sind.
Schottische Hochlandrinder halten die Damm- und Uferbereiche an den Schimmels Teichen offen und tragen dazu bei, dass ökologisch wertvolle Biotopstrukturen nicht zuwachsen. © SPA
Ein Regenbogen überspannt die Schimmels Teiche – stimmungsvoller Blick auf unser sächsisches Feuchtgebiet und seine vielfältigen Lebensräume © SPA

Rauchschwalben nutzen das Innere unserer Schwalbenscheune in Schmuggerow jedes Jahr als Brutplatz. © SPA
Schutzarbeiten unter Zeitdruck: Umfangreiche Gebäude-Umbaumaßnahmen für bis zu 50 Rauchschwalbenbrutpaare …
In unserer Schwalbenscheune in Ducherow OT Schmuggerow haben wir noch vor der diesjährigen Rückkehr der Rauchschwalben im Frühjahr umfangreiche Gebäudeoptimierungs- und Biotop-Maßnahmen realisiert. Immerhin 38 Rauchschwalbenpaare nutzten dieses Jahr unser historisches Gebäude als Nist- und Brutplatz und vorsichtig geschätzt erblickten dort dieses Jahr ca. 230 Schwalbenjunge das Licht der Welt.
Der im Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) festgeschriebene Schutz der Rauchschwalbe und auch deren Nester wird in der Praxis oftmals still und leise ausgehebelt. Mit dem Kauf der Schwalbenscheune und eines neu vermessenen Teils des umliegenden Grundstücks hat unsere Stiftung dem gesetzlich festgeschriebenen Schutz nun in der Praxis uneingeschränkt Geltung verschafft.
Doch das BNatSchG und auch unser Eigentum allein reichen nicht aus, einen Totalschutz für diese Rauchschwalbenbrutkolonie sicherzustellen. Katzen, Marder und Waschbären fühlen sich vom Stallgeruch, dem Schwalbenzwitschern und dem starken Flugbetrieb bis spätabends magisch angezogen, als Menü zu verlockend sind all die vielen Schwalbeneltern, Schwalbeneier und die noch flugunfähigen Jungschwalben.
Mit dem Umbau der Stalltore und dem Zumauern nicht mehr benötigter Türen und Fensteröffnungen sowie der Wiederinstandsetzung einer Tür und eines hochgelegenen Fensters haben wir den Schutz für die Rauchschwalbenkolonie deutlich verbessert. Gleiches gilt für einen angrenzenden zuletzt ausschließlich als Werkstatt genutzten Pferdestall, der für nistplatzsuchende Rauchschwalben wieder zugänglich gemacht und prompt von zwei Brutpaaren angenommen wurde.
Mit der Errichtung eines 1,60 m hohen Zaunes auch für unser umliegendes neu angelegtes Naturgartenbiotop haben wir weiteren umfassenden Schutz geschaffen. Inzwischen sind die Rauchschwalben schon auf den Weg in ihre südlichen Winterquartiere und wir planen für den Oktober weitere Stallgebäude-Innenraum-Optimierungsmaßnahmen und die Neupflanzung von heimischen Gehölzen entlang des Schutzzaunes.
Im und um das Scheunengebäude ist es jetzt still geworden und kaum weggeflogen, sehen wir der Rückkehr möglichst vieler Rauchschwalbenbrutpaare in unsere Schwalbenscheune mit großer Spannung und Vorfreude entgegen.
Junge Rauchschwalben warten hungrig auf ihre nächste Mahlzeit © vdBrink
Vier junge Rauchschwalben bestens geschützt in unserer Schwalbenscheune Schmuggerow. © vdBrink
Nach den erfolgreichen Frühjahrs-Vogelschutzcamps auf Zypern und der griechischen Insel Zakynthos stellen sich unsere ortskundigen Vogelschützerinnen und Vogelschützer auf Zypern erneut illegal agierenden Vogelwilderern und Vogeljägern entgegen. Einmal mehr brauchen wir Ihre tatkräftige Hilfe, damit wir unseren Einsatz gegen den herbstlichen Zugvogelmord fortsetzen können… zum Projekt… zum Projekt
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