Aktuelles: Kurz & bündig |
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Unser Artenschutzturm in Firmenich bietet bis zu acht Vogelarten sichere Brut- und Rückzugsmöglichkeiten. © SPA
Turmfalke, Schleiereule, Dohle und Haussperling nutzen unsere Artenschutztürme – doch der Bestandsrückgang vieler Gebäudebrüter ist unübersehbar …
Im Rahmen der diesjährigen Brutvogelkontrollen überprüften Mitarbeitende der Stiftung Pro Artenvielfalt sämtliche fünf Artenschutztürme im Rheinland. Ziel der Kontrollen ist es, die Nutzung der Nistkasten-Strukturen aktuell zu dokumentieren und die Bestands-Entwicklung dort brütender Vogelarten langfristig zu erfassen.
Die diesjährigen Ergebnisse zeigen erneut, wie wichtig solche Artenschutzgebäude in den Ortschaften inzwischen geworden sind.
In den kontrollierten Türmen konnten Turmfalke, Schleiereule, Dohle, Star, Mehlschwalbe, Hausperling, aber auch Kohlmeise und Kleiber, letztere keine typischen Gebäudebrüter, dokumentiert werden.
Eine besondere Überraschung bot ein Turmfalkenpaar im Artenschutzturm in Bouderath. Die Greife hatten sich einen für Dohlen konzipierten Nistkasten mit lediglich acht Zentimetern Einflugöffnung als Bruthöhle ausgesucht. Üblicherweise nutzen Turmfalken deutlich größere Einflugöffnungen von etwa 15 Zentimetern Durchmesser. Umso erstaunlicher ist, dass sich das Turmfalkenpaar dennoch erfolgreich in dem vergleichsweise kleinen Dohlen-Nistkasten eingerichtet hat. Darin konnten mindestens zwei nahezu flügge Jungfalken festgestellt werden. Ein ungewöhnlicher, aber bemerkenswerter Nachweis dafür, wie flexibel immer mehr Vogelarten bei der Wahl ihrer Brutplätze werden (müssen).
Leider konnten unsere Projektmitarbeitenden im Umfeld der Artenschutztürme deutlich weniger Mauersegler, Mehlschwalben, Haussperlinge und Stare beobachten als in früheren Jahren. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, aber zunehmend existenzbedrohend und reichen vom Verlust geeigneter Nist- und Brutplätze bis zum massiven Rückgang des Insektenangebots.
Zwar können wir den Rückgang des Insektenvorkommens nur bedingt beeinflussen, aber mit der Schaffung dauerhaft sicherer Nist-, Brut- und Rückzugs-Strukturen für zahlreiche Vogelarten leisten die Artenschutztürme der Stiftung Pro Artenvielfalt einen wichtigen Beitrag für den regionalen Bestand heimischer Gebäudebrüter.
Überraschende Fremdbesetzung im Artschutzturm Bouderath: Ein Turmfalkenpaar zieht seinen Nachwuchs in einem Dohlen-Nistkasten auf. © SPA
Haussperling-Männchen auf einer vom Brutpaar genutzten Nischenhöhle. © SPA

Die Rohrammer zählt zu den charakteristischen Vogelarten strukturreicher Feuchtgebiete © M. Pfeifer
Mehr als 60 interessierte Gäste, viele Fragen und große Zustimmung für den Schutz der Artenvielfalt – erfolgreiche Exkursion an den Schimmels Teichen
Auf Einladung der Stiftung Pro Artenvielfalt nutzten am 30. Mai 2026 insgesamt 64 naturinteressierte Bürgerinnen und Bürger die jährlich nur einmal gebotene Gelegenheit, den eingezäunten Kernbereich der Schimmels Teiche bei Limbach-Oberfrohna im Rahmen einer rund 1,5-stündigen Führung kennenzulernen.
Trotz angekündigter Gewitter war uns der Himmel gnädig und bereits vor Beginn der Veranstaltung fanden sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Nach einer kurzen Einführung durch unseren Vorstandsvorsitzenden Roland Tischbier und den Ornithologen Jens Hering führte der Rundgang auf den Teichdämmen direkt in das Projektgebiet auf den Teichdämmen vorbei an 5 der nordwestlich gelegenen Teiche und den dort weidenden Wasserbüffeln.
Unter dem Quaken ungezählter Teichfrösche und begleitet von wachsamen Höckerschwan-Eltern mit ihren Jungen, Reiherenten und natürlich auch Stockenten und deren Nachwuchs informierten die Projektverantwortlichen über die in den letzten 12 Monaten umgesetzten Biotopmaßnahmen sowie über die weiteren Planungen zur weiteren ökologischen Aufwertung der Schimmels Teiche. Auch die Informationen über bisherigen Erfolge für die Vogelwelt, darunter Beobachtungen seltener Arten wie Rohrammer, Zwergschnepfe und Thorshühnchen, fanden großes Interesse.
Erfreulich war die durchweg positive Resonanz der Teilnehmer. Viele begrüßten ausdrücklich die Schutzmaßnahmen der Stiftung Pro Artenvielfalt, einschließlich der konsequenten Einzäunung des Kerngebiets, die den dort freilaufenden Wasserbüffeln und Ziegen (als Landschaftspfleger) und den dort vorkommenden Vogel-, Amphibien-, Reptilien- und Insektenarten die erforderliche Ruhe für die Nahrungssuche und Reproduktion ermöglicht.
Für die Stiftung Pro Artenvielfalt und ihre Projektpartner war die Veranstaltung ein ermutigender Beweis dafür, dass das Interesse am umfassenden Schutz unseres knapp 12 Hektar Fläche umfassenden Feuchtgebets in der Region anhaltend wächst.
Wasserbüffel als tierische Landschaftspfleger der Schimmels Teiche © M. Pfeifer
Reiherente mit ihrem Nachwuchs in Schimmels Teichen © M. Pfeifer

Moorfrosch in den Seeländereien bei Frose während der kurzen Frühjahrs-Balzzeit © SPA
Wenn das Wasser „blubbert“ und eine bedrohte Lurch-Art in den Seeländereien bei Frose ihr Dasein und ihre ganze Vitalität zeigt ...
Die Vorkommen des Moorfroschs sind in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Entwässerung, Lebensraumverlust und zunehmende Trockenperioden setzen dieser Lurch-Art stark zu. Heute gilt der Moorfrosch in Sachsen-Anhalt als gefährdet und ist bis auf wenige, meist isolierte Restbestände zurückgegangen (vgl. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Rote Liste).
Umso erfreulicher sind die aktuellen Beobachtungen in dem knapp 75 ha großen Feuchtgebietskomplex „Seeländereien bei Frose“, in dem unsere Stiftung 32 ha Flächeneigentum besitzt. Anfang April konnten hier bis zu 40 rufende Moorfrosch-Männchen beobachtet werden. Dies ist vermutlich eines der letzten stabilen Vorkommen in der Region.
Während der kurzen Laichzeit färben sich die Männchen charakteristisch blau und machen mit ihren leisen „blubbernden“ Rufen auf sich aufmerksam – ein eindrucksvolles, aber selten gewordenes Naturschauspiel, das nur noch an wenigen Orten beobachtet werden kann.
Die Dynamik des Gebiets zeigt jedoch auch die Verletzlichkeit dieser Population: Bereits wenige Wochen nach der Fortpflanzungszeit führten ausbleibende Niederschläge in den vergangenen Jahren zu einem drastischen Austrocknen vieler Wasserflächen. Dies gefährdet den Reproduktionserfolg eines ganzen Jahres.
Der Erhalt stabiler Wasserstände ist daher von entscheidender Bedeutung. Mit gezielten Biotopmaßnahmen verfolgt die Stiftung Pro Artenvielfalt das Ziel, die Wasserverfügbarkeit bis in die Sommermonate zu sichern und damit die Seeländereien bei Frose als wertvollen Überlebensraum für Amphibien, Insekten und wassergebundene Vogelarten langfristig zu stabilisieren.
Offene Wasserflächen und Röhrichtzonen in den Seeländereien bei Frose – wichtige Rückzugsräume für selten gewordene Feuchtgebietsbewohner © SPA
Rufende Moorfrosch-Männchen während der kurzen Laichzeit – ein seltenes Naturschauspiel im Frühjahr. © SPA
Unsere technisierte Umwelt wird für Mauersegler immer bedrohlicher: Insektenmangel, Gebäudesanierungen, Glasfassaden und überhitzte Dächer gefährden diese faszinierenden Dauerflieger zunehmend.
Die Mauerseglerklinik Frankfurt hilft dort, wo Rettung noch möglich ist – bitte unterstützen Sie diese einzigartige Zugvogelrettungsarbeit… zum Projekt
Postbank Hannover IBAN: DE47 2501 0030 0905 9063 07 BIC: PBNKDEFF