Aktuelles: Kurz & bündig |
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Fleißige Helfer bei Müllsammelaktion © SPA IT
40 Helfer, sechs Müllwagen und ein starker Einsatz für den Naturschutz – eine Gemeinschaftsaktion bei Pantano Cuba befreit wertvolle Trockenhänge von Müll …
Erstmalig ist es mit einer konzertierten Gemeinschaftsaktion gelungen, die mit Unmengen von illegal abgelagertem Müll stark belasteten Trockenhänge entlang der Straße östlich angrenzend an unsere Pantano Cuba Schutzgebietsflächen umfassend von Müll zu befreien. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der sensiblen auf Trockenstandorte spezialisierten mediterranen Macchia, die von wildem Thymian, Rosmarin und Oregano geprägt wird!
Diese Aktion wurde von den beiden Bird Guards der Stiftung Pro Artenvielfalt in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pachino (SR), der Umweltschutzgruppe «Pirati Della Marza» und dem Verein «Borgo Sostenibile» durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich acht Organisationen an der Aktion, darunter mehrere lokale Umweltinitiativen, eine Pfadfindergruppe mit zahlreichen Jugendlichen sowie weitere engagierte Naturschützer. Trotz witterungsbedingt eingeschränkter Teilnehmerzahl konnten rund 40 Helferinnen und Helfer mobilisiert werden, die gemeinsam ein starkes Zeichen für den praktischen Naturschutz vor Ort setzten.
Die Ergebnisse dieser koordinierten Aktion sind beeindruckend: Mehr als 200 Müllsäcke mit einem Fassungsvermögen von jeweils 120 Litern wurden gefüllt, was einem Gesamtvolumen von etwa 15 bis 18 Kubikmetern Müll entspricht. Insgesamt konnten so sechs Müllwagenladungen abtransportiert werden. Neben gewöhnlichem Hausmüll wurden auch Mengen von problematischem Müll eingesammelt, darunter Altreifen, Matratzen, Möbel, Metallschrott und verschiedene Haushaltsgeräte.
Die Gemeinde Pachino unterstützte die Aktion logistisch durch die kostenfreie Bereitstellung von Müllfahrzeugen, Sammelmaterialien und Containern und auch die ordnungsgemäße Müllentsorgung. Die Provinzpolizei von Siracusa sorgte mit Straßensperrungen und Sicherheitsmaßnahmen für einen reibungslosen Aktions-Ablauf.
Die hohe Motivation aller Beteiligten, die sichtbaren Ergebnisse und der große Erfolg haben unsere Bird Guards bereits ermutigt, eine 2. Müllsammelaktion für April 2026 zu planen. Die soll die Trockenhänge entlang unserer Grundstückflächen und der kommunalen Straße bis zum Küstenort Granelli endgültig von belastendem Müll befreien.
Diese Aktion zeigt eindrucksvoll, wie gemeinschaftliches Engagement konkrete und schnell wirksame Verbesserungen für Landschaft und Artenvielfalt erreichen kann.
Umweltschutzgruppe Pirati Della Marza erneut im Einsatz © SPA IT
Auch illegal entsorgter Bauschutt vernichtet Artenvielfalt © SPA IT

Vor Auswilderung - Beringung einer Marmelente aus Erhaltungszucht © W. Silvestrini
Eine anspruchsvolle Rettungsmission, die den kleinen Restbestand der Marmelente auf Sizilien maßgeblich stärken wird …
Im Rahmen des EU-Artenschutz-Förderprogramms LIFE18, das europaweit Projekte zur Bestandsstärkung und Existenz-Sicherung bedrohter Arten und ihrer Lebensräume unterstützt und ko-finanziert, konnte die Stiftung Pro Artenvielfalt einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der nur in Südeuropa heimischen und inzwischen vom Aussterben bedrohten Marmelenten-Population leisten.
Diese zierliche Entenart – wissenschaftlich Marmaronetta angustirostris – hat eine sand-braune Tarnfärbung, einen ungewöhnlich schmalen Schnabel und ein auffallend ruhiges Verhalten. Sie gehört seit Jahren zu den am stärksten rückläufigen Wasservogelarten-Beständen des Mittelmeerraums. Weltweit schrumpfen ihre Bestände seit Jahrzehnten dramatisch, weil ihre Lebensräume, intakte Gewässer mit schützender Vegetation, durch menschliche Eingriffe ihre ökologische Qualität verlieren, zerstört werden und wegen Austrocknung anhaltend schwinden.
In enger Abstimmung mit regionalen Naturschutzbehörden auf Sizilien wurden umfangreiche Biotop-Sanierungs- und -Entwicklungsmaßnahmen umgesetzt.
Diese konzentrierten sich auf die Ufer- und Flachwasserzonen des in Stiftungseigentum befindlichen Feuchtgebiets-Teils Pantano Longarini und die naturnahe Umgestaltung von Teilen des ehemaligen Fischzucht-Kanalsystems auf der Südseite der Lagune. Auf Vorschlag der Stiftung Pro Artenvielfalt ko-finanziert dieses LIFE18-Projekt auch lagunenufernahe Flächenkäufe und deren teilweise Umwandlung in neue Feuchtgebiete mit Kleingewässern – eine zentrale Maßnahme, um die Lebensräume dieser vom Aussterben bedrohten Entenart durch umfangreiche neue Biotopstrukturen zu erweitern.
Ein 2. wesentlicher Baustein des LIFE18 Artenschutzprojekts war die Auswilderung von insgesamt 100 Marmelenten in unserem Pantani Schutzgebiet im Zeitraum 2023 – 2026. Diese Jungenten stammen aus einer von der EU geförderten Marmelenten-Zuchtstation in Spanien. Nach einer 14 tägigen Eingewöhnungsphase in einer Freiland-Voliere mitten im Pantani-Schutzgebiet gelegen, wurden Anfang März 2026 im Rahmen dieses LIFE18-Förderprojekts die letzten 20 Marmelenten in die Freiheit ausgewildert. Alle Marmelenten sind beringt, einige tragen zusätzlich einen GPS-Minisender, der es erlaubt, ihre Flüge und ihre Lebensraumnutzung über einen gewissen Zeitraum zu dokumentieren.
Schon heute können wir feststellen, dass dieses LIFE18 Artenschutz-Förderprojekt nicht nur dem Bestand der Marmelente, sondern auch der europaweit bedrohten Moorente und dem stark bedrohten Purpurhuhn ganz wesentlich unter die Flügel geholfen hat.
Marmelenten warten in Auswilderungsvoliere auf die Freilassung © W. Silvestrini
Auswilderung - der Augenblick der Marmelenten-Freilassung © W. Silvestrini
Borgolavezzaro Italien - Bauernhaus mit Artenschutzturm © SPA
Das Leben beginnt erneut – Erwachen aus der Winterruhe
Mit dem dieses Jahr recht schnellen Erwachen aus der Winterruhe beginnt schon im März für viele gebäudebrütende Vogelarten die neue Brutsaison. Arten wie Dohle, Italien- und Feldsperling, Hausrotschwanz und Bachstelze nutzen die ersten milderen Tage, um ihre Nest-Standorte und Brutplätze zu sichern. Sie gehören zu den Vogelarten, die artgemäß zweimal pro Jahr hintereinander brüten – eine natürliche Arterhaltungsstrategie, die die recht hohe Jungvogelsterblichkeit ausgleicht, die besonders in urbanen Lebensräumen zu beobachten ist.
Mit dem Ziel, unsere erfolgreiche Artenschutzturm-Strategie auch in Italien dem Land der historischen bäuerlichen Taubentürme zu etablieren, haben wir bei einem der renommiertesten Vogelschützer Italiens auf dessen Bauernhof in der norditalienischen Gemeinde Borgolavezzaro (Provinz Piemont), den alten ungenutzten Taubenturm zu einem Artenschutzturm für Gebäude bewohnende Vogel- und Insektenarten umgebaut. Der als Prototyp-Artenschutzturm für Italien konzipierte frühere Taubenturm, hat sich inzwischen zu einem Artenschutzgebäude voller Vogel- und Insektenleben entwickelt.
Heute beherbergt der Turm eine umfangreiche Dohlen-Brutkolonie, die über die Jahre stetig gewachsen ist. Im Turminneren und in der Turm-Fassade nutzen Stare, Italien- und Feldsperlinge sowie Mauersegler und Mehlschwalben viele der insgesamt 440 Bruthöhlen und Kunstnester. Ein besonderes Highlight: Der Artenschutzturm bietet inzwischen einem Schleiereulen- und sogar einem Hohltauben-Brutpaar geschützten Brut- und Rückzugsraum. Die Nutzung unseres Artenschutzturms von einem Hohltauben-Brutpaar ist europaweit einmalig, brütet diese Wildtaubenart doch üblicherweise in Baumhöhlen in Wäldern!
Diese positive Entwicklung bleibt nicht ohne Wirkung. Unser 1. Artenschutzturm-Projekt in Italien hat in der Umgebung ein breites Interesse geweckt und inspiriert inzwischen auch Privatleute und Gemeinden, ihre historischen Taubentürme zu Artenschutztürmen umzubauen und so vom Verfall bedrohte kulturhistorische Bausubstanz sinnvoll zu nutzen und zu neuem Leben zu erwecken.
So zeigt sich: Artenschutz ist nicht nur notwendig – er kann auch ansteckend wirken. Aus einem einzigen Turm entsteht Schritt für Schritt ein Netzwerk wertvoller Artenschutz-Lebensräume, das die Zukunft gefährdeter Gebäudebrüter regional nachhaltig stärkt.
Schleiereulenpaar im Artenschutzturm Borgolavezzarro © A. Rutigliano
Borgolavezzarro - Bauernhaus mit Artenschutzturm & Biotop © A. Rutigliano

Nachts aus Fangnetz befreites Rotkehlchen © Komitee gegen den Vogelmord
Der winterliche Drossel-Aufenthalt auf Zypern ist zu Ende - und der hat nicht nur Singdrosseln, sondern auch etlichen Vogelwilderern und Vogeljägern manch unangenehme Erfahrung beschert…
Auch nach Halbzeit des diesjährigen Winter-Vogelschutzcamps waren unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer in den Nächten und auch frühmorgens mit Fangplatz-Suche und der Rettung von Singdrosseln, dem Abbau von Zugvogelfanggeräten und dem Anzeigen von Vogelwilderern und illegal agierenden Vogeljägern gut beschäftigt.
So konnten unsere Vogelschutzaktiven bei Nachteinsätzen 3 weitere Fangplätze mit Vogelfangnetzen unschädlich machen und bei frühmorgendlichen Einsätzen 2 Vogelwilderer inflagranti erwischen, die mit Leimruten auf Vogelfang waren. Weitere 2 Vogeljäger wurden beim Einsatz von illegalen elektronischen Vogelstimmen-Lockgeräten erwischt und angezeigt.
Einer der mit Leimruten erwischten Vogelwilderer hatte eine feste Vogel-Voliere aufgebaut, in der 15 Singdrosseln und 3 Ringeltauben illegal gefangen gehalten wurden. Sämtliche Vögel waren Wildfänge, die keine amtlich registrierten Ringe trugen. Als Ergebnis unserer Strafanzeige informierte uns der Einsatzleiter der staatlichen Wildhüter-Organisation, dass dieser Vogelwilderer für die illegal gekäfigten Wildvögel mit einer Extrastrafe „belohnt“ würde und sämtliche Vögel freigelassen würden.
Finale Ergebnisse des Zypern-Winter-Vogelschutzcamps (6 Wochen):
Illegale Vogelwilderei
Illegal agierende Vogeljäger
Da der massive Vogelzug von Singdrosseln über Zypern diesen Winter schon Mitte Februar zu Ende ging, konnten unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer das diesjährige Winter-Zugvogelschutzcamp am 17.02.2026 beenden und die wohlverdiente Heimreise antreten.
Mit dem Eintreffen der ersten Singdrosseln und auch Misteldrosseln in ihren Brutgebieten in Deutschland können wir daher schon ab Ende Februar 2026 rechnen. Zwar haben unsere ehrenamtlichen Vogelschutzaktiven Zypern für den Augenblick „Adieu“ gesagt, doch spätestens im April werden wir wieder auf Zypern im Zugvogelschutzeinsatz sein und gewohnt engagiert Flagge für einen couragierten wirkungsvollen Zugvogelschutz zeigen.
Illegal in Vogelvoliere gekäfigte Singdrosseln © Komitee gegen den Vogelmord
Fangbereit aufgebaute Leimruten in Olivenbaum © Komitee gegen den Vogelmord
Nach unserem ersten großen Landkauf-Erfolg steht dort nun schon der zweite Landkauf an. Und auch dafür brauchen wir Ihre Hilfe! … zum Projekt
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