Aktuelles: Kurz & bündig |
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Schimmles Teiche mit frischem Uferbewuchs (c) M. Pfeifer
Das Frühjahr zeigt: Zielgerichtete Biotop-Maßnahmen machen aus dieser ehemaligen Fischzucht-Anlage allmählich wieder ein struktur- und artenreiches Feuchtgebiet.
In diesem nun schnell voranschreitenden Frühjahr zeigt sich an den «Schimmels Teichen» im Limbacher Teichgebiet südlich von Limbach-Oberfrohna eine neue Phase der Entwicklung. Wo noch vor drei Jahren eine intensive Fischzucht das Teichgebiet prägte, entwickelt sich eine zunehmend wieder vielfältige Naturteich-Landschaft. Das Frühjahr macht sichtbar, was durch gezielte und aufwändige Biotop-Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen der Stiftung Pro Artenvielfalt seit 2024 eingeleitet wurde.
Das rund zwölf Hektar (120.000 m²) große Teich-Areal ist Teil eines bedeutenden Feuchtgebiets in dem ansonsten gewässerarmen Südwestsachsen und bietet bereits heute einer Vielzahl von an Gewässer gebundenen Vogelarten einen wertvollen Lebensraum.
Nach dem Erwerb der Flächen im Jahr 2023 wurde mit lokalen Naturschützern und der regionalen Naturschutzbehörde zunächst ein umfangreiches Maßnahmenkonzept abgestimmt und verabschiedet. Im Fokus stand mit hoher Priorität die Wiederherstellung der technischen Wassersteuerung, um in den 12 Teichen variable Wasserstände zu ermöglichen – eine grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung unterschiedlichster Gewässer-Lebensräume. Zeitnah wurde der massiv aufkommende Gehölzaufwuchs auf und an den Teichdämmen zurückgedrängt, der wegen teils trockengefallener Teiche massive Aufwuchs von Schilf- und Rohrkolbenbestände teilweise entnommen und die Teichdämme saniert.
Mit Beginn der diesjährigen Vegetationsperiode zeigt sich bereits deutlich, wie schnell die Natur auf diese Maßnahmen reagiert. Die wieder offenen sonnenexponierten Teichdämme bieten ideale Bedingungen für Insekten, Amphibien und zahlreiche Vogelarten. Dabei halfen im vergangen Jahr unsere tierischen Landschaftspfleger Wasserbüffel, Hochlandrinder und Ziegen mit extensiver Beweidung.
Schon jetzt ist eine bemerkenswerte Zunahme der Vogelvielfalt an Zug- und Brutvögeln zu beobachten. Die vielfältige Landschaftsstruktur von offenen Wasserflächen, uferfeuchten Schlammzonen und strukturreichen Uferbereichen schafft ein Mosaik an Lebensräumen, das in dieser Struktur in der Region kein zweites Mal zu finden ist.
So wird jetzt in diesem Frühjahr zunehmend sichtbar, was langfristig das Ziel dieses anspruchsvollen Natur- und Artenschutz-Projekts ist: Aus früher intensiv bewirtschafteten Fischteichen entsteht mit natürlicher und nur sanft gelenkter Dynamik ein lebendiges Feuchtgebiet, das Raum für Artenvielfalt bietet und zugleich eindrucksvoll zeigt, wie wirkungsvoll konsequenter privatfinanzierter Naturschutz sein kann.
Höckerschwan mit Jungen © M. Pfeifer
Reiherente mit Nachwuchs © M. Pfeifer

Ein trauriges Zeugnis der illegalen Frühjahrs-Vogeljagd auf Zakynthos: getötete Turteltaube © Komitee gegen den Vogelmord
Mehr aufgedeckte Jagdplätze – aber weniger Schüsse:
Wie sich die illegale Frühjahrsjagd auf unsere Zugvögel auf Zakynthos weiter verändert …
Auch dieses Frühjahr sind Einsatzteams des Komitees gegen den Vogelmord und der Stiftung Pro Artenvielfalt gemeinsam auf der griechischen Insel Zakynthos im Einsatz, um gegen die illegale Jagd auf durchziehende Zugvögel vorzugehen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen: Das intensive Vogelschutz-Engagement der vergangenen Jahre zeigt Wirkung – auch wenn die Situation weiterhin ernst ist.
Im Vergleich zum Vorjahr konnten erneut mehr aktive Vogeljagdplätze identifiziert werden. Gleichzeitig wird aber ein deutlicher Rückgang der Schüsse dokumentiert – ein wichtiger Indikator dafür, dass der Überwachungsdruck auf illegal agierende Jäger Wirkung zeigt.
Ergebnisse des Frühjahrs-Vogelschutzcamps 2026
(in Klammern 2025 zum Vergleich):
Trotz der gestiegenen Zahl entdeckter Jagdplätze zeigt sich ein positiver Trend: Während der Einsätze wurden deutlich weniger Schüsse registriert als in den Vorjahren. In früheren Jahren waren an einzelnen Tagen über 100 Schüsse zu hören – in diesem Frühjahr lag die maximale Anzahl bei etwa 60 bis 70 Schüssen pro Tag, mit einem Schwerpunkt weiterhin auf der bekannten Problemregion rund um Keri.
Eine weitere wichtige Erfahrung im Vergleich zum Vorjahr: Unsere Einsatzteams blieben in diesem Frühjahr bisher von tätlichen Angriffen verschont – ein Umstand, den wir als Folge der konsequenten Strafverfolgung und der gestiegenen Aufmerksamkeit für illegale Jagdaktivitäten werten.
Dennoch ist die Arbeit auf Zakynthos noch lange nicht abgeschlossen. Während der Einsätze wurden erneut bislang unbekannte Jagdplätze entdeckt, die in zukünftigen Kampagnen verstärkt in den Überwachungs-Fokus rücken werden. Ziel bleibt es, die illegale Frühjahrsjagd auf Zugvögel weiter einzudämmen und langfristig vollständig zu unterbinden.
Der Einsatz auf Zakynthos zeigt einmal mehr: Dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung, jährlicher Frühjahrs-Präsenz vor Ort und der finanziellen Unterstützung durch engagierte Spenderinnen und Spender können wir messbare Fortschritte im praktischen Zugvogelschutz erzielen.
Opfer der illegalen Frühjahrsjagd auf Zakynthos: Eine durch Abschuss getötete Turteltaube © Komitee gegen den Vogelmord
Gut getarnt und doch entdeckt: Ein illegal genutzter Jagdansitz auf Zakynthos © Komitee gegen den Vogelmord

Mönchsgrasmücken-Weibchen in illegalem Fangnetz © Komitee gegen den Vogelmord
Ein Zugvogelschutz-Erfolg auf Zypern, der dem unermüdlichen Einsatz vieler Akteure zu verdanken ist …
Die Ergebnisse des ersten Teils des gemeinsamen Frühjahrs-Vogelschutzcamps 2026 der Stiftung Pro Artenvielfalt und des Komitees gegen den Vogelmord auf Zypern belegen eindrucksvoll, was durch konsequente Zusammenarbeit, langjährigen operativen Einsatz vor Ort und dank der kontinuierlichen Unterstützung engagierter Spenderinnen und Spender erreicht werden kann.
Im Zeitraum 23. März bis 10. April wurden insgesamt 129 bekannte Fallenstandorte kontrolliert mit einem bemerkenswerten Ergebnis: Lediglich ein einziger Standort konnte noch als aktiv bestätigt werden. Die illegale Fallenstellerei im Frühjahr scheint damit auf Zypern nahezu vollständig beendet und unsere aktuellen Ergebnisse sprechen eine klare Sprache:
Noch bis zum Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 stellte sich die illegale Zugvogelfang-Situation deutlich dramatischer dar – mit einer Vielzahl aktiver Fangplätze und jährlich auch im Frühjahr zigtausenden gemordeten Zugvögeln.
Der Fall des gefassten Fallenstellers zeigt zugleich, wie wichtig die weiterhin konsequente Präsenz der Einsatzteams auf Zypern ist. In Zusammenarbeit mit staatlichen Wildhütern konnte der Vogelwilderer beim Aufbau von Leimruten beobachtet und anschließend gestellt werden. Neben den aktiv genutzten Fanggeräten wurde ein umfangreiches Lager mit weiteren Fallen, darunter 184 Leimruten, 17 Netze und 34 Stahlfallen entdeckt und beschlagnahmt. Dem Täter droht nun eine empfindliche Strafe, die allein für das illegale Fallenstellen im Frühjahr bei über 9.000 Euro liegen wird.
Auch die Folgen früherer illegaler Aktivitäten bleiben sichtbar: In einem verlassenen Netz aus der Wintersaison wurden zahlreiche verendete Vögel gefunden. Eine Mönchsgrasmücke konnte glücklicherweise noch rechtzeitig lebend befreit werden.
Der zweite Einsatzteil des Vogelschutzcamps auf Zypern ist bereits fest geplant und hat zum Ziel, die erreichten Fortschritte im Kampf gegen den Frühjahrs-Zugvogelmord nachhaltig zu sichern und letzte illegale Vogelfangaktivitäten weiter konsequent zu unterbinden.
Nur noch ein Griff bis zur Befreiung © Komitee gegen den Vogelmord
Wildhüter mit abgebauten illegalen Leimruten © Komitee gegen den Vogelmord
Unser 2. Landkauf auf Hiddensee sichert diese Salzwiesen-Flächen nachhaltig schenkt der Wiesenvogelwelt Lebensraum zurück – bitte helfen Sie uns dabei … zum Projekt
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