Aktuelles-Archiv: Projekt des Monats April |
|---|
|
|
Als Fazit des letzten Winter-Vogelschutzcamps 2023/24 können wir feststellen, dass unsere jahrelangen Vogelschutzcamp-Fangplatz-Kontrollen und der hohe Strafanzeigen-Druck auch auf die Großen im Vogelmord-Geschäft zumindest im Frühjahr und Winter messbar zunehmende Wirkung zeigen!
Im vergangenen Winter trug dazu sicherlich auch der relativ schwache herbstliche Vogelzug von Singdrosseln bis an die Südküste Zyperns und entsprechend geringere Überwinterungszahlen bei. So hatten zigtausende Singdrosseln auf ihrem Vogelzug nach Süden auf den weiten Flug nach Zypern verzichtet und verbrachten den diesjährigen milden Winter auf den Inseln Griechenlands und an der türkischen Küste.
Vogelschützerin untersucht befreites Mönchsgrasmückenweibchen © Komitee gegen den Vogelmord
Singdrossel wird vorsichtig aus illegalem Fangnetz herausgeschnitten © SPA
Dieses vom Instinkt geleitete Kräfte sparende Verhalten hatte leider in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2024 und an den Folgetagen für tausende Singdrosseln tödliche Konsequenzen. Auslöser dafür war ein schwerer Wintersturm mit Starkregen im östlichen Mittelmeerraum.
Mit dem Sturm wurden zehntausende Singdrosseln von den griechischen Inseln und der türkischen Küstenregion bis nach Zypern verfrachtet. Dieser starke Drossel-Einflug löste bei zypriotischen Vogelwilderern und Vogeljägern in der Nacht zum 19. Januar 2024 einen wahren Adrenalinschub aus. Die Folge waren hektische und massive Drosselfang- und Vogeljagd-Aktivitäten.
Nächtlich aufgebautes illegales Fangnetz © Komitee gegen den Vogelmord
Illegal aufgebautes Fangnetz mit gefangenen Zugvögeln © Komitee gegen den Vogelmord
So wähnten sich die Zugvogelschützerinnen und Vogelschützer des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung am Morgen des 19. Januar 2024 ob des massiven Gewehrfeuers entlang der Südküste Zyperns in einem Zugvogel-Kriegsgebiet.
Ungezählte Vogeljäger schossen in schnell zusammengetrommelten Jagdtrupps auf alles, was ihnen vor die Flinten kam. Und das waren meist vom Sturm nach Zypern verschlagene, völlig erschöpfte Singdrosseln. Der Anblick der großen Mengen getöteter Singdrosseln war für unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer nur schwer zu verdauen. Trotzdem dachte niemand von ihnen ans Aufgeben oder gar daran, nach Hause zu fahren!
Nach illegalem Abschuss eingesammelte Singdrosseln © Komitee gegen den Vogelmord
Herbeigerufen Polizei dokumentiert illegales Fangnetz mit Zugvogelopfern © SPA
Im Gegenteil: Diesem Zugvogel-Massaker in den folgenden Tagen Einhalt zu gebieten, war für unsere Zugvogelschützenden das dringendste Gebot der Stunde. Mit ungewohnt guter Unterstützung der Polizei und staatlicher Wildhüter erwischten sie in den folgenden Tagen 6 große unbelehrbare Vogelwilderer und 12 illegale Vogeljäger inflagranti, die allesamt angezeigt wurden.
Singdrossel wird aus illegalem Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord
Mit dem Rückflug der Singdrosseln schon seit Mitte Februar in ihre mittel- und nordeuropäischen Brutgebiete kehrte an der Vogelmord-Front Zyperns wieder Ruhe ein. So können wir als Resümee festhalten, dass es ohne das sturmbedingte Singdrossel-Massaker diesen Winter auf Zypern stark reduzierte illegale Vogelfang- und Vogeljagdaktivitäten gegeben hätte.
Aus Illegalen Fangnetzen befreite Singdrosseln © Komitee gegen den Vogelmord
Staatliche Wildhüter helfen bei Abbau eines illegalen Fangnetzes © Komitee gegen den Vogelmord
Ab Mitte April werden erneut bis zu 10 Vogelschützerinnen und Vogelschützer auf Zypern im Frühjahrs-Vogelschutzcampeinsatz sein. Einmal mehr werden wir den Fangplatz-Überwachungsdruck auf kriminelle Vogelwilderer und auf die Vogeljagdplätze illegal agierender Vogeljäger hochhalten.
Unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer werden schwerpunktmäßig auch die Suche nach neu eingerichteten Zugvogel-Fangplätzen ausweiten und verstärken. Immerhin gilt es bis ins späte Frühjahr, den zigtausenden zu ihren Brutgebieten zurückziehenden Singvögeln wie Mönchsgrasmücke, Nachtigall, Pirol und weiteren 36 Zugvogelarten an einem der gefährlichsten Zugvogelrastplätze im Mittelmeerraum sicheres Geleit zu geben.
Zwei Mönchsgrasmücken-Weibchen gefangen in illegalem Fangnetz © Komitee gegen den Vogelmord
Mönchsgrasmückenweibchen in illegalem Fangnetz © Komitee gegen den Vogelmord
Leider sind die Reisekosten nach und von Zypern, einfache Unterkünfte, der Kraftstoff für unsere 2 Einsatz-Pkw und auch die Basis-Verpflegung für unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer spürbar teurer geworden. Zusätzlich wollen wir unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer für ihre Tag- und Nachteinsätze mit Sicherheitstechnik ausstatten, die mögliche Angriffe von rabiaten Vogelwilderern gegen Leib und Leben gerichtsfest dokumentieren kann.
Für die Durchführung des Frühjahrs-Vogelschutzcamps auf Zypern und die neue Sicherheitstechnik fehlen uns noch ca. 18.200 Euro. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende von 20, 30 oder gar 50 Euro.
Ergebnisse des 2023/24 Zypern-Winter-Vogelschutzcamps (8 Wochen)
Illegale Vogelwilderei
94 illegale Vogel-Fangplätze gefunden (129*)
33 verbotene Vogel-Fangplätze waren aktiv (10*)
36 illegale Fangnetze abgebaut (4*)
15 elektronische Vogelstimmen-Lockanlagen abgebaut (1*)
7 Strafanzeigen gegen illegale Vogelwilderer erstattet (2*)
lllegal agierende Vogeljäger
41 Jagdplätze mit illegalen Aktivitäten gefunden (49*)
20 elektronische Vogelstimmen-Lockanlagen abgebaut (12*)
15 Strafanzeigen gegen illegal agierende Vogeljäger erstattet (12*)
*) Vorjahres-Ergebnisse Winter 2022/23
Ältere Projekte des Monats finden Sie im Archiv
Information zum Bild in der Überschriftenleiste:
"Gleich hinter den Touristen-Hochburgen an der Südküste Zyperns beginnt das Vogelmord-Gebiet © SPA"
Rund 40 engagierte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verschiedener sizilianischer Organisationen beteiligten sich an der bis dato größten Müllsammelaktion in der Südostküsten-Region entlang der Zufahrtsstraße „Strada di bonifica Raneddi“ zu unserem Schutzgebietsteil Pantano Cuba – initiiert und koordiniert von den Bird Guards der Stiftung Pro Artenvielfalt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pachino …... mehr Informationen
Nach unserem ersten großen Landkauf-Erfolg steht dort nun schon der zweite Landkauf an. Und auch dafür brauchen wir Ihre Hilfe! … zum Projekt
Postbank Hannover IBAN: DE47 2501 0030 0905 9063 07 BIC: PBNKDEFF