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… überzeugte Vogelschützerinnen und Vogelschützer wie die 43 ehrenamtlich arbeitenden Wiesenweihen-Retter in Brandenburg opfern monatelang, von April bis August, ihre Freizeit und die Wochenenden, fahren mit ihren Privat-Pkws zigtausende Kilometer Dorfstraßen und Feldwege ab und stehen sich stundenlang die Beine in den Bauch, um am Himmel über Nordostbrandenburgs endlosen Getreidefeldern die Wiesenweihen zu erspähen.
Wiesenweihen-Männchen im Flug © A. Cortese
Wiesenweihen-Schützer halten Ausschau nach Wiesenweihen © WNN e. V.
Was das soll und warum sie das tun, ist eine höchst spannende und interessante Geschichte…
Von den bei uns in Deutschland (noch) vorkommenden 3 Weihen-Arten Rohrweihe, Kornweihe und Wiesenweihe haben es bereits 2 Arten in die „Rote Liste der Brutvögel Deutschlands“ geschafft: die Kornweihe gilt als „vom Aussterben bedroht“, die Wiesenweihe als „stark bedroht“. Diese wissenschaftliche Einstufung allein und auch die aktuelle Naturschutz-Politik werden das Aussterben dieser beiden seltenen Greifvogelarten aber kaum verhindern!
Anders als die meisten Greifvögel bauen die 3 Weihen-Arten ihre Nester am Boden. Doch immer mehr Hochspannungsleitungen und Windkraftanlagen zerschneiden den Luftraum über der offenen Landschaft und die intensive landwirtschaftliche Flächennutzung raubt den Wiesenweihen ihre früheren naturnahen Nistplätze in ausgedehnten Feuchtgebieten, Mooren und Heidelandschaften. So brüten die maximal 450 Wiesenweihen-Brutpaare in Deutschland heutzutage gezwungenermaßen überwiegend in Getreidefeldern.
Maschinengerechte Getreidefelder in Brandenburg… soweit das Auge reicht © WNN e. V.
Wiesenweihen-Weibchen am Bodennest mit Küken © WNN e. V.
Keine schlechte Idee, denken sich Vogelfreundin und Vogelfreund, aber so ein Getreidefeld wird in der Wachstumsphase mehrmals im Jahr mit Maschinen befahren, mit Agrarchemikalien besprüht und die Erntetermine liegen inzwischen 4-6 Wochen früher als noch vor 30 Jahren. Wer wie die Feldlerchen und die Wiesenweihen in der heutigen intensiv genutzten Feldflur am Boden brütet, hat für sein erfolgreiches Brutgeschäft und die Aufzucht seiner Jungen kaum eine Chance: Nester, Gelege und Jungvögel bleiben so, meist ungewollt und unter dem Zwang zum kosteneffizienten Landwirtschaften, geschreddert und gehäckselt tot auf der Strecke.
Junge Wiesenweihen im Bodennest © WNN e. V.
Was also tun, um diesen wenigen Wiesenweihen-Brutpaaren einen ungestörten Nistplatz und eine erfolgreiche Jungenaufzucht zu sichern?
Um das herauszufinden, waren wir im späten Frühjahr 2024 zwei lange Tage mit Vogelschützerinnen und Vogelschützern in dem von unserer Stiftung finanzierten Wiesenweihen-Schutzprojekt unterwegs, haben mit Ferngläsern den Himmel über den Getreidefeldern nach Wiesenweihen abgesucht, bis uns das Genick schmerzte. Konnte dann endlich ein Wiesenweihen-Brutpaar bei Balzflügen in der Luft oder dem Transport von Nestmaterial beobachtet oder mit der eingesetzten Drohne ein Bodennest im Getreidefeld fotografiert werden, begann zu Fuß die vorsichtige Nestplatzsuche im Getreidefeld, danach die Schlepperei von Zaunstangen, Zaunelementen und Netzen zum Nestplatz, um die Wiesenweihen-Nistplätze zu markieren und einzuzäunen. Dies alles natürlich mit vorheriger Zustimmung der Landeigentümer!
Drohne im Einsatz für Wiesenweihen-Nestsuche © R. Melz
Aufbau Schutzzaun um Wiesenweihen-Bodennest © WNN e. V.
Nur mit diesen zeitraubenden Schutzmaßnahmen sind Wiesenweihen-Nest- und Brutplätze, die Gelege (Eier) und auch die Jung-Weihen vor Nesträubern wie Fuchs, Waschbär und Wildschwein sicher und Landwirte und Lohnunternehmer können bei Feldarbeiten die markierten eingezäunten Nistplätze umfahren.
Im Jahr 2024 konnten so insgesamt 15 Boden-Nester rechtzeitig mit Zäunen gesichert werden – dafür waren die Weihen-Schützerinnen und Weihen-Schützer im Nordosten Brandenburgs bis an die Hänge des Oder-Tals monatelang spätnachmittags, oft bis zum Sonnenuntergang und auch an Wochenenden unterwegs, fuhren insgesamt mehr als 41.000 km Landstraßen und Feldwege ab, sicherten die gefundenen Weihen-Nistplätze und kontrollierten regelmäßig die Zäune der markierten Nestplätze.
Der schönste Lohn für all die zeitraubende Schutzarbeit waren die immerhin 52 Weihen-Jungvögel, die erfolgreich flügge wurden.
Drohnenfoto: Wiesenweihen-Nest im Getreidefeld mit Jungen © WNN e. V.
Junge Wiesenweihen im geschützten Bodennest im Weizenfeld © WNN e. V.
Mit der Finanzierung des Wiesenweihen-Schutzprojekts im Nordosten Brandenburgs bekommt unser Landkauf-Engagement für unser Pantani-Zugvogelschutzgebiet an der Südostküste Siziliens eine noch höhere Bedeutung. Immerhin beobachten unsere Bird Guards dort erst seit wenigen Jahren ungestört rastende und Nahrung jagende Wiesenweihen, bevor die sich ausgeruht und gestärkt auf den gefahrvollen Weiterflug bis an die nordafrikanische Küste Tunesiens machen.
Zur Stärkung und Optimierung der Schutzeinsätze in Brandenburg wollen wir für die ehrenamtlichen Weihen-Schützerinnen und -Schützer weitere dringend benötigte Ferngläser, eine kleine kompakte Drohne und zusätzliches Nestschutz-Material kaufen und ihnen für die geplanten bis zu 45.000 km Einsatzfahrten wenigstens die nachgewiesenen Fahrtkosten (Kilometergeld) erstatten.
Gemeinsam mit Ihnen und den Aktiven des Wiesenweihenschutz Nordostdeutschland e. V. können wir dieses spannende Projekt zu einer echten Wiesenweihenschutz-Erfolgsgeschichte machen.
Bitte helfen Sie uns mit Ihrer engagierten Spende, die Gesamtkosten des diesjährigen Wiesenweihen-Schutzprojekts in Brandenburg in Höhe von ca. 18.000 Euro sicher zu finanzieren.
Beeindruckendes Manöver: Beuteübergabe der Wiesenweihen im Flug © picture alliance dpa Patrick Pleul
Ältere Projekte des Monats finden Sie im Archiv
Information zum Bild in der Überschriftenleiste:
"Junge beringte Wiesenweihe © S. Leikies"
Rund 40 engagierte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verschiedener sizilianischer Organisationen beteiligten sich an der bis dato größten Müllsammelaktion in der Südostküsten-Region entlang der Zufahrtsstraße „Strada di bonifica Raneddi“ zu unserem Schutzgebietsteil Pantano Cuba – initiiert und koordiniert von den Bird Guards der Stiftung Pro Artenvielfalt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pachino …... mehr Informationen
Nach unserem ersten großen Landkauf-Erfolg steht dort nun schon der zweite Landkauf an. Und auch dafür brauchen wir Ihre Hilfe! … zum Projekt
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