Aktuelles:
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Insbesondere ältere Menschen können sich noch daran erinnern, wer sie regelmäßig früh morgens aus dem Bett holte… es war kein handbetriebener oder digitaler Wecker und auch kein Weck-Ton eines Smartphones, sondern eine putzmuntere Spatzenschar, die laut tschilpend auf der Regenrinne herumtobte und neuste Spatzen-Nachrichten austauschte. Und diese lebensfrohen kleinen ruhe- und rastlosen Kerle fehlen inzwischen vielen Menschen und auch uns sehr!
Haussperlinge nutzen Mehlschwalbennester an unserem Artenschutzturm Runow (M-V) © SPA
Das lautlose Verschwinden unserer Gebäude bewohnenden Vogel- und Fledermausarten aus unseren Städten, Ortschaften und Siedlungen beschleunigt sich ungebremst. Gesetzliche Vorgaben für energetische Gebäude-Sanierungen, perfekte Wand-, Dach- und Dachstuhl-Dämmungen, das Dichtmachen jedes Spalts und der Umbau von Dachböden zu Wohnraum rauben unseren auf Gebäude geprägten heimischen Vogel- und Fledermausarten jedes Jahr tausendfach das Dach über dem Kopf.
Ohne Ersatz-Gebäude-Lebensräume sterben diese Wildtierarten still und leise und immer schneller aus. Aussterben ist für immer!
Staren-Gelege in unserem Artenschutzturm Nobitz (Thüringen) © SPA
Frisch geschlüpfte Mauerseglerküken © K. Roggel
Jedes Frühjahr sitzen zigtausende Mehlschwalben, Mauersegler, Stare, Bachstelzen und Hausrotschwänzchen nach kräfteraubender Rückkehr aus dem Süden bei uns wohnungslos vor sanierten Gebäuden. In ihren angestammten Herbergen ist kein Platz mehr für sie.
Warum regen wir uns maßlos über das anhaltende illegale Vogelmorden in Südeuropa auf, wenn zu gleicher Zeit die überwiegende Zahl der für Naturschutz zuständigen Politikerinnen und Politiker kaum Interesse an artenschutz-fördernden Regelungen und konkreten Schutzmaßnahmen für Gebäude nutzende Vogel- und Fledermausarten zeigt?
Frisch geschlüpfte Dohlen-Küken in unserer Artenschutzstation Dörtendorf (Thüringen) © SPA
Turmfalkenküken in unserem Artenschutzturm Brilon NRW © SPA
Auch den meisten Haus- und Wohnungseigentümerinnen und -eigentümern fehlt es leider an Bewusstsein und Bereitschaft zum Engagement für den Schutz bestehender oder die Schaffung neuer Nist- und Brutplätze an ihren Gebäuden. Beides zusammen hat aber die gleichen traurigen Konsequenzen für unsere Vogelwelt wie der massenhafte illegale Vogelmord in Südeuropa. Die Vogelzahlen brechen immer schneller ein, zwangsläufig wird es still und leer ums Haus und im Hof.
Frühere Allerweltsvogelarten wie der Star und die Mehlschwalbe stehen heute schon als bedroht auf der „Roten Liste Deutschland“ und der Feldsperling, der seit 2020 auf der „Vorwarnliste“ der bedrohten Brutvögel gelandet ist, verschwindet seit drei Jahren mit atemberaubender Geschwindigkeit aus unseren Dörfern und aus ganzen Bundesländern!
Schleiereulen-Junge in unserem Artenschutzturm Augustenhof (M-V) © Peßner
Flügger Turmfalken-Nachwuchs in unserem Artenschutzturm Bouderath (NRW) © SPA
Was im Jahr 2007 mit dem Bau unseres 1. Artenschutzturms in Wünschendorf/Elster im OT Untitz, Ostthüringen begann, hat sich über die Jahre zu einer beispiellosen Artenschutz-Erfolgsgeschichte entwickelt! Allein in diesem Jahr brüteten und siedelten in unseren inzwischen schon 37 Artenschutzgebäuden 430 Vogelpaare und 2 Zwergfledermaus-Kolonien, erblickten nahezu 1.800 Vogelküken in ihren sicheren und gut geschützten Nestern das Licht der Welt!
In Nähe unseres Feuchtgebiet-Projekts „Seeländereien bei Frose“ im Salzlandkreis, Sachsen-Anhalt entdeckten wir in der Gemeinde Winningen, einem Ortsteil der Stadt Aschersleben, im Frühjahr 2023 einen schon recht maroden stillgelegten Trafoturm, dessen sich, vermutlich ob des bestehenden Denkmalschutzes, offensichtlich niemand annehmen wollte.
Süd-Ostseite denkmalgeschützter Trafoturm Ortsmitte Winningen © SPA
Umbaubesprechung mit Handwerkern © SPA
Uns kam dieser Trafoturm für unsere Artenschutz-Projektarbeit zum Wohle Gebäude nutzender Wildtierarten gerade recht. Auf Basis der inzwischen für unsere Stiftung im Grundbuch eingetragenen Dienstbarkeit zum Erhalt des Turmes auf dem gemeindeeigenen Grundstück und der denkmalschutzrechtlichen Umbau-Genehmigung werden wir jetzt im Herbst mit dem Umbau dieses maroden Trafoturms zu unserem 38. Artenschutzgebäude beginnen.
Modell vom zukünftigen Artenschutzturm Winningen © SPA
Auch bei diesem Trafoturm ist unser Ziel, den bei uns überwinternden Vogelarten wie Turmfalke, Schleiereule, Dohle, Haus- und Feldsperling und auch Fledermäusen spätestens Ende November 2024 ein artgerechtes Gebäude mit geeigneten Höhlen zum Schlafen und Überwintern hinzustellen und den im Frühjahr aus dem Süden zurückkehrenden Gebäude nutzenden Zugvogelarten wie Mehlschwalbe, Mauersegler, Hausrotschwanz und Bachstelze für ihre Brutzeit und die Jungenaufzucht ein sicheres Dach über dem Kopf zu schenken.
Der Umbau zum Artenschutzturm Winningen wird uns rund 23.600 Euro kosten. Dafür fehlen uns noch ca. 14.000 Euro! Bitte helfen Sie uns möglichst noch heute mit Ihrer engagierten Projektspende.
Ältere Projekte des Monats finden Sie im Archiv
Information zum Bild in der Überschriftenleiste:
"Abflug einer Schleiereule aus unserem Artenschutzturm Radepohl (M-V) © Peßner"
Rund 40 engagierte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verschiedener sizilianischer Organisationen beteiligten sich an der bis dato größten Müllsammelaktion in der Südostküsten-Region entlang der Zufahrtsstraße „Strada di bonifica Raneddi“ zu unserem Schutzgebietsteil Pantano Cuba – initiiert und koordiniert von den Bird Guards der Stiftung Pro Artenvielfalt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pachino …... mehr Informationen
Nach unserem ersten großen Landkauf-Erfolg steht dort nun schon der zweite Landkauf an. Und auch dafür brauchen wir Ihre Hilfe! … zum Projekt
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