Landkauf-Projekt:
Drömling
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Flächenhaftes 340 km² umfassendes Niedermoorbecken an der Landesgrenze von Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, das vom Mittellandkanal gequert und von dem Flüsschen Aller in Richtung Westen in die Weser und dem Flüsschen Ohre Richtung Osten in die Elbe entwässert wird.
Das heutige Landschaftsbild entstand durch umfangreiche Entwässerungs- und Kultivierungsmaßnahmen im 18. Jahrhundert. Es ist von ausgedehnten Grünlandflächen, eingelagerten Waldinseln und einem engmaschigen Grabensystem geprägt, das vielfach von uferbegleitenden Gehölzen bewachsen ist. Die insgesamt 1.725 Kilometer langen Wasserläufe haben dem Drömling den Beinamen „Land der tausend Gräben“ gegeben.
Der Drömling – Land der tausend Gräben © SPA
Die zunehmenden Winter- und Frühjahrstrockenzeiten senken den Grundwasserstand im Niedermoorgebiet und schädigen so die Niedermoor-Feuchtwiesen und den Moorkörper. Immer mehr Moortümpel und Kleingewässer fallen trocken, damit verlieren Amphibien und Reptilien zunehmend ihre Lebens- und Reproduktionsräume. Diese Entwicklung verknappt das Nahrungsangebot nicht nur für Störche und Reiher, sondern auch für Wiesen- und Greifvögel.
Durch Trockenzeiten gefährdete Niedermoorwiesen © SPA
Das Naturschutzgebiet „Ohre-Drömling“ ist zentraler Bestandteil des Großschutzgebietes „Drömling“. Die Unterschutzstellung erfolgt insbesondere zur Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung der Funktionsfähigkeit des Naturhaushaltes im gesamten Drömling. Das Schutzziel ist, in den Kern- und Nässezonen des Drömling Wasserstände zu erreichen, die zum Erhalt des Niedermoorkörpers führen. Die bestehenden offenen Wiesen- und Weidelebensräume sollen durch eine den Standortbedingungen angepasste Landwirtschaft erhalten und entwickelt werden.
Im heutigen Biosphärenreservat Drömling sind ca. 450 Farn- und Blütenpflanzenarten zu finden, davon stehen 74 Arten auf der Roten Liste Deutschland. Auch die Tierwelt des Drömlings ist artenreich, sie zählt mehr als 40 Säugetierarten, darunter 21 Arten, die auf der Roten Liste stehen. Zu ihnen gehören der Fischotter und der Biber.
Besonders arten- und individuenreich ist die Vogelwelt. Dazu gehören der Kranich, der auf dem Vogelzug im Drömling rastet und auch mit ersten Brutpaaren hier heimisch geworden ist. Der Weißstorch besiedelt den Drömling mit etwa 50 Brutpaaren. Dies ist die größte Population, die westlich der Elbe in den neuen Bundesländern existiert. Auch der Schwarzstorch und zwei große Graureiher-Kolonien finden im Drömling geeigneten Lebensraum. Weitere hier anzutreffende Vogelarten sind Rotmilan, Kiebitz, Pirol und auch die Nachtigall. Die trifft hier auf ihren östlichen Artgenossen, den Sprosser, der im Drömling seine westliche Verbreitungsgrenze hat.
Unsere Stiftung hat in den vergangenen Jahren durch 4 beispielhafte Projekte im Drömling einen lokalen Beitrag zum Erhalt der vielgliedrigen Biotopstrukturen geleistet.
1. Revitalisierter Flussarm der „Ohre“ - Lebensraum für den Fischotter
Bei Calvörde, Sachsen-Anhalt haben wir einen alten verlandenden Flussarm durch Ausbaggern von 700 m³ Boden und den Wiederanschluss an die Ohre revitalisiert und damit dem Fischotter und vielen anderen Tierarten wie z. B. Muscheln, Fischen, Libellen und auch dem Eisvogel wertvollen, neuen Lebensraum geschaffen.
Verlandender Ohre-Altarm (re.) © SPA
Wiederanschluss des Altarms an die Ohre © SPA
Allein 10 Behörden waren notwendig, um dieser die Landschaft und das Gewässer verbessernden und damit Biotop aufwertenden Baumaßnahme zuzustimmen!
Fischotter, Weißstorch
2. Flachwasser-Biotop - Lebensraum für den Kranich
Dank der jahrelangen konsequenten Umsetzung eines umfassenden Naturschutzkonzeptes durch die dortige Naturparkverwaltung in Zusammenarbiet mit örtlichen Landwirten nahm die Zahl brütender Weißstorchpaare und anderer Wiesenvögel (z. B. Großer Brachvogel) allmählich wieder zu.
Um den ersten hier brütenden Kranichpaaren einen zusätzlichen von Wasser umspülten Nistplatz mit sicheren Brutinseln zu schaffen, haben wir in Abstimmung mit der damaligen Naturparkverwaltung ein Kranich-Brutbiotop mit 2 Flachwasserseen angelegt, für das wir 4.800 m³ Moorboden und Sand auskoffern mussten. Seit der Brutsaison 2008 hat in dem perfekt eingewachsenen und sicheren Brutplatz jedes Jahr bis 2017 ein Kranichpaar erfolgreich 1-2 Junge großgezogen.
Neuanlage des Kranichbiotops © SPA
Das neue Kranichbiotop nach 9 Monaten © SPA
Seit 2018 und auch aktuell ist das Kranichbiotop wegen der rückläufigen Regenmengen und dem fallenden Grundwasserstand trockengefallen und eine Renaturierung scheint derzeit wenig erfolgversprechend zu sein.
Kranich, Laubfrosch
3. Feuchtwiesen - Nahrungsraum für den Weißstorch
Trotz vielfältiger Schutzbemühungen und Anstrengungen und länderspezifischen Grünland-Umbruchverboten schwindet Grünland weiter und geeigneter Weißstorch-Lebensraum wird knapper. Die trockener werdenden Frühjahre machen den Weißstörchen eine erfolgreiche Jungenaufzucht schwerer, da junge Weißstörche in den ersten 10 Lebenstagen nur Regenwürmer schlucken können.
Es lohnt sich, um jeden Quadratmeter Feuchtgrünland, Flussaue, Mähwiese und Mähweide zu kämpfen. Unser kleiner Beitrag zum großen Feuchtwiesen-Schutzziel im Drömling ist der Kauf von 1,4 ha Feuchtgrünland zur extensiven Nutzung als Mähwiese durch einen örtlichen Landwirtschaftsbetrieb sowie der Schutz darin befindlicher Wassergräben, die Lebensraum des Laubfroschs sind.
Feuchtwiesen im Drömling – Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten © SPA
Weißstorch, Laubfrosch
4. Bauerngarten-Biotop - Lebensraum für die Nachtigall
Mit dem Kauf eines ehemaligen 0,3 ha großen Bauerngartens mit 2 Moorteichen haben wir in Buchhorst im zentralen Teil des Drömling unser 4. Biotop-Schutzprojekt erfolgreich realisiert. Das nun dauerhaft geschützte ehemalige Gartenbiotop mit Solitärbäumen, Wildhecken, zwei Moorteichen und Hochstaudenfluren sichert typischen Vogelarten der strukturreichen Gartenbiotope wie Nachtigall, Goldammer, Feldsperling und Mönchsgrasmücke wertvollen Lebensraum. Die zwei warmen Flachwasser-Moorteiche - umsäumt von Weidengebüschen - sind ein selten gewordener Lebensraum für den Laubfrosch und dienen auch dem in unmittelbarer Nachbarschaft brütenden Weißstorchpaar als Nahrungsgewässer!
Unser Bauerngarten mit Feuchtbiotop © SPA
Nahrungsraum für das benachbarte Weißstorch-Brutpaar © SPA
Weißstorch, Laubfrosch, Nachtigall
Kranich
© Leo/fokus-natur
Weißstorch
© FotoNatur
Nachtigall
© L. Hlasek
Fischotter
© FotoNatur
Laubfrosch
© Leo/fokus-natur
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