Landkauf-Projekt: Gehrden
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Das Bach-Tal liegt im Herzen des Oberwälder Berglandes, einer Landschaft im Weserbergland, die ursprünglich durch weitläufige Kalk- und Orchideenbuchenwälder und von Wanderschäfern bewirtschaftete Kalkmagerrasen geprägt wurde. Der Bach Öse ist auch heute noch ein relativ naturbelassenes Fließgewässer, das auch in den Sommermonaten einen guten Wasserstand aufweist. Dank seiner bis zu 5 m breiten beiderseitig bachbegleitenden Ufervegetation aus Erlen, Weiden, Haselnuss und Grünland halten sich die Nähstoffeinträge aus dem landwirtschaftlich genutzten Grünland und den Ackerflächen in Grenzen. So ist auch die Wasserqualität der Öse noch sehr gut und bietet damit der Bachforelle geeigneten Lebensraum.
Blick in das Öse-Wiesental bei Gehrden © SPA
Die Tal-Aue mit ihrem artenarmen Grünland ist durch intensive Düngung und Viehbeweidung zu einer homogenen Nutzlandschaft geworden und bietet daher nur noch wenigen Tier- und Pflanzenarten geeigneten Lebensraum.
Die im Uferbereich der Öse in den 50er Jahren gepflanzten Hybridpappeln bildeten im Wiesental mit ihrer Wuchshöhe von bis zu 30 m einen Sperrriegel, der die Weite des Wiesentals einengte. Damit wurde Greifvögeln wie dem Turmfalken, dem Mäusebussard und ganz besonders dem Rotmilan eine kräftesparende Nahrungsjagd erschwert. Die Hybridpappeln unterdrückten durch Beschattung und massiven Laubfall die Entwicklung einer naturnahen Ufervegetation.
Der Ösebach im Wiesental bei Gehrden © SPA
Nachhaltiger Schutz des bachbegleitenden Grünlands, des gesamten Wiesentals und der bewaldeten Hanglagen. Durch Beendigung der Grünland-Düngung und nur noch extensiven Nutzung als Mähwiese Reduktion der Bodenverdichtung und substanzielle Verbesserung der Gräser- und Blütenpflanzen-Vielfalt.
Damit Optimierung des Lebensraums für die Insektenvielfalt, die wiederum Nahrungsbasis für Singvögel der offenen Landschaft wie Feldlerche, Goldammer und Neuntöter ist. Mit der Zunahme von kleineren Säugetieren in den Wiesenbereichen und entlang der Bachaue wird das Nahrungsangebot für mehrere Greifvogelarten, insbesondere für den Rotmilan, wesentlich verbessert.
Rotmilan auf Nahrungssuche © Pröhl/fokus-natur
Rotmilan wacht am Horst über seine Küken
© Pröhl/fokus-natur
Unser langfristiges Ziel ist, durch weitere Flächenkäufe auch am östlich angrenzenden Immelsberg einen großflächigen, geschützten Biotopkomplex mit einer strukturreichen Grünland-Talaue, Kalkmagerrasen-Hangbiotopen und artenreichem Laubmischwald zu schaffen und als vielgestaltigen Lebensraum nachhaltig zu entwickeln und zu schützen.
Seltener Anblick: Buchenwald mit flächenhaftem Bärlauch-Bestand © SPA
So konnten wir im Herbst 2019 zwischen Gehrden und Siddessen im Tal der Öse knapp 4,0 Hektar (40.000 m²) Grünlandflächen kaufen und haben diese unter Extensivierungsbedingungen wie Ausschluss von Kunstdünger und nur noch zweischüriger Mahd mit spät im Jahr liegenden Mähterminen an einen Landwirt verpachtet.
Unsere Grünlandflächen mit Blick auf den Immelsberg © SPA
Zur schnelleren Stärkung der Artenvielfalt an Gräsern und Blütenpflanzen haben wir in einem bis zu 6 Metern breiten Streifen das Grünland gefräst und eine standortangepasste Blumenwiesen-Einsaat vorgenommen.
Im Winter 2020/2021 haben wir sämtliche Hybridpappeln fällen lassen und die Biomasse großteils als Totholz entlang der bachbegleitenden Vegetation abgelegt. Mit diesen Biotop-Optimierungsmaßnahmen haben wir die Weite des Bachtals für Greifvögel, aber auch für Graureiher und Schwarzstorch zur Nutzung der Wiesenflächen als Nahrungslebensraum geöffnet.
Zum Ausgleich der gefällten Hybridpappeln haben wir die wegen Lichtmangels durchgewachsenen Weidenbäume entlang der Öse wieder auf den Kopf gesetzt (Kopfweiden) und eine Vielfalt an heimischen Wildsträuchern als neuen bachbegleitenden Ufersaum gepflanzt.
Damit entsteht ein neues Lebensraum-Biotopelement, das Vogel- und Säugetierarten Nahrung und eine gefahrlose Wanderung entlang des Bachlaufes und durch das Bachtal ermöglicht!
Wir planen, den ursprünglichen Kulturland-Biotopcharakter wiederherzustellen, damit in den talbegleitenden Trockenhängen wieder Wildorchideen blühen, der Rotmilan über dem Wiesental wieder seine Kreise ziehen und Rebhuhn, Neuntöter und Schwarzstorch einen von uns konsequent geschützten Nahrungs- und Lebensraum finden.
Rotmilan, Schwarzstorch, Neuntöter, Trauerschnäpper, Bachforelle, Bachneunauge
Schwarzstorch
© L. Hlasek
Neuntöter
© Leo/fokus-natur
Trauerschnäpper
© Leo/fokus-natur
Bachforelle
© Leo/fokus-natur
Aurorafalter
© SPA
Inzwischen selten geworden: Buchenwald vor Laub-Austrieb mit allen heimischen Frühblühern.
Waldschlüsselblume
© SPA
Buschwindröschen
© SPA
Leberblümchen
© SPA
Hohler Lerchensporn
© SPA
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Unser Steinkauz-Projektkoordinator Herbert kennt inzwischen hunderte Bauernhöfe, deren Eigentümer und die dort noch stehenden Kopfweiden. Und er weiß, ob dort noch Steinkäuze vorkommen oder dort früher welche lebten … zum Projekt
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