Landkauf-Projekt: Henfstädt
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Die Bergwiesen der halbtrockenen mageren Standorte gehören zu den wertvollsten und seltensten Lebensräumen (Biotopen) in Deutschland und stehen in der „Roten Liste Deutschland“ in der Kategorie „stark gefährdet“.
Die bunte Blütenpracht der Wiesenglockenblumen, Orchideen, Küchenschelle, Kartäusernelke, des Wiesensalbei, des Sandthymians, des wilden Oregano und vieler anderer auf Mager- und Trockenstandorte spezialisierter Blütenpflanzen ist eine wahre Augenweide!
Artenreiche Wildblumenwiese auf magerem Trockenstandort © SPA
Mehr als 300 Schmetterlingsarten, Tag- und Nachtfalter, viele davon stark gefährdet, nutzen diese Blütenvielfalt als Nahrungsquelle. Die großen Wacholderbüsche und Wildkräuter duften in der Sommerwärme ... ein Natur- und Artenparadies, das seinesgleichen sucht!
Wacholdertrockenhang im Stiftungseigentum © SPA
Wie vielerorts in Deutschland werden auch im Wachental bei Henfstädt die von Licht und Wärme durchfluteten mageren Bergblumenwiesen durch rücksichtslose Mountainbike- und Motocross-Freizeit-Aktivitäten geschädigt.
Seit die Weißbachtal-Agrargenossenschaft in Henfstädt ihren Geschäftsbetrieb mitsamt der Wanderschäferei eingestellt und damit auch im Wachental die jährliche Flächen-Beweidung durch Schafe und Ziegen beendet hat, hat die Sukzession, d. h. die Verbuschung und Bewaldung dieser Wacholder-Offenlandfläche, Regie übernommen.
Die zunehmende Verbuschung dieses mageren Hangwiesen-Biotops durch Schlehe und Hundsrose, die beginnende Bewaldung durch Kiefern, Fichten und Feldahorn und die Düngung aus der Luft geben diesem Magerbiotop mit seiner Blütenpflanzenvielfalt und den auf diese warmen Offenlandbiotope spezialisierten Reptilien, Insekten und Vogelarten ohne extensive Beweidung allmählich den Rest!
Selbst die langen Trockenperioden der letzten Jahre und rückläufige Niederschlagsmengen haben die Vitalität der auf Mager- und Trockenstandorte angepassten Gehölze nicht geschwächt.
Auch die intensivierte Landschaftsnutzung des südlichen Thüringer Waldes hat der Natur nur noch einige wenige kleinflächige ungenutzte Offenland-Flächen gelassen. Diese wenigen noch existierenden Wacholder-Magerbiotope zu erhalten und deren hochspezialisierte Flora und Fauna zu schützen muss nicht nur im Interesse von Insektenexperten, sondern um der großen Artenvielfalt willen auch in unser aller Interesse liegen.
Unser Ziel: Durch Beweidung mit Schafen und Ziegen freigestellte Wacholderhang-Flächen © SPA
Im Jahr 2010 mussten wir 4 Monate lang um den Kauf der ökologisch einmaligen und wertvollen Berg-Blumenwiesen im südlichen Thüringer Wald kämpfen. Im Mai 2010 konnten wir dann endlich den Kaufvertrag unterschreiben und so eine 5,9 Hektar Hangfläche mit der darin eingelagerten 3,4 ha großen Wacholder-Magerwiesenfläche in Steilhanglage sichern.
Mit dem Ziel, der fortschreitenden Sukzession dort Einhalt zu gebieten und den Wacholderhang-Offenlandcharakter dieses höchst schützenswerten Biotops wiederherzustellen, planen wir umfangreiche Biotop-Sanierungsmaßnahmen. Dazu gehören das flächenhafte Roden von aufkommenden Gehölzen wie der Schlehe und die Entnahme der inzwischen in den Wiesenflächen wachsenden Fichten, Kiefern und Laubbäume.
Erstmals nach vielen Jahren konnte im Herbst 2022 wieder eine extensive Beweidung mit einer Schaf- und Ziegenherde durchgeführt werden. Leider ist absehbar, dass die ausführende Schäferei dem bundesweiten Trend folgend die sehr arbeitsintensive Hute-Beweidung über Kurz oder Lang beenden wird. Wir prüfen daher mit Hochdruck alternative Beweidungskonzepte.
Neuntöter, Goldammer, Schwalbenschwanz, Blutströpfchen, Zauneidechse (RL-D Status: gefährdet), Bergeidechse (RL-D Status: gefährdet),
Gemeiner Wacholder, Orchideenarten, Enzianarten, Küchenschelle, Glockenblumenarten
Neuntöter
© Leo/fokus-natur
Goldammer
© L. Hlasek
Zauneidechse
© Leo/fokus-natur
Schachbrettfalter
© SPA
Blutströpfchen
© SPA
Schwalbenschwanz
© SPA
Wiesenstorchschnabel
© SPA
Glockenblume
© SPA
Küchenschelle
© SPA
Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir die dringend erforderlichen umfangreichen Landschaftspflegearbeiten in Angriff nehmen und bezahlen können.
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Unser Steinkauz-Projektkoordinator Herbert kennt inzwischen hunderte Bauernhöfe, deren Eigentümer und die dort noch stehenden Kopfweiden. Und er weiß, ob dort noch Steinkäuze vorkommen oder dort früher welche lebten … zum Projekt
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