Landkauf-Projekt: NSG Murnauer Moos
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Das NSG Murnauer Moos erstreckt sich von Murnau südlich bis Eschenlohe und westlich bis Grafenaschau. Mit bis zu 18 m Mächtigkeit besitzt es die größten Moortiefen Bayerns. Dieser einzigartige Moorkomplex sucht heute in Mitteleuropa hinsichtlich seiner Größe und Geschlossenheit, seiner vielfältigen Landschaftsformen aus Streuwiesen, Nieder- und Übergangsmooren, Quelltrichtern, Altwassern, Rest-Seen und voll ausgebildeten Hochmooren seinesgleichen!
Es bietet rund 950 Pflanzenarten und bis zu 4.000 Tierarten einen unersetzlich wertvollen Lebensraum. Zu den bundesweit gefährdeten Arten der Flora zählen u.a. Trollblume, Herbst-Wendelorchis, Wanzen-Knabenkraut, Glanzorchis, Sibirische Schwertlilie, Karlszepter, Torf-Segge, Zierliches Wollgras, Moor-Binse, Moor-Steinbrech, Heidelbeer-Weide und Niedrige Birke.
Zu den gefährdeten und hier noch vorkommenden Arten der Vogelwelt zählen u. a. Baumfalke, Großer Brachvogel, Wachtelkönig, Weißrückenspecht, Raubwürger und bei den Reptilien und Amphibien z. B. Laubfrosch, Gelbbauchunke und Ringelnatter, Kreuzotter sowie Zaun- und Bergeidechse.
Murnauer Moos mit Kochelsee und Stiftungsflächen mit Fügseebach © SPA
Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts setzten Entwässerungsmaßnahmen mit neu angelegten Gräben, Bachbegradigungen, dem naturzerstörerischen Torfstechen und massivem Gesteinsabbau an den sog. Köcheln (Hartsteinfelsen im Moorgebiet) der Natur im Murnauer Moos arg zu. Jahrzehntelang derart missbraucht und ausgebeutet, verschwanden zwangsläufig viele seltene Tier- und Pflanzenarten.
Heute sind es die Neophyten (Arten, die sich mit menschlicher Einflussnahme in einem Gebiet etabliert haben, in dem sie zuvor nicht heimisch waren), insbesondere die „Kanadische Goldrute“ und das „Drüsige Springkraut“, die das ehemalige Stein-Abbaugelände um den Steinbruchsee Moosberg zunehmend überwuchern und sich entlang der Wanderwege ausbreiten und so diese Moos-Landschaftsteile für die heimische Flora und Fauna zu entwerten drohen.
Gemäß dem Leitziel, den großvolumigen Moorkörper für die Zukunft zu sichern, sollen die wertvollen Moorkerne störungs- und nutzungsfreie Naturlandschaft bleiben. Darüber hinaus sollen große Teilbereiche im Murnauer Moos und westlich des Staffelsees im Sinne einer extensiv genutzten Kulturlandschaft mit Streuwiesen und Magerrasen gepflegt werden..
Herbstliches Murnauer Moos nach der Mahd © SPA
Neben Aspekten des Artenschutzes, der Biodiversität und der Sicherung repräsentativer Landschaftsräume spielen heute auch Klimaschutzziele - das Moos als CO2-Speicher - eine zunehmende Rolle. Wie kaum ein anderes Gebiet in Deutschland ist das Projektgebiet „Murnauer Moos“ eine „Arche Noah“ von unschätzbarem Wert für viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten (davon fast 200 Arten der Roten Liste!).
Weil das Murnauer Moos und seine engere Umgebung am Fuß des Herzogstand-Heimgarten-Massivs und der Laber-Hörnle-Gruppe der Ammergauer Alpen vor der grandiosen Kulisse der bayerischen Alpen ein einzigartiger Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten ist, von denen viele auf der „Roten Liste Bayern“ und „Rote Liste Deutschland“ stehen, legen wir unsere Hände dort nicht in den Schoß und prüfen alle sich bietenden Landkaufchancen auf ihre ökologische Wertigkeit und/oder biotopangepasste Optimierungsmöglichkeiten. Dies unbeschadet der inzwischen mehrfach gemachten Erfahrung, dass dortige Naturparadiese kosten...
Im Jahr 2012 haben wir entschieden, mit den knapp 4,0 Hektar Fläche umfassenden „Bachwiesen“ mitten im Kerngebiet des NSG Murnauer Mooses ein ökologisch wichtiges Flurstück zu kaufen!
In der Folgezeit haben wir dort mit Planungsgenehmigung des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim gemeinsam mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Garmisch-Partenkirchen den begradigten moorschädigenden Abschnitt des Weidmoosgrabens wieder zurück in sein historisches Bachbett gelegt.
Selbst diese kleinräumige Moos-Wiedergutmachungsmaßnahme verbessert nachhaltig den Wasserhaushalt in diesem Teilbereich des Murnauer Mooses und schafft damit ökologisch optimierten Moos-Lebensraum für viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten. So konnten wir an diesem landschaftlich reizvollen Ort mitten im Murnauer Moos, nahe des Steinbruchsees Moosberg, einer Wasserbau-Sünde der Vergangenheit ein Ende setzen!
Im Jahr 2020 konnten wir eine weitere Niedermoorfläche von ca. 1,0 ha im nordwestlichen Teil des Murnauer Moos und eine ökologisch einzigartige 1,6 ha große „Wiesmahd“-Fläche unmittelbar neben dem NSG Murnauer Moos kaufen. In dieser Wiesmahd finden noch 15 Schmetterlingsarten der Rote Liste Bayern und der Rote Liste Deutschland einen extrem selten gewordenen Überlebensraum.
Für die Zukunft planen wir eine mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreis Garmisch-Partenkichen abgestimmte umfangreiche Landschaftspflegemaßnahme zur Neophytenbekämpfung der „Kanadischen Goldrute“ und des „Drüsigen Springkrauts“ auf dem ehemaligen Steinabbaugelände um den Steinbruchsee Moosberg.
Stiftungsflächen mit Weidmoosgraben und Artenschutzstadl © SPA
Baumfalke, Großer Brachvogel, Raubwürger, Karmingimpel, Laubfrosch, Kreuzotter, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling, Enzian-Ameisenbläuling, Skabiosen-Scheckenfalter, Blauschillernder Feuerfalter, Braunfleckiger Perlmuttfalter, Wachtelweizen-Scheckenfalter
Baumfalke
© Pröhl.fokus-natur
Grosser Brachvogel
© H. Glader
Karmingimpel
© Pröhl.fokus-natur
Kreuzotter
© Leo/fokus-natur
Braunfleckiger Perlmuttfalter
© L. Hlasek
Enzian-Ameisenbläuling
© L. Hlasek
Trollblume
© SPA
Blutweiderich
© SPA
Sumpf-Iris
© SPA
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