Landkauf-Projekt: NSG Torfstich Klosterfelde
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In der Gemeinde Klosterfelde bei Wandlitz, Brandenburg liegt der Torfstich Klosterfelde, ein nacheiszeitlich entstandenes Niedermoor mit ca. 31,0 ha Fläche, in dem sich nach Ende des Torfabbaus seit 1990 ein ca. 4,0 ha großer und bis zu 8 m tiefer Moorsee gebildet hat.
Nach Nordosten wird das Niedermoorgebiet von einer bis zu 25 m hohen eiszeitlichen Binnendüne sichelförmig gegen die kalten Nord- und Ostwinde abgeschirmt. Der wärmebegünstigte Eichen-Kiefernwald ist Lebensraum für den Gartenrotschwanz (RL-D Kategorie V - Vorwarnliste), Kleiner Buntspecht, Mittelspecht und den Wendehals (RL-D Kategorie 3 - gefährdet).
Sommerhimmel über dem Moorsee im Torfstich Klosterfelde © SPA
Die durch den Klimawandel zunehmende Winter- und Frühjahrstrockenheit senkt anhaltend den Grundwasserspiegel und trocknet die oberen Moorschichten aus. Der Wasserstand des Moorsees liegt aktuell im Jahresmittel 0,50 m tiefer als bei Projektbeginn im Jahr 2005. Wegen Trockenfallens der Auwald-Bereiche und Feuchtwiesen Ausfall von Kranich- und Braunkehlchen-Bruten.
Zunehmende Verbuschung der Niedermoorwiesen.
Nutzungsdruck auf die Wiesenvogelwelt und Schädigung der Wiesenflächen durch Wegeabkürzungen (Trampelpfade) und freilaufende Hunde von Besuchern.
Der Torfstich und der gesamte Niedermoorkomplex wurden bereits im Jahr 2001 unter Naturschutz gestellt. Die Schutzziele für besonders seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten im Niedermoor sind aber wegen der historischen Erbteilung und den fast 70 Grundstückseigentümern teils mit Kleinstflächenanteilen noch nicht flächenhaft und konsequent umsetzbar.
Unser mittelfristiges Projektziel ist der Kauf der gesamten Moorflächen von 31,0 ha sowie von ca. 8,6 ha wertvollem Dünenwald, damit im Niedermoor zusammenwächst, was von Natur aus zusammengehört.
Unser Landkauf dient der Erhaltung und Regeneration dieses Niedermoorkomplexes für eine wieder zunehmende Vielfalt an Niedermoor-typischen Vogel-, Amphibien- und Insektenarten und den Vogel- und Insektenarten lichter trockener Dünenwälder.
Seit 2005 haben wir 21,2 ha Niedermoorwiesen und Teile des Moorsees und 5,5 ha Dünenwald gekauft und sind anhaltend auf der Suche nach verkaufsbereiten Grundstückeigentümern.
Unsere Projektziele verwirklichen wir durch eine extensive Nutzung der Feuchtwiesen als einschürige Mähwiesen, das Offenhalten der Wiesenflächen durch Entnahme der aufkommenden Kiefern und Birken und durch Besucherlenkungsmaßnahmen mittels Reaktivierung der historischen Wegeführung.
Durch spät im Jahr liegende Mähtermine (Juli) der Moorwiesen schützen wir die Nester, Gelege und Jungvögel der am Boden brütenden Wiesenvogelarten wie Kranich, Graugans, Feldlerche und Braunkehlchen. Auch typische Feuchtwiesen-Blütenpflanzen wie Sumpfdotterblume, Geflecktes Knabenkraut und Herbstzeitlose und viele andere gefährdete Pflanzenarten profitieren von unseren Landschaftspflegearbeiten und finden hier wieder geeigneten Lebensraum.
Unsere Feuchtwiesen im Torfstich Klosterfelde nach der Mahd © SPA
Im Dünenwald entfernen wir seit 2007 in Abständen die spät blühende Traubenkirsche, die mit ihrer enormen Fruchtmenge und Starkwüchsigkeit die Naturverjüngung heimischer standortgemäßer Baumarten unterdrückt.
In einer nach Waldpflegemaßnahmen mit Wildschutzzaun gesicherten Waldfläche zeigt die Nahrungs-Versteckarbeit der Eichelhäher ihre segensreiche Wirkung. In der ehemals monostrukturierten Kiefernfläche keimen und wachsen immer mehr Eichen und auch Rotbuchen! Damit machen wir den Dünenwald zukunftssicher und schaffen so einen stabilen wertvollen Wald-Lebensraum für Wärme liebende Vogelarten.
Stiftungseigener Eichen-Kiefern-Wald auf eiszeitlicher Binnendüne © SPA
Niedermoorwiesen: Weißstorch, Braunkehlchen, Kranich, Graugans, Kiebitz, Ringelnatter, Moorfrosch
Braunkehlchen
© Dr. P. Wernicke
Kranich-Brutplatz
© Dr. E. Henne
Moorfrosch
© Leo/fokus-natur
Wärmebegünstigter Dünenwald: Gartenrotschwanz, Grünspecht, Mittelspecht, Wendehals
Gartenrotschwanz
© Leo/fokus-natur
Grünspecht
© Leo/fokus-natur
Wendehals
© Leo/fokus-natur
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