Landkauf-Projekt:
Weidatal
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Die einzelnen Biotoptypen des Flussauen-Abschnitts sind gegenwärtig folgendermaßen ausgebildet:
1. Weida-Abschnitt ca. 1,1 km, naturnaher Fluss, durchschnittlich etwa 10 m breit und ca. 0,2 - 0,3 m tief. Strukturreich mit naturnahem Ufergehölz und Brennnessel-/Neophyten-Flur, mehrere Kopfbäume. Das Sohlensubstrat der Weida ist kiesig bis steinig, das Wasser klar und mäßig schnell fließend, teilweise sind ausgedehnte Schotterbänke vorhanden. Der Fluss-Abschnitt ist sehr fischreich.
Naturnahes Weidatal © SPA
2. Hangwaldkomplexe, zusammengesetzt aus: Eichen-Hainbuchenwald auf eutrophen frischen bis mäßig trockenen Standorten, Eichen(misch)wald auf meso- bis oligotrophen trockenwarmen Standorten.
3. Stieleichen-Hainbuchenwald auf eutrophen grund- und stauwasserbeeinflussten Standorten.
4. Eichen-Hainbuchenwald in der Talsohle rechtsufrig der Weida auf überwiegend ebenem wechselfeuchtem Standort. In der Hauptschicht dominiert Hainbuche, die von Trauben-Eiche und Winter-Linde begleitet wird. Einige Eichen sind bis zu 300 Jahre alt und weisen eine Vielzahl Höhlen auf, die auf größere Spechtarten wie Schwarzspecht und Grünspecht zurückzuführen sind.
Unser sommerlicher Hangwald am Mühlberg © SPA
Blick aus dem herbstlichen Hangwald auf die Weida © SPA
5. Frisches bis mäßig feuchtes Grünland mit eingelagertem Feucht-Nassgrünland. Im mittleren westlichen Teil des Grünlands ist nahe des Mühlgrabens eine Feuchtfläche integriert, die eine binsen- und seggenreiche Artenzusammensetzung, u.a. Blaugrüne Binse, Schlank-Segge, Zweizeilige Segge, Waldsimse und außerdem einen hohen Anteil Wiesen-Schaumkraut aufweist.
Der Mühlberg und Uferwiesen im Weidatal © SPA
Die landschaftliche Einzigartigkeit und Schönheit dieses 1,1 km langen Flussabschnitts der Weida beginnend an der Furt des ehemaligen Klosters Mildenfurth in Wünschendorf/Elster OT Veitsberg flussaufwärts bis an die Wochenendhaus-Siedlung „Krähenholz“ (Stadt Weida) mit seinen flussbegleitenden Feuchtwiesen, dem historischen Mühlgraben und den Hangwäldern schafft vielfältige menschenverursachte Nutzungskonflikte.
Das in Stiftungseigentum befindliche schmale Wege-Grundstück zwischen dem Mühlgraben und dem Fluss Weida verkommt wegen immer leistungsfähigerer Fahrräder und deren entsprechender Nutzung zu einer immer breiter ausgefahrenen Radwegtrasse mit all seinen biotopschädigenden Begleiterscheinungen: weggeworfener Müll im Mühlgraben, Baumwurzel-Schäden, abgerissene Pflanzenteile, zunehmende Bodenverdichtung.
Hundehalter nutzen die Weg- und Wiesenränder als Kotplatz für ihre Hunde mit negativen Folgen wie Überdüngung der Wiesenränder, negative Veränderungen der Vegetation, das Heu ist nicht mehr als Viehfutter verwendbar. Diese ausufernde und missbräuchliche Wegenutzung strapaziert unsere Geduld und fordert eine konfliktbeendende Lösung.
Das Landesstraßenamt Ostthüringen plant schon seit Jahren eine neue überregionale asphaltgebundene 2,80 m breite Radwegetrasse, die nach neuester Planung entlang unseres nördlich an die Flussaue angrenzenden Bergwald-Steilhangs führen soll. Damit würde der Vermüllung des extremen Bergwald-Steilhangs mit seinen jahrhundertealten Eichen, der Versiegelung von wasseraufnahmefähigem Waldboden, den Salzverfrachtungen durch Winterstreudienste und den Licht- und Bewegungsstörungen durch Rad- und Motorrad-Fahrer zum dauernden Schaden dieses einzigartigen Urwald-Biotops Tür und Tor geöffnet. Für die Realisierung einer ökologisch leidlich verträglichen neuen Radwegetrasse führt schon seit 5 Jahren kein Weg an uns vorbei... notfalls durch alle Gerichtsinstanzen.
Im Rahmen der für die Energiewende für erforderlich gehaltenen Langstrecken-Gleichstrom-Trassen von der Ostsee (Mecklenburg-Vorpommern) bis nach Bayern soll ausgerechnet durch dieses landschaftliche und ökologische Kleinod des Weidatals die Gleichstromtrasse SuedOstLink verlaufen, obwohl westlich oberhalb des Weidatals tausende Hektar intensiv genutzte landwirtschaftliche Flächen liegen. Die Leitungstrasse soll teils in über- und teils unterirdischer Bauweise angelegt werden. Hier sind wir seit nahezu 3 Jahren mit der Projektplanungsgesellschaft 50Hertz Transmission GmbH in Verhandlungen, um die Bau- und Langzeit-Schäden für die Feuchtwiesen- und Flussauen-Biotope und deren Artenvielfalt in der Planfeststellung mittels ökologisch werthaltigem landschaftspflegerischen Vorort-Begleitplan auf ein Minimum zu begrenzen.
Die für Ostthüringen einzigartige vielgestaltige Landschaftsstruktur mit unterschiedlichsten Biotop-Typen auf nur knapp 28,0 ha (280.000 m²) Fläche ist nach einer Vorstudie aus dem Jahr 2008 zur Ermittlung des faunistischen und floristischen Artenpotenzials sowie der Schutzwürdigkeit für das Weidatal zwischen Weida und Wünschendorf/Elster wissenschaftlich wie folgt eingestuft:
Das Gebiet beinhaltet ein hohes Potenzial für die Entwicklung von Lebensräumen (Biotopen) und als Rückzugsgebiet für eine vielfältige Flora und Fauna. Es beherbergt Vorkommen hoch bedrohter Arten.
Sommerlicher Morgennebel über unseren Uferwiesen im Weidatal © SPA
Ungestörter Stillwasserbereich an der Weida © SPA
Unsere Uferwiesen entlang der Weida © SPA
Auf Basis dieser Vorstudie und vor dem Hintergrund unseres umfassenden Flächeneigentums im Untersuchungsgebiet (ca. 75%) haben wir im Jahr 2019 bei der UNB des Landkreis Greiz die Ausweisung des Untersuchungsgebiets als „Geschützten Landschaftsbestandteil (GLB)“ beantragt.
Seit dem Jahr 2005 kaufen wir entlang des 1,1 km langen Flussabschnitts der Weida wechselfeuchte und halbtrockene Wiesengrundstücke, feuchte Auwaldbereiche, halbtrockene bis trockene Hangwaldbereiche und ehemalige Halbtrockenrasenflächen. Unser aktuelles Flächeneigentum im Jahr 2021 beträgt 26,0 ha (260.000 m²) Grundstücksflächen.
Zur Stärkung der Reptilien-Vorkommen in den Feuchtwiesen des Weidatals haben wir im Jahr 2012 mit Genehmigung der UNB des Landkreis Greiz auf einer unserer Wiesenflächen ein Stillgewässer angelegt, das heute von Rohrkolben besiedelt ist und ein wertvolles Nahrungsbiotop für Grasfrosch und die Ringelnatter ist.
Durch biotopangepasste Pflegemaßnahmen wie extensive Nutzung der Wiesengrundstücke als ein- bis zweischürige Mähwiesen mit spät im Jahr liegenden Mahd-Terminen verbessern wir signifikant den ökologischen Wert der Grünlandflächen zur Stärkung und für den Schutz der Artenvielfalt von Fauna und Flora.
Auf Stiftungsgrundstück renaturierter Ufersaum © SPA
Landschaftspflege mit Skuddenschafen © SPA
Wir führen Verhandlungen mit Behörden und Baulastträgern bis hin zu juristischen Auseinandersetzungen zur weitestgehenden Vermeidung von biotop- und artenschädigenden Baumaßnahmen auf stiftungseigenen Flächen im zukünftig geschützten Landschaftsbestandsteil „Weida-Aue mit Hangwäldern“.
Auch zukünftig sind weitere Flächenkäufe geplant.
Eisvogel, Pirol, Kuckuck, Neuntöter, Rotmilan, Waldohreule, Ringelnatter, Zauneidechse
Eisvogel
© Dr. P. Wernicke
Pirol
© Leo/fokus-natur
Kuckuck
© Leo/fokus-natur
Neuntöter
© Leo/fokus-natur
Rotmilan
© Pröhl/fokus-natur
Waldohreule
© SPA
Ringelnatter
© Leo/fokus-natur
Zauneidechse
© Leo/fokus-natur
Bitte helfen Sie uns dabei, weitere Feuchtwiesen und Bergwälder durch Kauf zu schützen. Jede Spende zählt.
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Rund 40 engagierte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verschiedener sizilianischer Organisationen beteiligten sich an der bis dato größten Müllsammelaktion in der Südostküsten-Region entlang der Zufahrtsstraße „Strada di bonifica Raneddi“ zu unserem Schutzgebietsteil Pantano Cuba – initiiert und koordiniert von den Bird Guards der Stiftung Pro Artenvielfalt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pachino …... mehr Informationen
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