Wildtierschutz-Projekt: Mauerseglerklinik
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Mauersegler, mit den Kolibris verwandt, haben sich wie kaum eine andere Vogelart perfekt an ein Leben in der Luft angepasst. Sie sind Luftakrobaten, die in dahinstürmendem Flug Insekten in der Luft erhaschen, sich in luftigen Höhen paaren, dort ihre Körperpflege betreiben, im Flug auch kleinste Federn und Hälmchen für ihr Speichelnest fangen und sogar im Fliegen schlafen.
Segler sind wahre Meister der Lüfte und schaffen so jährlich eine Flugleistung von bis zu 180.000 km Strecke! Im späten Frühjahr kehren sie aus ihren afrikanischen Winterquartieren über den Steppen und Savannen Afrikas zu uns nach Deutschland zurück.

Mauersegler am Sommerhimmel © K. Roggel

Ein Mauersegler-Portrait am Himmel über Berlin © K. Roggel
Sie sind Stadtvögel, die unsere Gebäudestrukturen als Ersatzfelsen zum Nisten und Brüten nutzen müssen, über den Dächern unserer Städte und Ortschaften wegen der hier wärmeren Temperaturen bis spät in den Abend ihre Nahrungsinsekten jagen und oftmals unbekümmert durch die Häuser- und Straßenschluchten sausen und mit ihren „sriii sriii-Rufen“ das Sommergefühl mitbringen.
Nur zur Brutzeit und Jungenaufzuchtzeit von Mai bis Juli haben Mauersegler festen Boden unter den kurzen, krallenbewehrten Füßen – und auch das nur in luftiger Höhe in Nischen und Höhlungen in Mauerwänden, unter Dächern, auf Dachsparren und hinter Regenrinnen. Doch die fortschreitenden Gebäude-Sanierungen und Dachumbauten des alten Gebäudebestands vernichten zunehmend die von Seglern über viele Jahre und Seglergenerationen hinweg genutzten Nist- und Bruthöhlen und machen es den Seglern immer schwerer, geeignete Ersatz-Nisthöhlen zu finden. Auch die Nistplatzsuche fällt ihnen schwer, da sie genetisch programmiert über Jahrzehnte und Seglergenerationen hinweg immer die gleichen Nistplätze und Nisthöhlen nutzen. Dazu kommt ihr artspezifischer Drang, in Kolonien brüten zu wollen.
Mauersegler an Hauswand © Leo/fokus-natur
Gebäudesanierungen: ein Hauptfaktor für den Verlust von Mauersegler-Nistplätzen © SPA
Allzu oft werden trotz strengem gesetzlichen Schutz Segler-Nester, aber auch Eier und Jungvögel durch Baumaßnahmen während der Brutzeit vernichtet. Nach unseren jahrelangen Segler-Nistplatz-Beobachtungen in mehreren Ortschaften in NRW, Thüringen und Brandenburg und daraus abgeleiteten Schätzungen gehen allein in Deutschland jährlich bis zu 25.000 Mauersegler-Nistplätze verloren.
Der städtebauliche Trend zum Verbauen von Glas und verspiegelten Scheiben und zahllose Antennen und Leitungsdrähte in den Stadtzentren unserer Ballungsräume bergen zusätzliche Gefahren für die Meister der Lüfte. Durch Aufprall oder Kollision erleiden sie schwere Verletzungen, die jährlich zehntausenden Seglern ihr zum Fliegen geschaffenes Seglerleben kosten.
Diese „exotische“ Vogelart, die wie keine zweite unter den Gebäudebestand-Modernisierungsmaßnahmen in unseren Städten und Ortschaften leidet und die praktisch keine Chance auf Ersatznistplätze im modernen Haus- und Siedlungsbau hat, ist zum mittel- und langfristigen Überleben auf das verstärkte Engagement von Naturschützern und Artenschutzorganisationen wie unsere Stiftung angewiesen. Nur mit der konkreten Schaffung von neuen geeigneten Ersatz-Nistplätzen und Bruthöhlen und der seglerfreundlichen Umwidmung von aus der Nutzung genommenen Gebäuden werden wir den hochspezialisierten Seglern ein regionales Überleben sichern können.
Artenschutzturm speziell für Mauersegler in Eicherscheid © W. Zervos
Keine andere Natur- und Artenschutzorganisation investiert seit vielen Jahren derart konsequent Spendengeld in seglergeeignete Gebäudebaumaßnahmen wie unsere Artenschutztürme und in die Finanzierung der Mauerseglerklinik in Frankfurt am Main (Hessen) und die Mauersegler-Rettungsstation in Bukarest (Rumänien) wie unsere Stiftung. Nistplatzsuchende Mauersegler finden unsere Spezial-Nistkästen an Rathäusern, Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden. Und wir suchen anhaltend weitere Gebäude zur Anbringung von Segler-Nistkästen!
Verletzten und hilflos aufgefundenen Mauerseglern ein artgerechtes Leben in Freiheit zu ermöglichen, hat sich die Mauerseglerklinik in Frankfurt am Main unter der qualifizierten Leitung der Tierärztin Frau Dr. med. vet. Christiane Haupt verschrieben. Sie ist die Seglerexpertin in Deutschland und genießt europaweit höchste Reputation. Seit dem Jahr 2001 konnten in ihrer Mauerseglerklinik bis heute 8.600 Seglerpfleglinge wieder gesund in die Luftfreiheit entlassen werden – immerhin 65 % aller verletzt eingelieferten 13.300 Seglerpatienten. Dieser Erfolg ist ein immer wichtiger werdender Beitrag zum Erhalt dieser einzigartigen Vogelart.
Spannendes über diese himmelstürmenden „Meisterflieger“ lesen Sie hier.
Flügelverletzter Jungsegler-Patient © E. Brendel
Segler mit beidseitigem Beinbruch © P. Hartmann
Mauersegler mit Gefiederschaden © E. Brendel
Doch die zeit- und arbeitsintensive Pflege der Flugakrobaten ist mit ehrenamtlichem Engagement allein nicht zu schaffen. Deshalb unterstützen wir die einmalige Segler-Rettungsarbeit von Frau Dr. med. vet. Christiane Haupt und ihren freiwilligen Helferinnen und Helfern in Frankfurt am Main und das Segler-Rettungsteam in Bukarest schon seit vielen Jahren regelmäßig mit namhaften Förderbeträgen. Dafür investieren wir jährlich bis zu 90.000 Euro!
Kaum ein Mensch kann sich die enorme zeitliche und arbeitsmäßige Belastung für die artgerechte Pflege von Seglerpatienten vorstellen. Die müssen alle 2 Stunden von 7 Uhr morgens bis 22 Uhr abends mit Heimchen und Wachsmottenlarven gefüttert werden. Nicht im Futternapf, sondern mit der Hand, die das Insektenfutter in Einzelportionen tief in den Seglerschlund stopfen muss! Segler schlucken die Nahrung erst, wenn das Insekt während ihres schnellen Flugs tief im Rachen landet!
Arbeitsintensiv - ohne Schnabelöffnen kein Futterschlucken © SPA
Zwei, die erschöpft schlafen © A. Stahl
Mauersegler-Küken wohlbehütet © SPA
Mauersegler - satt und müde © E. Brendel
Gesund gepflegter Mauersegler bei Freilassung © Klüver
Mauersegler - zum Himmelstürmen geschaffen © K. Roggel
Bitte helfen Sie uns mit Ihrer engagierten Spende, in Not geratenen Mauer- und Alpenseglern die fachlich bestmögliche Hilfe und Rettung zuteilwerden zu lassen und den wenigen auf Seglerpflege spezialisierten Menschen wenigstens die Sorgen für die Kosten des Segler-Spezialfutters, der tiermedizinischen Präparate, für Hygieneprodukte und eine minimale Entlohnung zu nehmen.
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