Wildtierschutz-Projekt: Wiesenweihen-Schutz
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Vogelarten, die bei uns in Deutschland am Boden brüten, sind in unserer intensiv genutzten Agrarlandschaft zum Aussterben verurteilt. Es sei denn, engagierte Vogelschützerinnen und Vogelschützer wie die mehr als 40 ehrenamtlich arbeitenden Wiesenweihen-Retter in Brandenburg opfern monatelang, von April bis August, ihre Freizeit und die Wochenenden, fahren mit ihren Privat-Pkws zigtausende Kilometer Dorfstraßen und Feldwege ab und stehen sich stundenlang die Beine in den Bauch, um am Himmel über Nordostbrandenburgs weiten Getreidefeldern Wiesenweihen, eine der bei uns seltensten und stark bedrohten Greifvogelarten, zu erspähen.
Die berühmte Suche nach „der Nadel im Heuhaufen“ hier dem Wiesenweihen-Bodennest im Kornfeld © WNN e.V.
Drohnen-Foto: Wiesenweihen-Weibchen am Bodennest mit Küken © WNN e.V.
Bei uns in Deutschland kommen (noch) 3 Arten von Weihen vor und sie alle, Rohrweihe, Kornweihe und Wiesenweihe, bauen – anders als die meisten Greifvögel – ihre Nester am Boden und ziehen im Herbst in wärmere und nahrungsreichere Regionen Südeuropas und Afrikas. Beide Verhaltensweisen werden ihnen aber zunehmend zum Verhängnis.
Wiesenweihen-Zugvogelroute – Grafik © SPA
Immer mehr Hochspannungsleitungen und Windkraftanlagen zerschneiden den Luftraum über der offenen Landschaft, und die intensive landwirtschaftliche Flächennutzung raubt den Wiesenweihen ihre früheren naturnahen Nistplätze in ausgedehnten Feuchtgebieten, Mooren und Heidelandschaften. So brüten die maximal nur noch 450 Wiesenweihen-Brutpaare in Deutschland heutzutage gezwungenermaßen überwiegend in Getreidefeldern.
Keine schlechte Idee, denken sich da Vogelfreundin und Vogelfreund. Leider wird aber so ein Getreidefeld in der Wachstumsphase mehrmals im Jahr mit Maschinen befahren, mit Agrarchemikalien besprüht und die Erntetermine liegen inzwischen 4–6 Wochen früher als noch vor 30 Jahren. Wer, wie die Feldlerchen und die Wiesenweihen, in der heutigen intensiv genutzten Feldflur am Boden brütet, hat für sein erfolgreiches Brutgeschäft und die Aufzucht seiner Jungen kaum eine Chance: Nester, Gelege und Jungvögel bleiben so, meist ungewollt und unter dem Zwang zum kosteneffizienten Landwirtschaften, geschreddert und gehäckselt tot auf der Strecke.
Maschinengerechte Getreidefelder in Brandenburg… soweit das Auge reicht © WNN e.V.
Als zwangsweise Folge stehen die Kornweihe als „vom Aussterben bedroht“ und die Wiesenweihe als „stark bedroht“ bereits auf der „Roten Liste der Brutvögel Deutschlands“. Diese wissenschaftliche Einstufung allein und auch die aktuelle Naturschutz-Politik werden das Aussterben dieser beiden seltenen Greifvogelarten aber nicht verhindern!
Drohne im Einsatz für Wiesenweihen-Nestsuche © R. Melz
Junge Wiesenweihen im Bodennest © WNN e.V.
Was also tun, um diesen wenigen Wiesenweihen-Brutpaaren einen ungestörten Nistplatz und eine erfolgreiche Jungenaufzucht zu sichern?
Für ein erfolgreiches Wiesenweihen-Schutzprojekt müssen im Nordosten Brandenburgs bis an die Hänge des Oder-Tals ehrenamtliche Wiesenweihen-Schützende von April bis August spätnachmittags, oft bis zum Sonnenuntergang und auch an Wochenenden unterwegs sein, zigtausende Kilometer Landstraßen und Feldwege abfahren, die gefundenen Weihen-Nistplätze in Kornfeldern und im Grünland markieren und mit Zäunen und Gittern vor Fressfeinden und Feldarbeiten schützen.
Nur mit diesen zeitraubenden Schutzmaßnahmen sind Wiesenweihen-Nest- und Brutplätze, die Gelege (Eier) und auch die Jung-Weihen vor Nesträubern wie Fuchs, Waschbär und Wildschwein sicher und Landwirte und Lohnunternehmer können bei Feldarbeiten die markierten eingezäunten Nistplätze umfahren.
So hat unsere Stiftung die Wiesenweihen-Schützerinnen und -Schützer in Nordost-Brandenburg im Jahr 2024 ermutigt, einen eingetragenen Naturschutzverein (e. V.) zu gründen, der es uns erlaubt, diesen in Erfüllung unserer satzungsgemäßen Zweckbestimmung finanziell nachhaltig und maßgeblich für deren tatkräftige und wirkungsvolle Wiesenweihenschutzarbeit zu fördern.
So konnten im Jahr 2024 insgesamt 17 Wiesenweihen-Neststandorte präzise lokalisiert werden. Bei 2 Nestern scheiterten die Bruten, wahrscheinlich durch Auffressen der Eier, bevor die Nester eingezäunt werden konnten. Immerhin konnten die Wiesenweihen-Schützenden 15 Boden-Nester rechtzeitig mit Zäunen sichern… und der schönste Lohn für all die zeitraubende Schutzarbeit waren im Jahr 2024 die stolzen 52 Wiesenweihen-Jungvögel, die erfolgreich flügge wurden.
Aufbau Schutzzaun um Wiesenweihen-Bodennest © WNN e.V.
Drohnen-Foto: Wiesenweihen-Boden-Nest im Getreidefeld mit Jungen © WNN e.V.
Aller Mühen schönster Lohn: flügge Jung-Wiesenweihe © S. Leikies
Unsere Stiftung finanziert für das Wiesenweihen-Schutzprojekt Schutzzäune, Schutzgitter und Arbeitsmaterial, leistungsstarke Ferngläser, bis zu 45.000 km nachgewiesene projektbezogene Fahrtkosten (km-Geld) pro Jahr und einen Zuschuss zur Anschaffung von Drohnen zur zeiteffizienten und schonenden Bodennest-Suche aus der Luft.
Beeindruckendes Manöver: Beuteübergabe der Wiesenweihen im Flug © picture alliance dpa Patrick Pleul
Bitte helfen Sie uns für dieses herausfordernde Greifvogel-Schutzprojekt mit Ihrer engagierten Spende. Die jährliche Wiesenweihenschutzarbeit im Nordosten Brandenburgs mit den immer wieder neu zu suchenden, einzuzäunenden und regelmäßig zu überwachenden Bodennestern kostet uns je nach Anzahl der aktiven Wiesenweihen-Schützerinnen und –Schützern, den zu fahrenden Kilometern für die Kontrolle der Weihen-Neststandorte und neuanzuschaffendem Nestschutz- und Kleinmaterial bis zu 18.000 Euro im Jahr.
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Rund 40 engagierte ehrenamtliche Helferinnen und Helfer verschiedener sizilianischer Organisationen beteiligten sich an der bis dato größten Müllsammelaktion in der Südostküsten-Region entlang der Zufahrtsstraße „Strada di bonifica Raneddi“ zu unserem Schutzgebietsteil Pantano Cuba – initiiert und koordiniert von den Bird Guards der Stiftung Pro Artenvielfalt in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pachino …... mehr Informationen
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