Wildtierschutz-Projekt: Steinkauz-Biotopschutz
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Bereits im antiken Griechenland wurde der Steinkauz als Vogel der Weisheit verehrt. Er galt als Sinnbild der Göttin Athene, der Göttin der Weisheit, und trägt deren Namen auch in seiner wissenschaftlichen Bezeichnung Athene noctua.
Bei uns gehört der Steinkauz mit einer Körpergröße von max. 25 cm zu unseren kleinsten heimischen Eulen und wird in der Körpergröße nur noch vom Sperlingskauz unterboten. Im Gegensatz zu anderen Eulen-Artgenossen ist der Steinkauz mit etwas Glück auch schon bei Tag zu beobachten, wenn er bei der Nahrungssuche auf gemähten oder beweideten Wiesen in schnellem Lauf oder mit einigen Hüpfern einen Käfer oder eine Maus jagt.
Steinkauz in altem Obstbaum © FotoNatur
Steinkauz sucht sein Beuteglück am Boden © FotoNatur
Einen festen Platz hat der kleine Steinkauz leider nur noch auf der „Rote Liste Deutschland“, und da steht er als „bedroht“. Nur noch knapp 6.000 Brutpaare gibt es in Deutschland und in mehreren Bundesländern suchen wir diesen kleinen Kauz schon vergeblich! Das Land NRW beherbergt mit ca. 4.500 (75%) Steinkauz-Brutpaaren den Löwenanteil. Davon leben immerhin noch ca. 300 Steinkauz-Brutpaare im Paderborner Land.
Wie so oft ist es der Mensch, der auch der kleinen Tag-Eule den angestammten Lebensraum raubt. Fast 95 % der alten Streuobstwiesen und vielfältig strukturierte Bauerngärten wurden in Deutschland zugunsten der Neubautätigkeit und Flächenexpansion der Dörfer und Ortschaften vernichtet. Die wenigen neu gepflanzten Streuobstwiesen brauchen Jahrzehnte, bis sie für den Steinkauz zu geeignetem Überlebensraum werden.
Kopfweide ungepflegt © SPA
Alter höhlenreicher Kopfweiden-Stamm © SPA
Gebrochene alte Kopfweide © SPA
Und mit dem Ende der wirtschaftlichen Nutzung der Kopfweiden (Korbflechterei) und der Intensivierung der landwirtschaftlichen Flächennutzung begann auch deren massives Verschwinden aus der Landschaft. Zigtausende Kopfweiden entlang der Feldwege, feuchten Gräben und an Bachläufen wurden gerodet, und die heute noch existierenden alten höhlenreichen Kopfweiden sind zunehmend von Windbruch und Verfall bedroht! Die stetig wachsenden Äste dieser Weichholz-Baumart brechen bei Sturm und auch unter ihrer eigenen Last bis tief hinein in den Stamm – damit gehen immer mehr alte Kopfweiden als Nist-/Brutplätze und Lebensraum für unsere Steinkäuze und Tausende weitere Tierarten (Insekten) verloren. Ersatzanpflanzungen brauchen Jahrzehnte, bis sie Steinkauz-tauglich sind!
Die Kopfweiden als landschaftsprägende Naturelemente sind nicht nur ökologisch wertvolle Kleinbiotope, sondern in der ausgeräumten Agrarlandschaft zugleich auch wichtige Trittsteine, Rast- und Nahrungsplätze für eine große Vielfalt von Wildtierarten aus den Familien der Vögel, der Säugetiere und der Insekten.
Kopfweidenlandschaft bei Thüle, Paderborner Land © SPA
Die wenigen noch existierenden Kopfweiden durch fachgerechte Pflege wie das „Schneiteln“ zu erhalten und – wo immer in Abstimmung mit Landeigentümern möglich – neue Weidenbäume zu pflanzen, ist hier und heute und für die Zukunft eine der wirkungsvollsten Steinkauz-Schutzmaßnahmen.
Schon seit 2005 kümmert sich unsere Stiftung im Paderborner Land um unersetzlich wertvollen Steinkauz-Lebensraum. Neben dem Kauf alter Streuobstwiesen und der Neupflanzung von Hochstamm-Obstbäumen alter regionaler Sorten schneiden wir mit schriftlicher Zustimmung und Bestandssicherungsgarantie der Landeigentümer mit Unterstützung qualifizierter Baumpflege-Unternehmen durchgewachsene Weidenbäume fachmännisch wieder auf den Weidenkopf zurück (schneiteln). Wir pflanzen weitab von Straßen und Feldwegen neue Weidenbäume mittels armdicker bis zu 2,50 m langer Weiden-Steckhölzer und bauen spezielle mardersichere Steinkauz-Brutröhren in geeignete alte Weiden- und Obstbäume ein.
Nur regelmäßiger Rückschnitt bewahrt den einzigartigen Lebensraum © SPA
Damit retten wir unseren kleinen Steinkäuzen und hunderten weiteren Vogel-, Säugetier- und Insektenarten im Paderborner Land (NRW) auf viele Jahrzehnte wertvollen, andernorts längst verschwundenen Lebensraum.
Steinkauz © H. Glader
Jung-Steinkauz beobachtet seine Umgebung © Pröhl / fokus-natur
Steinkauz © H. Glader
Winterliche Kopfweidenlandschaft im Paderborner Land © SPA
Bitte helfen Sie uns mit Ihrer engagierten Spende. Der fachmännische Pflegeschnitt eines Weidenbaums kostet je nach Alter und Baumkronenumfang 25 – 80 Euro. Das fachmännische Setzen eines neuen Weiden-Steckholzes zum Ausgleich für gerodete Kopfweiden kostet uns mit An- und Abfahrt bis zu 50 Euro.
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Unsere Stiftung pflegt (schneitelt) nun schon im 7. Winterhalbjahr in Folge zum Schutz und der Förderung des kleinen Steinkauzes erneut mehrere hundert Kopfweiden in den Landkreisen Paderborn, Gütersloh und Soest... mehr Informationen
Unser Steinkauz-Projektkoordinator Herbert kennt inzwischen hunderte Bauernhöfe, deren Eigentümer und die dort noch stehenden Kopfweiden. Und er weiß, ob dort noch Steinkäuze vorkommen oder dort früher welche lebten … zum Projekt
Postbank Hannover IBAN: DE47 2501 0030 0905 9063 07 BIC: PBNKDEFF