Wildtierschutz-Projekt: Schwarzstorch-Bestandsschutz Deutschland |
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Es ist Vogelfreunden nur selten vergönnt, den streng geschützten Schwarzstorch mit seinem metallisch schimmernden Gefieder in unserer heimischen Landschaft zu beobachten. Während der Weißstorch ein Kulturfolger ist, der die Nähe zu Menschen in den Dörfern gesucht hat, ist der waldbewohnende Schwarzstorch als Kulturflüchter extrem scheu und störungsempfindlich und meidet die Nähe zum Menschen. Er lebt zurückgezogen in ungestörten alten Mischwäldern – bevorzugt in den Mittelgebirgen. Dort baut er auch auf alten Bäumen in großer Höhe seinen Horst. Doch obwohl Schwarzstörche bei uns kaum natürliche Feinde haben, leben nach ihrer zeitweiligen Ausrottung durch direkte Verfolgung aktuell wieder ca. 800-900 Schwarzstorch-Brutpaare in Deutschland. Trotz dieser erfreulichen Entwicklung machen ihnen inzwischen menschenverursachte Lebensraumstörungen und -zerstörungen das Brüten, die Jungenaufzucht und damit das Überleben wieder schwerer.
Schwarzstorch bei Nahrungssuche © Leo fokus-natur
Schwarzstorch bei Nahrungssuche auf Waldwiese © L. Hlasek
Politischer Wille und entsprechende Zielsetzungen lähmen in mehreren Bundesländern wirkungsvolle Schwarzstorch-Schutzmaßnahmen und -aktivitäten auch von Forstbehörden, da von Schwarzstörchen als Brutrevier genutzte Waldgebiete dem konfliktfreien Aufbau von Windkraftanlagen störend im Weg stehen.
Die streng geschützten und extrem störungsempfindlichen Schwarzstörche leiden massiv unter der Industrialisierung unserer Mittelgebirgswälder als Standorte für neue Windkraftanlagen und deren Zufahrtstraßen. Für jedes im Wald errichtete Windrad werden dauerhaft bis zu 1,3 Hektar (13.000 m²) Wald vernichtet. Schlimmer noch fordert eine aus Artenschutzsicht unselige Allianz von Politik, Umweltschutzverbänden und Klimaschutz-Aktivisten tausende neue waldvernichtende Windkraftanlagen-Standorte! Diese Allianz beklagt zugleich aber auch die fortschreitende Regenwaldvernichtung.
Windkraftanlagen in Waldgebiet © SPA
Drehende Rotorblätter, klappernde Windgeräusche, rote und weiße Laserblitze im Sekundentakt vertreiben unsere seltenen Schwarzstörche im Umkreis von 1.000 Metern von ihren Horstbäumen und aus ihren Brutrevieren. Derart gestört, verlassen sie ihre Horste und suchen zunehmend erfolglos ungestörte neue Horstbäume und Ersatz-Brutreviere - eine existenzielle Bedrohung für unseren kleinen Schwarzstorchbestand. So war z.B. die Zahl der Brutpaare am Vogelsberg in Hessen mit der Errichtung von 125 Windkraftanlagen in einem Zeitraum von nur sechs Jahren um 50 % zurückgegangen. Dies zeigt eine Studie zu Windkraft im Wald des Ornithologen Dr. Klaus Richarz, der auch Mitglied unseres Stiftungsrates ist. Inzwischen haben die Bestände durch konsequente Schutzmaßnahmen in diesem waldreichen Landkreis wieder zugenommen.
Dort, wo im Mittelgebirgsraum Waschbären vorkommen, bedrohen die aus Nordamerika stammenden Allesfresser das Brutgeschäft unserer Schwarzstörche. Waschbären klettern in Bäumen bis in 25 m Höhe, um dort der Eier und der Storchenküken habhaft zu werden. Durch Kunststoff- und Blechmanschetten, die von Schwarzstorch-Betreuern um die Stämme der Schwarzstorch-Brutbäume angebracht werden, können die Verluste durch Waschbären vermieden werden.
Zweck aller Schwarzstorch-Schutzmaßnahmen muss sein, diesem seltenen eindrucksvollen Großvogel befriedete Schutzwaldgebiete einzurichten, in denen Schwarzstorch & Co ohne negative menschen-verursachte Einflüsse einen artspezifischen Überlebensraum finden. Obwohl die Schwarzstorchpopulation in Deutschland erfreulicherweise noch leicht zunimmt, verträgt sie dennoch keine Bestandsverluste ohne die Gefahr des regionalen Aussterbens.
Damit die scheuen und zunehmend bedrängten Schwarzstörche in unserer Heimat auch zukünftig geeignete Horstbäume und überlebenswichtige Brutreviere finden, fördert unsere Stiftung seit 2015 finanziell und operativ den in ehrenamtlichen Einsätzen geleisteten Bau und Aufbau von Schwarzstorch-Nestplattformen in heute und auch zukünftig ungestörten Waldgebieten... meist privater Waldbesitzer und mit deren ausdrücklicher Zustimmung!
Der Aufbau eines Schwarzstorch-Kunsthorstes in einem dafür geeigneten alten Baum in bis zu 25 m Höhe dauert bis zu 6 Stunden und erfordert neben Schwindelfreiheit eine Baumkletterausbildung und beste körperliche Verfassung, um im Seil hängend oder auf Ästen stehend die stundenlange harte körperliche Arbeit durchzuhalten.
Die von uns finanzierten Kunsthorste bieten nicht nur ein Erfolgserlebnis, sondern auch Erfolge, da diese von Schwarzstorch-Brutpaaren meist schon nach 1-3 Jahren als Nist- und Brutplatz angenommen werden. Dort, wo eine Nestplattform als Ersatz für einen im Winter abgestürzten Naturhorst angebracht wird, nehmen die aus dem Winterquartier zurückkehrenden Schwarzstörche das Brutplatzangebot oft sogar gleich an.
Aufstieg in einen 30 m hohen ausgewählten Horstbaum © SPA
Horstbau in luftiger Höhe – ein wahrer „Hochseilakt“ © SPA





Auf Anweisung aus luftiger Höhe werden in der näheren Umgebung kiloweise trockene Äste, Moos und frische Fichtenzweige gesammelt und auf Maß zugeschnitten. Per Seil wird das Nistbaumaterial in die Höhe gezogen.
Alle Fotos: © SPA


Fertiggestellte Schwarzstorch-Kunsthorste mit Moosauflage © SPA
Um Störungen und Zerstörungen auszuschließen, halten wir die Standorte unserer neu errichteten Kunsthorste geheim und sehen auch von Kontrollbesuchen während der Brutzeit ab. Die jährlich pro Schwarzstorch-Kunsthorst ausfliegenden 3 - 4 Jungstörche sind ein großer Erfolg für den Schutz dieses seltenen Waldstorches und tragen maßgeblich zum Erhalt dieser einzigartigen Vogelart bei.
Schwarzstorchpaar mit Jungen am Horst © N. Fiebach
Schwarzstorch-Paar mit Jungstörchen auf einem Naturhorst © L. Hlasek
Bitte helfen Sie uns mit Ihrer engagierten Spende. Für das Baumaterial und den fachmännischen Bau eines Schwarzstorch-Kunsthorstes inklusive An- und Abreise benötigen wir 750,00 €.
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Unser Steinkauz-Projektkoordinator Herbert kennt inzwischen hunderte Bauernhöfe, deren Eigentümer und die dort noch stehenden Kopfweiden. Und er weiß, ob dort noch Steinkäuze vorkommen oder dort früher welche lebten … zum Projekt
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