Zugvogelschutz-Projekt: Vogelschutzcamps Sardinien |
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Tausende italienische Jäger und Vogelfänger respektieren in der drei Monate dauernden italienischen Jagdsaison weder die für alle EU-Mitgliedstaaten geltende EU-Vogelschutzrichtlinie noch geltendes italienisches Jagdrecht und Naturschutzgesetze. Und sie kennen auch keinerlei Rücksicht und Sentimentalität, wenn es um das millionenfache Morden unserer Singvögel in den Überwinterungsgebieten auf dem italienischen Festland und auf den zu Italien gehörenden Mittemeerinseln und auf ihrem Vogelzug in den Süden und zurück nach Mittel- und Nordeuropa geht.
Im Süden Sardiniens in den Bergregionen um die Hauptstadt Cagliari werden jedes Jahr im Winterhalbjahr noch immer streng geschützte Singdrosseln, Misteldrosseln, Amseln und ganz besonders Rotkehlchen Opfer der anhaltenden illegalen Singvogel-Wilderei! Die Grausamkeiten beim illegalen Vogelfang mit den durch die EU-Vogelschutzrichtlinie von 1979 streng verbotenen Baum- und Boden-Schlingenfallen sind unbeschreibbar und solange Wilderer mit ihrer gefiederten Beute ungestraft hohe Profite machen, wird selbst vor streng geschützten Singvogelarten nicht Halt gemacht.
Bodenschlingenfalle © SPA
Fangbereit aufgebaute Baumschlingenfalle © SPA
Singdrossel, Amsel und Rotkehlchen
Erdbeerstrauch mit Blüten und Früchten © SPA
Früchtetragender Erdbeerbaum © SPA
Die süßwasserreichen Täler und buschbestandenen Bergregionen im Süden Sardiniens sind ein ideales Winterquartier. Für Rotkehlchen und Singdrosseln sind die leuchtend roten Beeren des Erdbeerbaums eine schier unerschöpfliche Nahrungsquelle. Die Beeren werden für Nahrung suchende Zugvögel geschickt in Büschen oder am Boden verlockend in speziell konstruierten Fallen platziert. Bei dem Versuch der Vögel, die Beeren zu schnappen, geraten sie in die Schlingenfallen und strangulieren sich qualvoll darin.
Die seit mehr als 10 Jahren durchgeführten Vogelschutzcamp-Einsätze des Komitees gegen den Vogelmord in Zusammenarbeit mit italienischen Vogelschutzorganisationen und unserer Stiftung haben den illegalen Vogelfang auf Sardinien inzwischen landesweit stark reduziert. Aktuell existieren nur noch einige regionale Zugvogel-Fanggebiete im Süden Sardiniens!
In Baumschlingenfalle getötetes Rotkehlchen © SPA
In Fangnetz verendetes Rotkehlchen © SPA
Bodenschlingenfalle mit strangulierter Singdrossel © SPA
An den buschbestandenen Berghängen um die Inselhauptstadt Cagliari und entlang der Südküste Sardiniens schneiden Vogelwilderer kilometerlange Vogelfangpfade in die Buschlandschaft, in denen sie ihre todbringenden Baum- und Boden-Schlingenfallen aufbauen. Neuerdings setzen Wilderer aus zeitsparender Bequemlichkeit und höherer Effizienz zunehmend illegale Fangnetze für noch mehr Vogelbeute ein.
Alle diese Vogelfang- und Tötungsarten sind nach der EU-Vogel-Schutzrichtlinie 79/409/EWG vom 2. April 1979 ausdrücklich verboten!
Konfiszierte getötete Singvogelopfer und Fanggerät © SPA
Im Süden Sardiniens läuft vielen Menschen beim bloßen Gedanken an die Festtage zu Weihnachten und den Jahreswechsel selbst im Wissen um das geltende Vogelfangverbot das Wasser im Mund zusammen: sie freuen sich schon auf Zugvogelspieße mit bis zu acht gebratenen Drosseln. Wilderer machen damit richtig Kasse: Auf Wochenmärkten und in kleinen Geschäften werden solche Spieße garniert mit 8 Drosseln für 70 bis 80 Euro verkauft – illegal! Sie haben richtig gelesen: Sing- und Misteldrosseln und auch Rotkehlchen und Stieglitze gehen auf Sardinien durch die Hölle, weil italienische „Feinschmecker“ und auch internationale „Gourmets“ auf diesen (Fr)ess-Kult einfach nicht verzichten wollen!
Verbotene Rotkehlchenplatte © Komitee gegen den Vogelmord
Menü mit gebratenen Rotkehlchen
© Komitee gegen den Vogelmord
In Salzwasser und Myrte gekochte Stare, Amseln, Drosseln, Rotkehlchen / Bildquelle: ricettedisardegna.it
Während der Hauptfangzeiten für Singvögel nehmen jedes Jahr bis zu 10 ehrenamtliche Vogelschützer aus Italien und Deutschland an den Vogelschutzcamps gegen die Zugvogelwilderei auf Sardinien teil. In harten Tageseinsätzen suchen die Vogelschützer an den buschbestandenen Berghängen der uns bekannten Vogelfangregionen die heimtückischen Schlingenfallen in Büschen und am Boden, bauen diese zwecks Anzeigeerstattung bei der für Wilderei zuständigen Polizeibehörde ab oder zerstören die Fanggeräte vor Ort. Ausgerüstet mit Drahtscheren, Bolzenschneidern und Teppichmessern zerstören die Vogelschützer jedes Jahr hunderte hauchdünne Schlingenfallen und auch aufgebaute Vogelfangnetze.
Einsatzbesprechung in der Berglandschaft Süd-Sardiniens © SPA
Zerstörung Baumschlingenfalle © SPA
Eingesammelte Schlingenfallen, Netze und getötete Singvogelopfer © SPA
Für An- und Abreise, einfache Unterkünfte und verbesserte Ausrüstung der jedes Jahr bis zu 10 Vogelschützer in den Vogelschutzcamps auf Sardinien investieren wir jährlich ca. 6.000,00 Euro.
Bitte unterstützen Sie unsere Sardinien-Zugvogel-Rettungsaktionen mit Ihrer Spende!
Unsere Stiftung pflegt (schneitelt) nun schon im 7. Winterhalbjahr in Folge zum Schutz und der Förderung des kleinen Steinkauzes erneut mehrere hundert Kopfweiden in den Landkreisen Paderborn, Gütersloh und Soest... mehr Informationen
Unser Steinkauz-Projektkoordinator Herbert kennt inzwischen hunderte Bauernhöfe, deren Eigentümer und die dort noch stehenden Kopfweiden. Und er weiß, ob dort noch Steinkäuze vorkommen oder dort früher welche lebten … zum Projekt
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