Zugvogelschutz-Projekt: Vogelschutzcamps Sizilien |
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An der Südostküste Siziliens zwischen der Hafenstadt Pozzallo und der Ortschaft Pachino liegt ein fast 480 ha Fläche umfassendes Feuchtgebiet mit den drei großen Süßwasserlagunen Pantano Cuba, Pantano Longarini und Pantano Bruno.
Die Pantani-Region an der Südostküste Siziliens © SPA
Frühere Grundstücksspekulationen, schwere Eingriffe in den Wasserhaushalt der Lagunenlandschaft, illegale Müllablagerungen, unkontrollierter Einsatz von Agrarchemikalien, illegaler Vogelfang, Jagdtouristen aus Italien und Malta und lokale Fischwilderer hatten diesen immens wichtigen Zugvogel-Hotspot bis zum Jahr 2013 weitestgehend entwertet und vernichtet.
Vogeljäger illegal in unserem Feuchtgebiet Pantano Cuba © SPA.IT
Illegal agierende Jäger und Vogelwilderer schossen im Feuchtgebiet der „Pantani-Region“ über viele Jahre im Herbst und Winter illegal tausende Enten von streng geschützte Arten wie Löffelente, Spießente und Krickente, und selbst vom Aussterben bedrohte Entenarten wie die Moorente und die Marmelente waren vor ihren Flinten nicht sicher. Zur Befriedigung des Jagdtriebs wurden auch von illegal agierenden Jagdtouristen aus Malta streng geschützte Greifvogelarten wie Rohrweihe, Fischadler und Zwergadler und selbst Graukraniche und Rosaflamingos vom Himmel oder in den Lagunen geschossen. Streng geschützte Watvögel wurden an den Lagunenrändern mit illegalen Netzfallen gefangen.
Illegal abgeschossene Rosaflamingos © SPA.IT
Alpenstrandläufer am Lagunenrand in Fangnetz © SPA.IT
Mit dem Kauf von inzwischen schon 390 ha (3.900.000 m2) Feuchtgebietsfläche mit den Lagunen Pantano Cuba und Longarini machen wir mit finanzieller Unterstützung unserer gleichnamigen Schweizer Schwesterstiftung in Basel und vielen tausend engagierten Spenderinnen und Spendern aus dem früheren „Vogelschussgebiet“ ein von unseren Bird Guards bewachtes „Vogelschutzgebiet“.
Für Flächenkäufe und umfangreiche Biotopsanierungs- und Biotopentwicklungsmaßnahmen haben beide Stiftungen dort seit November 2013 inzwischen nahezu 4.0 Millionen Euro an Spendengeldern investiert. Die Natur dankt uns dieses schützende Engagement mit inzwischen wieder 242 dokumentierten Vogelarten, davon 130 Zugvogelarten. Und unsere Flächenkäufe und umfangreiche Biotopsanierungsmaßnahmen werden konsequent fortgesetzt!
Vogelvielfalt in der Lagune Pantano Cuba © SPA.IT
Während der drei Monate dauernden Vogelschutzcamp-Einsätze unserer Stiftung in unserem Zugvogelschutzgebiet „Pantani Cuba & Longarini“ bewachen unsere 3 hauptberuflichen und bis zu 8 ehrenamtliche Bird Guards Zigtausende Zugvögel, damit diese in dem früheren Vogelschussgebiet heute ungestört Nahrung suchen und sich regenerieren können. Erfreulich ist, dass die Zahl der hier inzwischen wieder überwinternden Zugvogelarten seit Jahren kontinuierlich zunimmt.
Vogelschutzeinsatz in Pantano Cuba © SPA.IT
Vogelschutzaktivisten bei Überwachungseinsatz © SPA.IT
In den Bergregionen Südwest-Siziliens sind die Habichtsadler, eine Adler-Art, die nur in den Bergregionen Südeuropas und Nordafrikas vorkommt, hochgradig in ihrer Existenz bedroht. Grund dafür sind skrupellose Vogelwilderer, die die anhaltend große Nachfrage von zweifelhaften Greifvogel-Liebhabern nach frischen Greifvogel-Wildfängen profitabel nutzen. Allein in den letzten 15 Jahren ist der Habichtsadler-Brutpaarbestand in Sizilien um 50% eingebrochen!
Südwest-Sizilien – Habichtsadler-Lebensraum © SPA
Habichtsadler am Horst mit 2 Küken © S. Cacopardi
Habichtsadler mit flüggen Jungadlern © S. Cacopardi
Jedes Jahr im Frühjahr machen sich Greifvogel-Wilderer aus Südeuropa nach Sizilien auf, um dort Horste der Habichtsadler, aber auch anderer Greifvogelarten zu plündern und geraubte Greifvogeleier und Küken illegal an Schausteller in Südeuropa und an betuchte Greifvogelliebhaber in europäische und arabische Länder zu Wucherpreisen zu verkaufen.
Bis zu 40 ehrenamtliche Vogelschützer sind von Ende Februar bis Mitte Juni jeden Jahres im Einsatz, um die Horste der Habichtsadler und anderer bedrohter Greifvogelarten zu bewachen und deren Balzverhalten, die Horstbau-Aktivitäten, die Jungenaufzucht und den erfolgreichen Ausflug der Junggreife zu beobachten. Nur die konsequente Präsenz der Greifvogelschützer garantiert das ungestörte Brutgeschäft und die erfolgreiche Jungenaufzucht der Greifvogelpaare. Die Wilderer haben sich allerdings auf die von uns geschaffene Situation eingestellt und inspizieren nun bereits vor und auch während der Greifvogelcamps, wo sich die Vogelschützer festsetzen, um so Ort und Zeitpunkt für einen unbeobachteten Greifvogelraub zu organisieren.
Habichtsadler-Hostbewachung © SPA.IT
Adlerschützer bei Aufbau einer Fotofallen-Kamera © SPA.IT
Auf Sizilien machen wir uns mit unserem Pantani-Zugvogelschutzgebiet-Engagement, der konsequenten Bewachung der Greifvogelhorste und der Förderung der Messina Wildtier-Rettungsstation in den Peloritanischen Bergen an der Straße von Messina nicht nur Freunde. Wir sind immer wieder mit Grundstücksspekulanten, Naturfrevlern und Vogelwilderern konfrontiert, die uns drohen, unsere Arbeit zu sabotieren und unser Eigentum mutwillig zu schädigen. Dessen ungeachtet engagieren wir uns in Sizilien strategisch langfristig, wohlüberlegt und konsequent für einen wirkungsvollen Zugvogelschutz.
Für An- und Abreise, Unterkunft und verbesserte Ausrüstung der ehrenamtlichen Bird Guards in unserem Zugvogelschutzgebiet „Pantani Cuba & Longarini“ und der jedes Jahr bis zu 40 Vogelschützer zur Bewachung der Habichtsadler- und Greifvogel-Horste in den Bergregionen Südwest-Siziliens investieren wir jährlich bis zu 14.000,00 Euro.
Bitte unterstützen Sie unsere Sizilien-Vogelschutzcamps mit Ihrer Spende!
Information zum Bild in der Überschriftenleiste:
"Reiher, Rosaflamingos, Möwen und Watvögel in der Lagune Pantano Cuba © SPA.IT"
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