Aktuelles:
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Für das Monitoring kurzzeitig aus einer Niströhre entnommenes Steinkauz-Küken © SPA
Neun Steinkauz-Küken und mehrere erfolgreiche Bruten: Unser Steinkauz-Schutzprojekt zeigt erfreuliche Ergebnisse …
Bei unserem diesjährigen Steinkauz-Monitoring im Kreis Paderborn konnten unsere Steinkauzschutz-Projektverantwortlichen zahlreiche erfreuliche Beobachtungen machen. Insgesamt wurden fünf Altvögel an und neun Steinkauz-Küken in den von uns aufgebauten Niströhren nachgewiesen. So viele Steinkäuze haben unsere Mitarbeiter im Paderborner Land an einem einzigen Einsatztag noch nie dokumentiert.
Die Ergebnisse bestätigen den Erfolg unserer Schutzarbeit. Viele der von der Stiftung Pro Artenvielfalt seit 2019 aufgebauten Steinkauzröhren werden bereits in der ersten Brutsaison angenommen – deutlicher Hinweis dafür, dass geeignete Nist- und Bruthöhlen weiterhin knapp sind und der Aufbau weiterer Steinkauz-Niströhren an dafür geeigneten Standorten sinnvoll ist.
Die Mitte Juni 2026 festgestellten Steinkauz-Küken lieferten interessante Erkenntnisse: erfahrungsgemäß sind Mitte Juni bereits flügge Jungvögel zu erwarten, dieses Jahr trugen viele der vorgefundenen Jungvögel noch einen weichen Federflaum. Wir vermuten, dass das vergleichsweise kühle Frühjahr und entsprechender Nahrungsmangel den Brutbeginn verzögert hat. Die jetzt in den Niströhren vorgefundenen Mäusevorräte und der ausgezeichnete Ernährungszustand der Alt- und Jungkäuze lassen aktuell auf ein gutes Nahrungsangebot schließen.
Das erfolgreiche Monitoring zeigt einmal mehr, wie wichtig die Kombination aus naturnaher Biotop-Pflege, fachkundiger Standortwahl und regelmäßiger Kontrolle der Niströhren ist. Jeder erfolgreiche Brutnachweis bestärkt uns darin, den Steinkauz als charakteristische Art der Kopfbaum- und Streuobstwiesenlandschaft in Ostwestfalen weiterhin gezielt zu fördern, um den Steinkauz-Bestand weiter zu stärken.
Wegen Reinigung der Niströhre kurzzeitig ausquartiertes Steinkauz-Küken – ein weiterer Brutnachweis in einer unserer Niströhren © SPA
Steinkauz in einer alten Hof-Eiche im Kreis Paderborn © SPA

Unser Artenschutzturm in Firmenich bietet bis zu acht Vogelarten sichere Brut- und Rückzugsmöglichkeiten. © SPA
Turmfalke, Schleiereule, Dohle und Haussperling nutzen unsere Artenschutztürme – doch der Bestandsrückgang vieler Gebäudebrüter ist unübersehbar …
Im Rahmen der diesjährigen Brutvogelkontrollen überprüften Mitarbeitende der Stiftung Pro Artenvielfalt sämtliche fünf Artenschutztürme im Rheinland. Ziel der Kontrollen ist es, die Nutzung der Nistkasten-Strukturen aktuell zu dokumentieren und die Bestands-Entwicklung dort brütender Vogelarten langfristig zu erfassen.
Die diesjährigen Ergebnisse zeigen erneut, wie wichtig solche Artenschutzgebäude in den Ortschaften inzwischen geworden sind.
In den kontrollierten Türmen konnten Turmfalke, Schleiereule, Dohle, Star, Mehlschwalbe, Hausperling, aber auch Kohlmeise und Kleiber, letztere keine typischen Gebäudebrüter, dokumentiert werden.
Eine besondere Überraschung bot ein Turmfalkenpaar im Artenschutzturm in Bouderath. Die Greife hatten sich einen für Dohlen konzipierten Nistkasten mit lediglich acht Zentimetern Einflugöffnung als Bruthöhle ausgesucht. Üblicherweise nutzen Turmfalken deutlich größere Einflugöffnungen von etwa 15 Zentimetern Durchmesser. Umso erstaunlicher ist, dass sich das Turmfalkenpaar dennoch erfolgreich in dem vergleichsweise kleinen Dohlen-Nistkasten eingerichtet hat. Darin konnten mindestens zwei nahezu flügge Jungfalken festgestellt werden. Ein ungewöhnlicher, aber bemerkenswerter Nachweis dafür, wie flexibel immer mehr Vogelarten bei der Wahl ihrer Brutplätze werden (müssen).
Leider konnten unsere Projektmitarbeitenden im Umfeld der Artenschutztürme deutlich weniger Mauersegler, Mehlschwalben, Haussperlinge und Stare beobachten als in früheren Jahren. Die Ursachen hierfür sind vielfältig, aber zunehmend existenzbedrohend und reichen vom Verlust geeigneter Nist- und Brutplätze bis zum massiven Rückgang des Insektenangebots.
Zwar können wir den Rückgang des Insektenvorkommens nur bedingt beeinflussen, aber mit der Schaffung dauerhaft sicherer Nist-, Brut- und Rückzugs-Strukturen für zahlreiche Vogelarten leisten die Artenschutztürme der Stiftung Pro Artenvielfalt einen wichtigen Beitrag für den regionalen Bestand heimischer Gebäudebrüter.
Überraschende Fremdbesetzung im Artschutzturm Bouderath: Ein Turmfalkenpaar zieht seinen Nachwuchs in einem Dohlen-Nistkasten auf. © SPA
Haussperling-Männchen auf einer vom Brutpaar genutzten Nischenhöhle. © SPA

Die Rohrammer zählt zu den charakteristischen Vogelarten strukturreicher Feuchtgebiete © M. Pfeifer
Mehr als 60 interessierte Gäste, viele Fragen und große Zustimmung für den Schutz der Artenvielfalt – erfolgreiche Exkursion an den Schimmels Teichen
Auf Einladung der Stiftung Pro Artenvielfalt nutzten am 30. Mai 2026 insgesamt 64 naturinteressierte Bürgerinnen und Bürger die jährlich nur einmal gebotene Gelegenheit, den eingezäunten Kernbereich der Schimmels Teiche bei Limbach-Oberfrohna im Rahmen einer rund 1,5-stündigen Führung kennenzulernen.
Trotz angekündigter Gewitter war uns der Himmel gnädig und bereits vor Beginn der Veranstaltung fanden sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein. Nach einer kurzen Einführung durch unseren Vorstandsvorsitzenden Roland Tischbier und den Ornithologen Jens Hering führte der Rundgang auf den Teichdämmen direkt in das Projektgebiet auf den Teichdämmen vorbei an 5 der nordwestlich gelegenen Teiche und den dort weidenden Wasserbüffeln.
Unter dem Quaken ungezählter Teichfrösche und begleitet von wachsamen Höckerschwan-Eltern mit ihren Jungen, Reiherenten und natürlich auch Stockenten und deren Nachwuchs informierten die Projektverantwortlichen über die in den letzten 12 Monaten umgesetzten Biotopmaßnahmen sowie über die weiteren Planungen zur weiteren ökologischen Aufwertung der Schimmels Teiche. Auch die Informationen über bisherigen Erfolge für die Vogelwelt, darunter Beobachtungen seltener Arten wie Rohrammer, Zwergschnepfe und Thorshühnchen, fanden großes Interesse.
Erfreulich war die durchweg positive Resonanz der Teilnehmer. Viele begrüßten ausdrücklich die Schutzmaßnahmen der Stiftung Pro Artenvielfalt, einschließlich der konsequenten Einzäunung des Kerngebiets, die den dort freilaufenden Wasserbüffeln und Ziegen (als Landschaftspfleger) und den dort vorkommenden Vogel-, Amphibien-, Reptilien- und Insektenarten die erforderliche Ruhe für die Nahrungssuche und Reproduktion ermöglicht.
Für die Stiftung Pro Artenvielfalt und ihre Projektpartner war die Veranstaltung ein ermutigender Beweis dafür, dass das Interesse am umfassenden Schutz unseres knapp 12 Hektar Fläche umfassenden Feuchtgebets in der Region anhaltend wächst.
Wasserbüffel als tierische Landschaftspfleger der Schimmels Teiche © M. Pfeifer
Reiherente mit ihrem Nachwuchs in Schimmels Teichen © M. Pfeifer

Moorfrosch in den Seeländereien bei Frose während der kurzen Frühjahrs-Balzzeit © SPA
Wenn das Wasser „blubbert“ und eine bedrohte Lurch-Art in den Seeländereien bei Frose ihr Dasein und ihre ganze Vitalität zeigt ...
Die Vorkommen des Moorfroschs sind in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. Entwässerung, Lebensraumverlust und zunehmende Trockenperioden setzen dieser Lurch-Art stark zu. Heute gilt der Moorfrosch in Sachsen-Anhalt als gefährdet und ist bis auf wenige, meist isolierte Restbestände zurückgegangen (vgl. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Rote Liste).
Umso erfreulicher sind die aktuellen Beobachtungen in dem knapp 75 ha großen Feuchtgebietskomplex „Seeländereien bei Frose“, in dem unsere Stiftung 32 ha Flächeneigentum besitzt. Anfang April konnten hier bis zu 40 rufende Moorfrosch-Männchen beobachtet werden. Dies ist vermutlich eines der letzten stabilen Vorkommen in der Region.
Während der kurzen Laichzeit färben sich die Männchen charakteristisch blau und machen mit ihren leisen „blubbernden“ Rufen auf sich aufmerksam – ein eindrucksvolles, aber selten gewordenes Naturschauspiel, das nur noch an wenigen Orten beobachtet werden kann.
Die Dynamik des Gebiets zeigt jedoch auch die Verletzlichkeit dieser Population: Bereits wenige Wochen nach der Fortpflanzungszeit führten ausbleibende Niederschläge in den vergangenen Jahren zu einem drastischen Austrocknen vieler Wasserflächen. Dies gefährdet den Reproduktionserfolg eines ganzen Jahres.
Der Erhalt stabiler Wasserstände ist daher von entscheidender Bedeutung. Mit gezielten Biotopmaßnahmen verfolgt die Stiftung Pro Artenvielfalt das Ziel, die Wasserverfügbarkeit bis in die Sommermonate zu sichern und damit die Seeländereien bei Frose als wertvollen Überlebensraum für Amphibien, Insekten und wassergebundene Vogelarten langfristig zu stabilisieren.
Offene Wasserflächen und Röhrichtzonen in den Seeländereien bei Frose – wichtige Rückzugsräume für selten gewordene Feuchtgebietsbewohner © SPA
Rufende Moorfrosch-Männchen während der kurzen Laichzeit – ein seltenes Naturschauspiel im Frühjahr. © SPA
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Schimmles Teiche mit frischem Uferbewuchs (c) M. Pfeifer
Das Frühjahr zeigt: Zielgerichtete Biotop-Maßnahmen machen aus dieser ehemaligen Fischzucht-Anlage allmählich wieder ein struktur- und artenreiches Feuchtgebiet.
In diesem nun schnell voranschreitenden Frühjahr zeigt sich an den «Schimmels Teichen» im Limbacher Teichgebiet südlich von Limbach-Oberfrohna eine neue Phase der Entwicklung. Wo noch vor drei Jahren eine intensive Fischzucht das Teichgebiet prägte, entwickelt sich eine zunehmend wieder vielfältige Naturteich-Landschaft. Das Frühjahr macht sichtbar, was durch gezielte und aufwändige Biotop-Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen der Stiftung Pro Artenvielfalt seit 2024 eingeleitet wurde.
Das rund zwölf Hektar (120.000 m²) große Teich-Areal ist Teil eines bedeutenden Feuchtgebiets in dem ansonsten gewässerarmen Südwestsachsen und bietet bereits heute einer Vielzahl von an Gewässer gebundenen Vogelarten einen wertvollen Lebensraum.
Nach dem Erwerb der Flächen im Jahr 2023 wurde mit lokalen Naturschützern und der regionalen Naturschutzbehörde zunächst ein umfangreiches Maßnahmenkonzept abgestimmt und verabschiedet. Im Fokus stand mit hoher Priorität die Wiederherstellung der technischen Wassersteuerung, um in den 12 Teichen variable Wasserstände zu ermöglichen – eine grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung unterschiedlichster Gewässer-Lebensräume. Zeitnah wurde der massiv aufkommende Gehölzaufwuchs auf und an den Teichdämmen zurückgedrängt, der wegen teils trockengefallener Teiche massive Aufwuchs von Schilf- und Rohrkolbenbestände teilweise entnommen und die Teichdämme saniert.
Mit Beginn der diesjährigen Vegetationsperiode zeigt sich bereits deutlich, wie schnell die Natur auf diese Maßnahmen reagiert. Die wieder offenen sonnenexponierten Teichdämme bieten ideale Bedingungen für Insekten, Amphibien und zahlreiche Vogelarten. Dabei halfen im vergangen Jahr unsere tierischen Landschaftspfleger Wasserbüffel, Hochlandrinder und Ziegen mit extensiver Beweidung.
Schon jetzt ist eine bemerkenswerte Zunahme der Vogelvielfalt an Zug- und Brutvögeln zu beobachten. Die vielfältige Landschaftsstruktur von offenen Wasserflächen, uferfeuchten Schlammzonen und strukturreichen Uferbereichen schafft ein Mosaik an Lebensräumen, das in dieser Struktur in der Region kein zweites Mal zu finden ist.
So wird jetzt in diesem Frühjahr zunehmend sichtbar, was langfristig das Ziel dieses anspruchsvollen Natur- und Artenschutz-Projekts ist: Aus früher intensiv bewirtschafteten Fischteichen entsteht mit natürlicher und nur sanft gelenkter Dynamik ein lebendiges Feuchtgebiet, das Raum für Artenvielfalt bietet und zugleich eindrucksvoll zeigt, wie wirkungsvoll konsequenter privatfinanzierter Naturschutz sein kann.
Höckerschwan mit Jungen © M. Pfeifer
Reiherente mit Nachwuchs © M. Pfeifer

Ein trauriges Zeugnis der illegalen Frühjahrs-Vogeljagd auf Zakynthos: getötete Turteltaube © Komitee gegen den Vogelmord
Mehr aufgedeckte Jagdplätze – aber weniger Schüsse:
Wie sich die illegale Frühjahrsjagd auf unsere Zugvögel auf Zakynthos weiter verändert …
Auch dieses Frühjahr sind Einsatzteams des Komitees gegen den Vogelmord und der Stiftung Pro Artenvielfalt gemeinsam auf der griechischen Insel Zakynthos im Einsatz, um gegen die illegale Jagd auf durchziehende Zugvögel vorzugehen. Die aktuellen Ergebnisse zeigen: Das intensive Vogelschutz-Engagement der vergangenen Jahre zeigt Wirkung – auch wenn die Situation weiterhin ernst ist.
Im Vergleich zum Vorjahr konnten erneut mehr aktive Vogeljagdplätze identifiziert werden. Gleichzeitig wird aber ein deutlicher Rückgang der Schüsse dokumentiert – ein wichtiger Indikator dafür, dass der Überwachungsdruck auf illegal agierende Jäger Wirkung zeigt.
Ergebnisse des Frühjahrs-Vogelschutzcamps 2026
(in Klammern 2025 zum Vergleich):
Trotz der gestiegenen Zahl entdeckter Jagdplätze zeigt sich ein positiver Trend: Während der Einsätze wurden deutlich weniger Schüsse registriert als in den Vorjahren. In früheren Jahren waren an einzelnen Tagen über 100 Schüsse zu hören – in diesem Frühjahr lag die maximale Anzahl bei etwa 60 bis 70 Schüssen pro Tag, mit einem Schwerpunkt weiterhin auf der bekannten Problemregion rund um Keri.
Eine weitere wichtige Erfahrung im Vergleich zum Vorjahr: Unsere Einsatzteams blieben in diesem Frühjahr bisher von tätlichen Angriffen verschont – ein Umstand, den wir als Folge der konsequenten Strafverfolgung und der gestiegenen Aufmerksamkeit für illegale Jagdaktivitäten werten.
Dennoch ist die Arbeit auf Zakynthos noch lange nicht abgeschlossen. Während der Einsätze wurden erneut bislang unbekannte Jagdplätze entdeckt, die in zukünftigen Kampagnen verstärkt in den Überwachungs-Fokus rücken werden. Ziel bleibt es, die illegale Frühjahrsjagd auf Zugvögel weiter einzudämmen und langfristig vollständig zu unterbinden.
Der Einsatz auf Zakynthos zeigt einmal mehr: Dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung, jährlicher Frühjahrs-Präsenz vor Ort und der finanziellen Unterstützung durch engagierte Spenderinnen und Spender können wir messbare Fortschritte im praktischen Zugvogelschutz erzielen.
Opfer der illegalen Frühjahrsjagd auf Zakynthos: Eine durch Abschuss getötete Turteltaube © Komitee gegen den Vogelmord
Gut getarnt und doch entdeckt: Ein illegal genutzter Jagdansitz auf Zakynthos © Komitee gegen den Vogelmord

Fleißige Helfer bei Müllsammelaktion © SPA IT
40 Helfer, sechs Müllwagen und ein starker Einsatz für den Naturschutz – eine Gemeinschaftsaktion bei Pantano Cuba befreit wertvolle Trockenhänge von Müll …
Erstmalig ist es mit einer konzertierten Gemeinschaftsaktion gelungen, die mit Unmengen von illegal abgelagertem Müll stark belasteten Trockenhänge entlang der Straße östlich angrenzend an unsere Pantano Cuba Schutzgebietsflächen umfassend von Müll zu befreien. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz der sensiblen auf Trockenstandorte spezialisierten mediterranen Macchia, die von wildem Thymian, Rosmarin und Oregano geprägt wird!
Diese Aktion wurde von den beiden Bird Guards der Stiftung Pro Artenvielfalt in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde Pachino (SR), der Umweltschutzgruppe «Pirati Della Marza» und dem Verein «Borgo Sostenibile» durchgeführt. Insgesamt beteiligten sich acht Organisationen an der Aktion, darunter mehrere lokale Umweltinitiativen, eine Pfadfindergruppe mit zahlreichen Jugendlichen sowie weitere engagierte Naturschützer. Trotz witterungsbedingt eingeschränkter Teilnehmerzahl konnten rund 40 Helferinnen und Helfer mobilisiert werden, die gemeinsam ein starkes Zeichen für den praktischen Naturschutz vor Ort setzten.
Die Ergebnisse dieser koordinierten Aktion sind beeindruckend: Mehr als 200 Müllsäcke mit einem Fassungsvermögen von jeweils 120 Litern wurden gefüllt, was einem Gesamtvolumen von etwa 15 bis 18 Kubikmetern Müll entspricht. Insgesamt konnten so sechs Müllwagenladungen abtransportiert werden. Neben gewöhnlichem Hausmüll wurden auch Mengen von problematischem Müll eingesammelt, darunter Altreifen, Matratzen, Möbel, Metallschrott und verschiedene Haushaltsgeräte.
Die Gemeinde Pachino unterstützte die Aktion logistisch durch die kostenfreie Bereitstellung von Müllfahrzeugen, Sammelmaterialien und Containern und auch die ordnungsgemäße Müllentsorgung. Die Provinzpolizei von Siracusa sorgte mit Straßensperrungen und Sicherheitsmaßnahmen für einen reibungslosen Aktions-Ablauf.
Die hohe Motivation aller Beteiligten, die sichtbaren Ergebnisse und der große Erfolg haben unsere Bird Guards bereits ermutigt, eine 2. Müllsammelaktion für April 2026 zu planen. Die soll die Trockenhänge entlang unserer Grundstückflächen und der kommunalen Straße bis zum Küstenort Granelli endgültig von belastendem Müll befreien.
Diese Aktion zeigt eindrucksvoll, wie gemeinschaftliches Engagement konkrete und schnell wirksame Verbesserungen für Landschaft und Artenvielfalt erreichen kann.
Umweltschutzgruppe Pirati Della Marza erneut im Einsatz © SPA IT
Auch illegal entsorgter Bauschutt vernichtet Artenvielfalt © SPA IT

Vor Auswilderung - Beringung einer Marmelente aus Erhaltungszucht © W. Silvestrini
Eine anspruchsvolle Rettungsmission, die den kleinen Restbestand der Marmelente auf Sizilien maßgeblich stärken wird …
Im Rahmen des EU-Artenschutz-Förderprogramms LIFE18, das europaweit Projekte zur Bestandsstärkung und Existenz-Sicherung bedrohter Arten und ihrer Lebensräume unterstützt und ko-finanziert, konnte die Stiftung Pro Artenvielfalt einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der nur in Südeuropa heimischen und inzwischen vom Aussterben bedrohten Marmelenten-Population leisten.
Diese zierliche Entenart – wissenschaftlich Marmaronetta angustirostris – hat eine sand-braune Tarnfärbung, einen ungewöhnlich schmalen Schnabel und ein auffallend ruhiges Verhalten. Sie gehört seit Jahren zu den am stärksten rückläufigen Wasservogelarten-Beständen des Mittelmeerraums. Weltweit schrumpfen ihre Bestände seit Jahrzehnten dramatisch, weil ihre Lebensräume, intakte Gewässer mit schützender Vegetation, durch menschliche Eingriffe ihre ökologische Qualität verlieren, zerstört werden und wegen Austrocknung anhaltend schwinden.
In enger Abstimmung mit regionalen Naturschutzbehörden auf Sizilien wurden umfangreiche Biotop-Sanierungs- und -Entwicklungsmaßnahmen umgesetzt.
Diese konzentrierten sich auf die Ufer- und Flachwasserzonen des in Stiftungseigentum befindlichen Feuchtgebiets-Teils Pantano Longarini und die naturnahe Umgestaltung von Teilen des ehemaligen Fischzucht-Kanalsystems auf der Südseite der Lagune. Auf Vorschlag der Stiftung Pro Artenvielfalt ko-finanziert dieses LIFE18-Projekt auch lagunenufernahe Flächenkäufe und deren teilweise Umwandlung in neue Feuchtgebiete mit Kleingewässern – eine zentrale Maßnahme, um die Lebensräume dieser vom Aussterben bedrohten Entenart durch umfangreiche neue Biotopstrukturen zu erweitern.
Ein 2. wesentlicher Baustein des LIFE18 Artenschutzprojekts war die Auswilderung von insgesamt 100 Marmelenten in unserem Pantani Schutzgebiet im Zeitraum 2023 – 2026. Diese Jungenten stammen aus einer von der EU geförderten Marmelenten-Zuchtstation in Spanien. Nach einer 14 tägigen Eingewöhnungsphase in einer Freiland-Voliere mitten im Pantani-Schutzgebiet gelegen, wurden Anfang März 2026 im Rahmen dieses LIFE18-Förderprojekts die letzten 20 Marmelenten in die Freiheit ausgewildert. Alle Marmelenten sind beringt, einige tragen zusätzlich einen GPS-Minisender, der es erlaubt, ihre Flüge und ihre Lebensraumnutzung über einen gewissen Zeitraum zu dokumentieren.
Schon heute können wir feststellen, dass dieses LIFE18 Artenschutz-Förderprojekt nicht nur dem Bestand der Marmelente, sondern auch der europaweit bedrohten Moorente und dem stark bedrohten Purpurhuhn ganz wesentlich unter die Flügel geholfen hat.
Marmelenten warten in Auswilderungsvoliere auf die Freilassung © W. Silvestrini
Auswilderung - der Augenblick der Marmelenten-Freilassung © W. Silvestrini
Borgolavezzaro Italien - Bauernhaus mit Artenschutzturm © SPA
Das Leben beginnt erneut – Erwachen aus der Winterruhe
Mit dem dieses Jahr recht schnellen Erwachen aus der Winterruhe beginnt schon im März für viele gebäudebrütende Vogelarten die neue Brutsaison. Arten wie Dohle, Italien- und Feldsperling, Hausrotschwanz und Bachstelze nutzen die ersten milderen Tage, um ihre Nest-Standorte und Brutplätze zu sichern. Sie gehören zu den Vogelarten, die artgemäß zweimal pro Jahr hintereinander brüten – eine natürliche Arterhaltungsstrategie, die die recht hohe Jungvogelsterblichkeit ausgleicht, die besonders in urbanen Lebensräumen zu beobachten ist.
Mit dem Ziel, unsere erfolgreiche Artenschutzturm-Strategie auch in Italien dem Land der historischen bäuerlichen Taubentürme zu etablieren, haben wir bei einem der renommiertesten Vogelschützer Italiens auf dessen Bauernhof in der norditalienischen Gemeinde Borgolavezzaro (Provinz Piemont), den alten ungenutzten Taubenturm zu einem Artenschutzturm für Gebäude bewohnende Vogel- und Insektenarten umgebaut. Der als Prototyp-Artenschutzturm für Italien konzipierte frühere Taubenturm, hat sich inzwischen zu einem Artenschutzgebäude voller Vogel- und Insektenleben entwickelt.
Heute beherbergt der Turm eine umfangreiche Dohlen-Brutkolonie, die über die Jahre stetig gewachsen ist. Im Turminneren und in der Turm-Fassade nutzen Stare, Italien- und Feldsperlinge sowie Mauersegler und Mehlschwalben viele der insgesamt 440 Bruthöhlen und Kunstnester. Ein besonderes Highlight: Der Artenschutzturm bietet inzwischen einem Schleiereulen- und sogar einem Hohltauben-Brutpaar geschützten Brut- und Rückzugsraum. Die Nutzung unseres Artenschutzturms von einem Hohltauben-Brutpaar ist europaweit einmalig, brütet diese Wildtaubenart doch üblicherweise in Baumhöhlen in Wäldern!
Diese positive Entwicklung bleibt nicht ohne Wirkung. Unser 1. Artenschutzturm-Projekt in Italien hat in der Umgebung ein breites Interesse geweckt und inspiriert inzwischen auch Privatleute und Gemeinden, ihre historischen Taubentürme zu Artenschutztürmen umzubauen und so vom Verfall bedrohte kulturhistorische Bausubstanz sinnvoll zu nutzen und zu neuem Leben zu erwecken.
So zeigt sich: Artenschutz ist nicht nur notwendig – er kann auch ansteckend wirken. Aus einem einzigen Turm entsteht Schritt für Schritt ein Netzwerk wertvoller Artenschutz-Lebensräume, das die Zukunft gefährdeter Gebäudebrüter regional nachhaltig stärkt.
Schleiereulenpaar im Artenschutzturm Borgolavezzarro © A. Rutigliano
Borgolavezzarro - Bauernhaus mit Artenschutzturm & Biotop © A. Rutigliano

Nachts aus Fangnetz befreites Rotkehlchen © Komitee gegen den Vogelmord
Der winterliche Drossel-Aufenthalt auf Zypern ist zu Ende - und der hat nicht nur Singdrosseln, sondern auch etlichen Vogelwilderern und Vogeljägern manch unangenehme Erfahrung beschert…
Auch nach Halbzeit des diesjährigen Winter-Vogelschutzcamps waren unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer in den Nächten und auch frühmorgens mit Fangplatz-Suche und der Rettung von Singdrosseln, dem Abbau von Zugvogelfanggeräten und dem Anzeigen von Vogelwilderern und illegal agierenden Vogeljägern gut beschäftigt.
So konnten unsere Vogelschutzaktiven bei Nachteinsätzen 3 weitere Fangplätze mit Vogelfangnetzen unschädlich machen und bei frühmorgendlichen Einsätzen 2 Vogelwilderer inflagranti erwischen, die mit Leimruten auf Vogelfang waren. Weitere 2 Vogeljäger wurden beim Einsatz von illegalen elektronischen Vogelstimmen-Lockgeräten erwischt und angezeigt.
Einer der mit Leimruten erwischten Vogelwilderer hatte eine feste Vogel-Voliere aufgebaut, in der 15 Singdrosseln und 3 Ringeltauben illegal gefangen gehalten wurden. Sämtliche Vögel waren Wildfänge, die keine amtlich registrierten Ringe trugen. Als Ergebnis unserer Strafanzeige informierte uns der Einsatzleiter der staatlichen Wildhüter-Organisation, dass dieser Vogelwilderer für die illegal gekäfigten Wildvögel mit einer Extrastrafe „belohnt“ würde und sämtliche Vögel freigelassen würden.
Finale Ergebnisse des Zypern-Winter-Vogelschutzcamps (6 Wochen):
Illegale Vogelwilderei
Illegal agierende Vogeljäger
Da der massive Vogelzug von Singdrosseln über Zypern diesen Winter schon Mitte Februar zu Ende ging, konnten unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer das diesjährige Winter-Zugvogelschutzcamp am 17.02.2026 beenden und die wohlverdiente Heimreise antreten.
Mit dem Eintreffen der ersten Singdrosseln und auch Misteldrosseln in ihren Brutgebieten in Deutschland können wir daher schon ab Ende Februar 2026 rechnen. Zwar haben unsere ehrenamtlichen Vogelschutzaktiven Zypern für den Augenblick „Adieu“ gesagt, doch spätestens im April werden wir wieder auf Zypern im Zugvogelschutzeinsatz sein und gewohnt engagiert Flagge für einen couragierten wirkungsvollen Zugvogelschutz zeigen.
Illegal in Vogelvoliere gekäfigte Singdrosseln © Komitee gegen den Vogelmord
Fangbereit aufgebaute Leimruten in Olivenbaum © Komitee gegen den Vogelmord

Singdrossel wird aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord
Abgeschossene Singdrosseln - Opfer illegaler Jagd © Komitee gegen den Vogelmord
Nächtlicher Abbau eines illegalen Vogelfangnetzes © Komitee gegen den Vogelmord

Steinkauz in seiner Apfelbaum-Höhle © H. Glader
Das Schneiden (Schneiteln) alter Weidenbäume zur Sicherung und dem Schutz natürlicher Steinkauz-Nist- und Brutplätze ist keine Arbeit für „Weicheier“
Das diesen Januar in Ostwestfalen in den Landkreisen Paderborn, Gütersloh und Soest anhaltend kalte Winter-Wetter mit leichtem Frost in den Nächten hat unseren ehrenamtlich arbeitenden Steinkauz-Schützern und dem von uns beschäftigten Baumpflegebetrieb ein zügiges Schneiden (Schneiteln) der von unserem Herbert im Sommerhalbjahr 2025 ausgesuchten und vertraglich zur Pflege vereinbarten Weidenbäume erlaubt.
Von den in diesem Winter von Anfang November 2025 bis Ende Februar 2026 von uns zum Schnitt geplanten 780 Weidenbäumen sind bisher schon mehr als 550 Bäume fachgerecht „geköpft“ und damit sind wir schneller als im Arbeits-Zeitplan festgelegt.
Wir wollen daher die für diese Schwerstarbeit günstige Frost-Witterung weiter nutzen und schaffen, wenn das Wetter weiter kalt bleibt, diesen Winter bis zu 900 geköpfte Weidenbäume… das wäre eine Rekordzahl gepflegter Weidenbäume. Sehen Sie dazu auch die nachstehende Grafik.
Diagramm Kopfweiden-Pflege - Steinkauzschutz-Projekt © SPA
Von uns im Jahr 2022 gepflegte Kopfweiden-Allee © SPA

Eisvogel im Schneetreiben © A. Kneifel
Unsere von Herzen kommenden guten Weihnachts- und Neujahrswünsche verbunden mit einem herzlichen Dankeschön all den Menschen, die unserer Stiftungsarbeit zum Wohle der Natur und ihrer wunderbaren Artenvielfalt auch in diesem zu Ende gehenden Jahr 2025 so engagiert und hilfreich zur Seite gestanden haben.
Unbeschadet aller politischen und wirtschaftlichen Veränderungen und Entwicklungen in Deutschland und der Welt war unser 23. Jahr im Einsatz für den Artenschutz für unsere Natur- und Artenschutzprojektarbeit ein gutes und erfolgreiches Jahr. So konnten wir auch im Jahr 2025 unsere satzungsgemäße Projektarbeit dank der anhaltenden Spendenunterstützung vieler langjähriger treuer und auch neuer Spenderinnen und Förderer konsequent verwirklichen. Dafür noch einmal unser tiefempfundener Dank.
Auch den Pächtern und Gebietsbetreuern unserer stiftungseigenen Naturschutzflächen sagen wir von Herzen Dank dafür, dass sie unsere satzungsgemäßen Stiftungszwecke und die dafür konzipierten artenschützenden Flächennutzungsvorgaben zum Wohle und der Stärkung unserer Biotopflächen und der dort vorkommenden Vielfalt an Wildtierarten mit großer Kompetenz und leidenschaftlicher Überzeugung umsetzen.
Wir gehen gut vorbereitet und mit einer gesunden Portion Optimismus in unser 24. Jahr im Einsatz für den Artenschutz und werden unsere bestehenden Natur- und Artenschutzprojekte mit viel Passion weiterentwickeln. Ganz besonders freuen wir uns darauf, gemeinsam mit Ihnen die vor uns liegenden Herausforderungen neuer Natur- und Artenschutz-Projekte in Deutschland und Italien erfolgreich in die Tat umzusetzen.
Die Teams der Stiftung Pro Artenvielfalt in Bielefeld und auf Sizilien wünschen Ihnen und Ihren Familien besinnliche, friedliche und hoffnungsvolle Weihnachtsfeiertage und ein glückliches und gesundes neues Jahr 2026!
Danke für Ihre Treue und Ihre anhaltende Förder-Unterstützung.
Unser winterliches Wiesenvogel-Schutzgebiet Finowtal © SPA
Unser Steinkauz-Schutzprojekt - Kopfweidenpflege im Kreis Paderborn © SPA

Abgebaute Leimruten und Singvogel-Opfer © Komitee gegen den Vogelmord
Zypern Vogelschutzcamp / Abschluss-Bericht Herbst 2025
Die Herbst-Vogelschutzcamp Sonderoperationen „Occupy Akas“ und „Dead Air“ haben unseren Vogelschützer-Teams umfangreiche und zeitraubende Vor-Ort-Vorbereitungen für die Einsätze und eine Vielzahl von Medien-Aktivitäten abverlangt. Die erzielten Ergebnisse waren aber aller Mühen wert.
Das zu Ende gegangene Herbst-Vogelschutzcamp wird als ein Meilenstein in unserem Vogelschutzeinsatz gegen die „Großen“ im Vogelmord-Geschäft auf Zypern erinnert werden. Über viele Jahre haben wir vergeblich gegen den massenhaften industriell organisierten illegalen Zugvogelfang von „Akas“ und „Trikkis“ (unsere Namen-Codes) angekämpft. Deren gesellschaftliche Stellung und Einfluss und die umfassende Vernetzung in der Vogelmord-Szene haben selbst Politik und Polizei regelmäßig daran gehindert, geltende Gesetze konsequent durchzusetzen.
Die früheren „billigen” Bußgeldbescheide haben deren Vogelmord-Aktivitäten nicht einmal für einen einzigen Tag verhindert. Mit unseren diesjährigen Aktionen und den umfangreichen Publikationen und professioneller Medienarbeit konnte die Polizei diese schweren Verstöße gegen die geltende EU-Vogelschutzrichtlinie und zypriotische Naturschutzgesetze nicht länger ignorieren. So kam bei Polizeieinsätzen auf den Grundstücken von „Akas“ und „Trikkis“ auch eine Anti-Terror-Polizeieinheit zum Einsatz. „Akas“ wurde dreimal bei illegalen Vogelfangaktivitäten mit Fangnetzen erwischt, „Trikkis“ gleich fünfmal!
Ergebnis waren endlich einmal auch für diese Vogelmord-Profis spürbare Strafbescheide von insgesamt nahezu 150.000 Euro! Das entspricht in Vogelmord-Währung etwa dem Erlös für 40.000 - 50.000 illegal getötete Singvögel, den kleine Vogelwilderer von Vogelhändlern auf dem Schwarzmarkt erzielen können.
Die Erfolge gegen die „Großen“ hielten unsere Vogelschützer-Teams nicht davon ab, weitere 8 Wochen Einsatzzeit für die Fangplatz- und Vogeljagdplatz-Suche, die Observierung und gerichtsfeste Dokumentation von illegalen Vogelfang- und Vogeljagd-Aktivitäten, den Abbau von illegalen Fanganlagen und weiter Strafanzeigen zu investieren.
So können sich auch die Gesamtergebnisse des diesjährigen Herbst-Vogelschutzcamps auf Zypern sehen lassen.
Gesamtergebnisse des CABS & SPA Herbst-Vogelschutzcamps 2025 auf Zypern
(10. September - 25. November):
Vogelwilderer / illegal agierende Vogeljäger
Die gute Nachricht für die Zugvogelwelt, die sich Zypern als Überwinterungsplatz ausgesucht hat, ist zugleich die schlechte Nachricht für Zyperns Vogelwilderer und Vogeljäger: Zypern, wir kommen wieder. Unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer werden schon sehr bald wieder im Winter-Vogelschutzcamp auf Zypern im Einsatz sein…
Fest versprochen!
Fitis-Laubsänger gefangen an verbotener Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Suchbild: wie viele Mönchsgrasmücken hängen an Leimruten? © Komitee gegen den Vogelmord

Vogelschützerin beim Abbau von illegalen Leimruten © Komitee gegen den Vogelmord
2. Zypern Vogelschutzcamp-Bericht 2025
Die Sonderoperationen „Occupy Akas“ und „Dead Air“ haben ebenfalls sehr positive Ergebnisse erzielt. Obwohl beide Operationen nur wenige Tage dauerten und vor etwa zwei Wochen abgeschlossen wurden, erzielten sie Ergebnisse, die zuvor noch nie erreicht worden waren. Die zyprische Polizei erkannte schließlich, dass professionelles Fallenstellen ein ernstes Problem darstellt, das bekämpft werden muss.
Sie führten mehrere gut organisierte Operationen gegen die beiden größten Wildfänger Zyperns durch: Akas und Trikkis. Insgesamt beschlagnahmte die zyprische Polizei 15 Netze von Akas und 16 Netze von Trikkis. Bei einer besonders erfolgreichen Operation am Standort von Akas fand die Polizei sieben aufgestellte Netze und befreite daraus 350 Zugvögel. Am Standort von Trikkis fand die Polizei 11 aufgestellte Netze und befreite 150 Vögel. Weitere 150 Vögel waren bereits tot, als die Polizeibeamten am Ort der Fallenstellerei eintrafen.
Als Ergebnis der Polizeieinsätze wurde Akas eine Geldstrafe in Höhe von insgesamt 30.000 Euro verhängt. Trikkis wurde mit dem gleichen Betrag belegt. Es ist das erste Mal in der Geschichte unserer Vogelschutzcamps auf Zypern, dass die großen Fallensteller mit derart hohen Geldstrafen konfrontiert wurden.
Gesamtergebnisse des CABS & SPA Herbst-Vogelschutzcamps 2025 in Zypern vom 10. September bis 10. Oktober:
Vogelwilderer
Vogeljäger
Wir hoffen aufrichtig, dass die zyprische Polizei solche konsequenten Operationen gegen große Fallensteller bis zum Ende der Herbstzugzeit der Vögel und der entsprechenden Fallensaison fortsetzen wird. Nur so kann der professionellen Vogelwilderei Einhalt geboten werden, die mit illegal getöteten Singvögeln viel Geld verdient.
Aus Fangnetz herausgeschnittener Wendehals © Komitee gegen den Vogelmord
Mönchsgrasmücken-Männchen aus Fangnetz befreit © Komitee gegen den Vogelmord

Staatlicher Wildhüter mit konfiszierten Singvogelopfern © Komitee gegen den Vogelmord
Mönchsgrasmücken-Männchen gefangen an einer Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Busch mit 15 aufgebauten verbotenen Leimruten © Komitee gegen den Vogelmord

Fressfreudige Ziegenböcke bei Biotoppflege-Arbeiten © M. Peifer
Die Vorarbeiten waren lang und teils sehr schwierig, doch an den „Schimmels Teichen“ bei Limbach-Oberfrohna in Sachsen ist nun ein Meilenstein erreicht …
Nachdem rund anderthalb Kilometer robuster stromführender Weidezaun fertig gestellt wurden, konnten zusätzlich zu den drei hungrigen Ziegenböcken jetzt auch noch zwei Wasserbüffel in unserem einzigartigen Biotop mit neun ehemaligen Fischzucht-Teichen einziehen. Und mit einem Schottischen Hochlandrind kommt demnächst weitere Biotoppflege-Verstärkung!
Diese Tiere sorgen nun mit ihrem nahezu grenzenlosen Appetit nicht nur dafür, dass Brombeeren, Sträucher oder der invasive japanische Knöterich auf den Teichdämmen zurückgedrängt werden, sondern reduzieren in den Teichen auch die überstarken Rohrkolben-Bestände. Die profitieren noch immer von dem mit Fisch-Kot stark überdüngten Schlamm am Grund der Teiche.
Nur durch die Reduktion der Biomasse an und in den Teichen werden sich die Gewässer und Teichdämme vielseitig entwickeln und nach dem Ende der intensiven Fischzucht vor vier Jahren nun zu artenreichen Biotopen werden.
Nicht nur der Bau des Weidezauns war eine Herausforderung auf dem rund 12 Hektar großen Teichgebiet, das seit 2023 im Eigentum unserer Stiftung ist. Die aufwendige Sanierung der Teichabläufe, Reparaturen an den Bach-Zuläufen und auch die schonende Schilf-Mahd in einem zugewachsenen Teich erforderten viel Arbeit und kosteten auch eine erkleckliche Summe Spendengeld. Weitere Biotoparbeiten stehen im kommenden Winterhalbjahr 25/26 an.
Die Anwesenheit der teils halbwilden Weidetiere und der robuste, stromführende Zaun wird auch dafür sorgen, dass nach Jahren unerlaubtem Betretens und der Freizeit-Nutzung unseres Grundstückseigentums endlich wieder Ruhe und Ungestörtheit in das ökologisch sensible Teichgebiet einzieht.
Ab sofort geht es hier nicht mehr um menschliche Nutzungs-Aktivitäten, sondern um Lebensraumschutz für bedrohte Vogelarten wie Rohrweihe, Blaukehlen und Teichrohrsänger und bedrohte Amphibien wie Knoblauchkröte und Teichmolch.
Naturschützer aus der Region um Limbach-Oberfrohna, darunter namhafte Ornithologen, sind schon jetzt begeistert von unserem Teich-Projekt, das in den nächsten Jahren sicherlich viel Positives für unsere vielerorts bedrohte Artenvielfalt bringen wird!
Junge Wasserbüffel sind keine Kostverächter © M. Peifer
Wasserbüffel genießen die kühlenden Teiche & die Deckung © M. Peifer
Samenstände der invasiven Amaranth-Pflanze © SPA_IT
Nach umfangreichen Biotop-Sanierungsarbeiten für unser Zugvogelschutzgebiet Pantani Cuba & Longarini sind jetzt zunehmend Biotop-Pflegearbeiten angesagt
So wie die Natur in Deutschland mit invasiven Wildpflanzen wie Sibirischem Bärenklau, kanadischer Goldrute und Japanischem Knöterich und Wildtieren wie Waschbär, Marderhund und Asiatischer Hornisse konfrontiert ist, die bei uns keine natürlichen Feinde haben, besiedeln zunehmend invasive Wildtiere und Pflanzen aus dem afrikanischen und südamerikanischen Raum die Mittelmeerländer.
Diese Entwicklung in unserem Pantani Cuba & Longarini Zugvogelschutzgebiet aufzuhalten, einzuschränken oder idealerweise zu beenden ist uns bisher seit 2013 recht gut gelungen. Seit den extrem trockenen Jahren 2023 – 2024 hat die außerordentlich wuchs- und reproduktionsfreudige invasive Pflanze Amaranth aus Mittelamerika begonnen, Randbereiche des Schilfgürtels in unserem Schutzgebiet in Pantano Cuba und Longarini zu besiedeln und bildet dort teils schon dominante Vorkommen.
Einmal mehr verdanken wir es dem ausdauernden Einsatz der Mitglieder der lokalen Naturschutzgruppe „Pirati della Marza” (Piraten der Marza), die schon seit Jahren mit hunderten Stunden ehrenamtlichem Engagement hilft, unser Pantani-Schutzgebiet zu einem Paradies für die Mittelmeer-Flora und -Fauna zu machen.
Im Juli hat sich - unbeschadet der hohen Temperaturen - eine Gruppe treuer Pirati-Freiwilliger in unserem Pantani Schutzgebiet für die Zurückdrängung des Amaranth, eine der ältesten Nutzpflanzen Süd- und Mittelamerikas, engagiert. Bevor sich hunderte reife Ähren mit Millionen von Samen aussähen konnten, wurden die Amaranth-Pflanzen einzeln von Hand an der Basis abgeschnitten, ihre Ähren gesammelt und in Plastiksäcken verstaut, um kompostiert zu werden.
Durch die gezielte Sammlung der Ähren konnte diese invasive Pflanzenart aus den Schilf- und Wiesen-Lebensräumen unseres Schutzgebiets entfernt werden. Die „Samenstand-Ernte“ füllte immerhin 12 Säcke mit jeweils 100 Litern Füllvolumen.
Pirati-Ehrenamtliche bei der Amaranth-Samensammelaktion © SPA_IT
Nach getaner Biotop-Pflege noch nimmer Energie für ein Lächeln © SPA_IT

Bei Einweihung Besichtigung des Artenschutzturms Winningen © SPA
Einweihung unseres 38. Artenschutzturms, diesmal im Salzlandkreis, Sachsen-Anhalt
Unter den wachsamen Augen der ersten schon eingezogenen Gebäudebewohner Star, Kohl- und Blaumeise konnten wir unseren inzwischen schon 38. Artenschutzturm am 24. Juni 2025 mit einer kleinen Feier in Aschersleben OT Winningen einweihen. Am Bau beteiligte Handwerker, der Ortsteil-Bürgermeister und auch der Oberbürgermeister von Aschersleben freuten sich mit den zahlreichen Kindern der nahegelegenen Kindertagesstätte Winningen über „ihren neuen Artenschutzturm“. Die Kinder präsentierten vor Ort voller Stolz ihr großes Banner mit selbstgemalten Bildern der künftig zu erwartenden tierischen Turmbewohner.
Die idyllisch gelegene Trafostation versorgte mehr als 100 Jahre lang den kleinen Ort Winningen mit Strom, bevor diese 2023 stillgelegt wurde. Bei einem unserer regelmäßigen Arbeits-Einsätze in unserem nahegelegenen Schutzgebiet „Seeländereien bei Frose“ entdeckt, kamen wir nach Gesprächen mit dem regionalen Energieversorger und der Stadt Aschersleben im April 2024 sehr schnell überein, das denkmalgeschützte Industriedenkmal in unser Eigentum zu übernehmen und zu einem standortangepassten Artenschutzturm umzubauen.
So wurde im Herbst 2024 mit den Umbauarbeiten zum Artenschutzturm begonnen, die nach einer winterlichen Baupause rechtzeitig zur Brutsaison 2025 abgeschlossen werden konnten. Damit dient die alte Trafo-Turmstation heute als Artenschutzturm in Winningen einem neuen sinnstiftenden und auch beispielgebenden Zweck und bietet mit ihren mehr als 40 Nistplätzen, Bruthöhlen und Versteckplätzen für Schleiereule, Dohle, Mauersegler, Mehlschwalbe, Star, Feld- und Haussperling, Bachstelze und mehrere Fledermausarten ein zukunftssicheres Dach über deren Köpfen.
Wir hoffen, dass sich die Begeisterung der Kinder in Winningen für ihren neuen Artenschutzturm auch auf ihre Eltern überträgt, den Gebäude bewohnenden Wildtierarten am eigenen Haus und im eigenen Garten geeigneten Wohn- und Lebensraum zu schaffen. Dafür braucht es nicht viel!
Die Umbaukosten zum neuen Artenschutzturm Winningen in Höhe von knapp 30.000 Euro finanzierte unsere Stiftung Pro Artenvielfalt aus privaten zweckgebundenen Spendengeldern
Kindergarten-Kinder aus Winningen präsentieren ihr Artenschutzturm-Wandplakat © SPA
Winninger Kindergarten-Künstler bei ihrer Wandplakat-Präsentation © SPA

Rosaflamingo-Brutkolonien in unserer Lagune Pantno Longarini © SPA_IT
August 2024 - Schulkinder entfernen Vegetation auf den Brutinseln © SPA_IT
Mai 2025 - Vogelbrutpaare auf Inseln in der Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Eine ehrenamtlich durchgeführte Artenbestandserfassung auf unserem neu gekauften Wiesengrundstück auf Hiddensee dokumentiert zahlreiche seltene Pflanzenarten und bestätigt die große naturschutzfachliche Bedeutung unserer Salzwiesenflächen... mehr Informationen
Erst konsequent gesicherte Schutzgebietsflächen garantieren die Ungestörtheit der Kinderstuben von Rosaflamingo, Zwergseeschwalbe, Stelzenläufer, Triel und Feldlerche in unserem Pantani-Zugvogelschutzgebiet auf Sizilien. Zunehmend aber drohen neue Gefahren: So werden z. B. noch nicht eingezäunte Bereiche unseres Zugvogelschutzgebiets für illegale Müllablagerungen missbraucht… zum Projekt
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