Aktuelles:
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Eisvogel im Schneetreiben © A. Kneifel
Unsere von Herzen kommenden Weihnachts- und Neujahrswünsche und ein herzliches Dankeschön gilt all den Menschen, die unserer Stiftungsarbeit in 2023 so engagiert und hilfreich zur Seite gestanden haben.
Unser 21. Jahr im Einsatz für den Artenschutz war trotz so mancher sorgenmachenden Entwicklungen in Deutschland und der Welt für unsere Natur- und Artenschutzprojektarbeit und die Artenvielfalt von Flora und Fauna ein gutes Jahr. Dies haben wir einmal mehr nur geschafft, weil uns viele treue und auch neue Spenderinnen, Förderer und Naturschutzstiftungen für unsere satzungsgemäße Projektarbeit finanziell unter die Arme gegriffen haben. Besonderer Dank gilt den Pächtern unserer Naturschutzflächen, die mit viel Fachwissen und Passion unsere ökologischen Flächennutzungsvorgaben zum Wohle der dort vorkommenden Artenvielfalt gewissenhaft erfüllen.
Ergebnisse unserer engagierten Projektarbeit in 2023
Vor uns liegt das Jahr 2024, unser 22. Jahr im Einsatz für den Artenschutz, und für die bis zu 20 teils komplett neuen Natur- und Artenschutzprojekte haben wir schon viele Monate Vorbereitungsarbeit geleistet. Packen wir es im Neuen Jahr erneut gemeinsam an.
Neues Landkaufprojekt: Limbacher Teiche (Sachsen) © SPA
Auch der Wolf gehört zur Artenvielfalt in Mecklenburg-Vorpommern © Leo/fokus-natur
Bekassinen während des Herbst-Vogelzugs im Froser Feuchtgebiet © U. Nielitz
3 niederschlagsarme Jahre und fehlende Flachwasserseen hatten der vielfältigen Vogelwelt der Seeländereien bei Frose das Leben schwer gemacht … für eine gute Brutsaison 2024 kommt jetzt Hoffnung auf.
Uwe, unser Projektkoordinator für unsere inzwischen 33 ha Eigentumsflächen vor Ort, signalisert voller Hoffnung die sich dort zunehmend verbessernden Wasserstände. Die Seeländereinen bei Frose wurden zwecks Gewinnung nutzbaren Ackerlands in den letzten 100 Jahren mehrmals entwässert. Trotzdem sammelt und speichert das Niedermoorbecken, unterhalb der Gemeinde Frose gelegen, noch immer die Niederschläge der höher gelegenen Umgebung.
Die letzten Trockenjahre, hohe Temperaturen und die auch im Winterhalbjahr zu geringen Niederschläge hatten die nur noch kleinen Flachwasserbereiche im Frühjahr schnell schwinden lassen. Als Folge fehlten für viele auf Flachgewässer, intakte Röhrichtbestände und nasse Wiesen angewiesene Vogelarten die Lebensraumvoraussetzungen für eine erfolgreiche Brut und Jungenaufzucht. In den Seeländereien wurde es still, die Artenvielfalt an Vögeln und Insekten schwand zusehens.
Anfang Oktober 2023 waren die Seeländereien bei Frose komplett ausgetrocknet. Aktuell berichtet Uwe aber von ausgiebigen Niederschläge (ca. 90 mm / entspricht 90 l Regen) im Verlauf des Oktobers. Im bisherigen Jahr 2023 fielen damit immerhin schon ca. 530 mm (530 l) Regen, während es im Gesamtjahr 2022 nur 390 mm (390 l) Niederschlag gab. Als segensreiche Folge bilden sich jetzt im Feuchtgebiet endlich wieder einmal größere Wasserflächen!
Damit geht das Feuchtgebiet mit einem recht hohen Wasserstand in den Winter. Wenn die nächsten Wochen weitere Niederschläge in Form von Regen oder Schee bringen, bestehen dort gute Aussichten auf „normale Frühjahrswasserstände“, wie sie bis 2019 üblich waren.
Derzeit schlafen neben Graugänsen jetzt auch die ersten ca. 150 nordischen Gänse im Gebiet. Deren Zahl steigt erfreulicherweise weiter an. Bis zu 2.000 Kraniche nutzen die Flachwasserseen als nächtlichen Schlafplatz. In den Schilfflächen haben in den letzten Wochen bis zu 7.500 Stare geschlafen. Ornitologisch besonders bemerkenswert ist die hohe Anzahl von Bergpiepern. Bis zu 20 Exemplare von ihnen rasten im Feuchtgebiet und werden hier auch überwintern. Der von Uwe seit Jahren beobachtete beringte Silberreiher aus Belarus hielt sich dieses Jahr erneut wieder den ganzen Oktober 2023 im Froser Feuchtgebiet auf.
Uwe wird, wie schon seit Jahren, auch diesen Winter nahezu täglich in den Seeländeien nach dem rechten schauen und Sorge dafür tragen, dass die dort überwinternde Vogelwelt möglichst ungestört rasten und Nahrung suchen kann. Unser dortiger Vogelbeobachturm erlaubt nun über die Wintermonate wieder wunderbare Vogel- und Naturbeobachtungen.
Bergpieper - seltener Wintergast - im Froser Feuchtgebiet © U. Nielitz
Kraniche am 14.11.23 am Schlafplatz im Flachwasser des Froser Feuchtgebiets © U. Nielitz

Artenschutzturm Hesseln © SPA
Für Gebäude bewohnende Wildtiere, Vögel, Fledermäuse & Insekten wird geeigneter Zufluchtsraum immer knapper … mit unseren Artenschutzgebäuden halten wir dagegen!
Trotz widriger Wetterbedingungen ließen die beauftragten Handwerksbetriebe in den letzten Wochen an der Artenschutzturm-Baustelle nichts anbrennen.
So wurden bisher schon 20 Nisthilfen in die Turmwände eingebaut. Der inzwischen komplett neu errichtete Dachstuhl aus witterungsbeständigem langlebigem Lärchenholz nebst Dacheindeckung mit Biberschwanz-Tonziegeln erfüllt mit seinen vielfältigen Nistmöglichkeiten, Tagesverstecken und Überwinterungsplätzen schon sehr bald seine artenschützende und die regionale Artenvielfalt stärkende Wirkung.
Die ob des neuen Satteldachs lobenden Kommentare interessierter Bürgerinnen und Bürger der Ortschaft Hesseln bestätigen unseren Projektanspruch, unsere Artenschutztürme zu echten Hinguckern, neudeutsch „Leuchtturmprojekten“, zu machen, mit denen sich die regionale Bevölkerung auch identifizieren kann!
Das Verputzen und Streichen der Wände, die Montage von artspezifisch konstruierten Fledermaus-Mehrspaltenkästen eines lokalen Fledermausspezialisten unter den Dachüberständen und der Einbau von Mehlschwalben-Kunstnestern sind für die nächsten Tage geplant.
Noch im Bau befindlich, sondieren bereits erste potenzielle tierische Nutzer wie Haus- und Feldsperlinge, Turmfalke und auch Kohlmeisen ihr zukünftiges sicheres „Dach über dem Kopf“ und unsere Handwerker und wir geben alles, damit der ungestörte Gebäudebezug in gut geschützte und artgerechte Quartiere für Vögel, Fledermäuse und Insekten noch vor einem echten Wintereinbruch möglich wird.
Nach der Winterruhe warten wir gespannt auf den Beginn der Brutzeit und die tierischen Erstbezieher. Dann wird auch die offizielle Einweihung unseres dann schon 37. Artenschutzgebäudes stattfinden.
Ausflug junger Turmfalken aus Nistkasten © SPA
Artenschutzturm Hesseln mit eingebauten Nisthilfen für Mauersegler & Dohle © SPA
Unbewirtschaftetes vermülltes Gemüse-Foliengewächshaus © SPA
Müllsammlung + -Verladung mit Pirati-Naturschutzvereins-Mitgliedern © SPA_IT
Pirati-Müllsammlung auf neu gekauften Grundstücken an Lagune Pantano Longarini © SPA_IT
Projektleiter beim Einsetzen der ersten 20 Nisthilfen © SPA
Rauchschwalbe wärmt Junge im Nest © Leo/fokus-natur
Baubeginn am Trafoturm Hesseln © SPA

Von einer Leimrute befreite Waldohreule © Komitee gegen den Vogelmord
2. Zypern-Report: Wie von uns im Stillen befürchtet, holen die «Großen» unter den zypriotischen Vogelwilderern jetzt im Herbst nach, was sie im Frühjahr unterlassen hatten: massiven Zugvogelfang mit Netzen und Leimruten
Während der ersten 4 Vogelschutzcamp-Einsatzwochen des Komitees gegen den Vogelmord und unserer Stiftung auf Zypern wurden unsere stillen Befürchtungen für die Herbst-Vogelzugzeit leider wahr. Illegal agierende Vogelwilderer und Vogeljäger auf Zypern kompensieren den stark reduzierten Vogelfang im Frühjahr dieses Jahres jetzt während des Herbst-Vogelzugs mit umfangreichen Zugvogelfang-Aktivitäten.
Wie angekündigt, konzentrieren sich unsere Vogelschutzaktiven auch diesen Herbst auf die aktivsten und rabiatesten Vogelwilderer und deren bisher aufgefundenen 37 Vogelfangplätze. Und unsere operative Strategie zeigt Wirkung und motivierende Erfolge! So konnten an diesen aktiven Vogelfangplätzen bisher schon 20 Vogelwilderer inflagranti erwischt und ihre Vogelfangaktivitäten für Strafanzeigen bestens dokumentiert werden. Das ist für die ersten 4 Vogelschutzcamp-Einsatzwochen ein Strafanzeigen-Rekordergebnis!
Noch erfreulicher ist die Tatsache, dass unter den von unseren Vogelschutzaktiven erwischten Vogelwilderern mehrere waren, gegen die seit Jahren trotz wiederholter und gut dokumentierter Vogelfang-Beobachtungen keine Bußgeldbescheide verhängt wurden oder die wir nicht auf frischer Tat ertappen konnten.
So konnten wir den «Minenfeld-Vogelwilderer» bei seinen illegalen Machenschaften auf frischer Tat erwischen. Der Mann baute seit vielen Jahren unter Lebensgefahr, aber deshalb unbehelligt, seine verbotenen Fangnetze in einem offiziell als Minenfeld ausgeschilderten Gebiet auf. Damit ist jetzt Schluss, konnten unsere Aktiven den Wilderer mit seinen 3 aufgebauten Fangnetzen und einer elektronischen Vogelstimmen-Lockanlage endlich bei seinem verbotenen Tun erwischen und anzeigen.
Besonders motivierend für unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer ist auch der Einsatzerfolg gegen 2 Vogelwilderer, die in der Bergregion oberhalb der Ortschaft Troulloi jahrelang Zugvogelfang mit verbotenen Fangnetzen betrieben und sich zusätzlich mit dafür aufgebauten Leimruten auf den Fang von Eulen spezialisiert hatten. Diese beiden Vogelwilderer hatten wir schon seit Jahren auf unserer “Top Wanted List”, fanden wir doch an deren Vogelfangplätzen immer wieder totgeschlagene Eulen!
Diesen Herbst bauten wir deren Fangnetze und Leimruten nicht ab, sondern observierten den Fangplatz längere Zeit, bis die Wilderer mit nicht registrierten Motorrädern zur Kontrolle ihrer Fangnetze und elektronischen Vogelstimmen-Lockanlagen kamen.
Unsere Vogelschutzcamp-Aktiven überraschten die beiden Wilderer laut rufend beim Töten der in Netzen gefangenen Vögel. Erschreckt rannten die Wilderer zu ihren Motorrädern und rasten mit hoher Geschwindigkeit davon. Trotz fehlender Motorrad-Nummernschilder konnten die von uns informierten Wildhüter die Wilderer anhand der von uns gemachten Fotos identifizieren und auch schnell ausfindig machen.
Deren abendlicher Ausflug an ihren Vogelfangplatz endet mit Bußgeldbescheiden von bis zu 7.000,00 Euro pro Person… und wurde damit für beide Wilderer ein sicherlich höchst erinnernswerter Vogelfang-Ausflug.
Ergebnisse des Zypern-Herbst-Vogelschutzcamps (03.09. – 02.10.2023)
Vogelwilderer
Vogeljäger
Festzuhalten bleibt, dass unsere Vogelschützerinnen und Vogelschützer nach wie vor und praktisch ohne Unterstützung der für Wilderei-Straftaten zuständigen staatlichen Wildhüter die gesamte Vogelschutzarbeit wie das Auskundschaften der Fangplätze, die Meldung der Fangplatz-Koordinaten, die Fotodokumentation der Vogelwilderer bei frischer Tat und die Meldung der Straftaten bei der zuständigen Polizeistation machen müssen. In der Praxis müssen wir die staatlichen Wildhüter regelrecht zum Tatort tragen!
Mönchsgrasmückenweibchen gefangen an einer Leimrute © Komitee gegen den Vogelmord
Befreiung von Singvögeln aus illegalem Fangnetz © Komitee gegen den Vogelmord
Noch vor 30 Jahren waren Silberreiher in Deutschland eine ausgesprochene Seltenheit. Heute gehören sie vielerorts zum vertrauten Landschaftsbild. Bemerkenswert ist die Geschichte von Silberreiher K195, der seit 2018 immer wieder im Sommer in unserem Froser Schutzgebiet auftaucht ... mehr Informationen
Nach den erfolgreichen Frühjahrs-Vogelschutzcamps auf Zypern und der griechischen Insel Zakynthos stellen sich unsere ortskundigen Vogelschützerinnen und Vogelschützer auf Zypern erneut illegal agierenden Vogelwilderern und Vogeljägern entgegen. Einmal mehr brauchen wir Ihre tatkräftige Hilfe, damit wir unseren Einsatz gegen den herbstlichen Zugvogelmord fortsetzen können… zum Projekt… zum Projekt
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